MTB-Fahrtechnik-Tipps: Sicher biken im Herbst

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Foto: Manfred Stromberg Nasse Wurzeln besser meistern

MTB-Fahrtechnik: Nasse Wurzeln

Auf nassen Wurzeln ist vor allem die Linienwahl entscheidend. Meiden Sie das Überfahren von Wurzeln in Längsrichtung. Idealerweise rollt der Reifen in einem Winkel von 90 Grad über das Hindernis. Scannen Sie nach einer Linie mit möglichst kleinen Wurzeln – je größer die nassen Wurzelgeflechte, umso schneller rutscht das Vorderrad weg. Vermeiden Sie beim Überqueren den Zug am Bremshebel, Arme und Beine sollten möglichst weich einfedern, um Belastungsspitzen von den Reifen zu nehmen. Über größere Wurzeln können Sie das Vorderrad heben oder via Bunnyhop sogar springen. Setzen Sie dabei das Rad immer mit größtmöglicher Geschmeidigkeit ab. Scheuen Sie sich nicht, bei überdimensionalen Wurzelflächen zu schieben.

MTB-Fahrtechnik: Feuchtes Laub

Was macht den mit Laub geschmück­ten Trail so heimtückisch? Genau, keiner weiß, was druntersteckt. Steine, Kanten und Wurzeln – der Fahrer kann die Bodenbeschaffenheit nur erahnen. Und: Auch unter trockenen Blättern herrscht in der Regel Feuchtigkeit, die den Trail noch rutschiger macht. Deshalb runter vom Gas und den Trail noch genauer scannen als sonst. Rechnen Sie stets damit, dass Sie in der Kurve den Fuß vom Pedal nehmen müssen. Vor Laubansammlungen sollten Sie das Gewicht leicht nach hinten verlagern und Körperspannung aufbauen, um einem möglichen Hindernis Widerstand zu bieten. Sie werden sehen: Mit der Zeit baut sich mehr und mehr Erfahrung auf, und Sie können den Untergrund immer besser einschätzen.

MTB-Fahrtechnik: Verschlammte Kurven

Kurven im Schlamm oder auf rutschigem Untergrund erfordern grundsätzlich die gleiche Technik wie Kurven auf trockenem Terrain. Gehen Sie die Kurve aber noch konzentrierter und gefühlvoller an als „normal“ – ohne an Lockerheit zu verlieren. Bremsen Sie vor der Kurve so deutlich runter, dass Sie beide Hebel beim Einlenken komplett öffnen können. So kann der Reifen seinen Grip für die Kurve verwenden und muss nicht zusätzlich noch Bremskräfte übertragen. Sie werden erstaunt sein, wie gut Sie um die Ecke kommen! Wichtig: vorausschauender Blick. Der Fuß an der Kurven­innenseite muss stets abfangbereit sein, falls das Rad doch unvermittelt wegrutscht (Bild). Dazu sollte das Gesamtgewicht auf dem kurvenäußeren Pedal ruhen

MTB-Fahrtechnik: Matschlöcher passieren

Begegnen Sie einer gesättigten Erde-Wasser-Lösung, bremsen Sie nicht ab, sondern nehmen Sie den Fahrtschwung mit! Bei kleineren Schlammtümpeln ziehen Sie am besten das Vorderrad hoch, somit wird nur das Hinterrad gebremst. Obacht: Aufgrund der starken Bremswirkung wandert das Vorderrad meist schneller als erwartet zurück auf den Boden. Auch bei längeren Schlammpassagen fahren Sie zügig ein, belassen das Vorderrad aber am Boden. Damit sich dies nicht eingräbt, verlagern Sie das Gewicht etwas nach hinten und „floaten“ durch die Pampe. Spurrinnen geben häufig die Linie vor, seien Sie deshalb stets auf ungewollte Linienänderungen gefasst.
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