MountainBIKE Fahrtechnik: der perfekte Drop – so springen Sie über Hindernisse

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Foto: Arturo Rivas MountainBIKE 0113 Fahrtechnik Droppen

Der perfekte Drop: 1. Die Anfahrt

Senken Sie den Sattel ab und rollen Sie Richtung Absprungkante, die Zeigefinger sind stets bremsbereit. Die Geschwindigkeit hängt von der Länge der Anfahrt und der zur Verfügung stehenden Landung ab. Grundsätzlich gilt: je schneller, umso einfacher die Übung – aber auch umso weiter der Sprung. Direkt vor der Kante nicht mehr treten, Kurbeln in eine waagerechte Position bringen. Winkeln Sie Arme und Beine ab, der Oberkörper wandert Richtung Lenker.

Der perfekte Drop: 2. Am Lenker ziehen

Kurz bevor das Vorderrad die Kante erreicht, startet der Vorgang zum Hochziehen. Hier ist richtiges Timing wichtig. Richten Sie Ihren Oberkörper impulsartig auf und bringen Sie mit Ihren Armen Zug auf den Lenker. Das Vorderrad bleibt dadurch in der Luft und sackt nicht nach unten weg – bis das Hinterrad über die Kante kippt. Wie lange und intensiv Sie am Lenker ziehen müssen, hängt von Ihrer Geschwindigkeit ab. Je höher, umso weniger lange und impulsiv müssen Sie ziehen. Dieser Teil erfordert beim Drop die meiste Übung, garantiert aber die sichere Landung.

Der perfekte Drop: 3. Die Flugphase

Während der Flugphase sind Arme und Beine nur leicht abgewinkelt, um für die Landung genügend „Federweg“ bereitzustellen. Achten Sie auf ausreichend Körperspannung, die Füße dürfen nicht vom Pedal abheben (bei Flatpedals). Richten Sie Ihren Blick wenige Meter voraus.

Der perfekte Drop: 4. Die Landung

Idea­lerweise landen Sie mit beiden Reifen gleichzeitig. Trifft das Hinterrad kurz vor dem Vorderrad auf, lässt sich die Landung in der Regel ebenfalls problemlos durchführen. Vermeiden Sie jedoch unbedingt den Erstkontakt mit dem Vorderrad. Während der Landung federn Arme und Beine den Aufprall ab.

Für Könner: Der Big Air

Wer einen Ein-Meter-Drop technisch sauber beherrscht, besitzt zumindest theoretisch das Rüstzeug, um auch von deutlich höheren Stufen zu springen. Und die Grenzen sind dabei nach oben offen, wie MountainBIKE Tester Thomas „Professor“ Schmitt mit seinem – nicht zur Nachahmung empfohlenen – Felsenhüpfer eindrucksvoll beweist.

Trockenübung: Zug am Lenker üben - Schritt 1

Die Zugphase ist der Knackpunkt beim Drop. Sie lässt sich jedoch auf jedem Parkplatz üben. Simulieren Sie die Absprungkante etwa mit einem Stück Holz oder nutzen Sie eine Bordsteinkante. Rollen Sie mit mittlerer Geschwindigkeit an und winkeln Sie zum Schwungholen Arme und Beine ab.

Trockenübung: Zug am Lenker üben - Schritt 2

Der Sattel ist abgesenkt, beide Zeigefinger liegen an den Bremshebeln. Kurz vor dem Ast richten Sie Ihren Oberkörper mit Schwung auf, die Hüfte wandert nach hinten, und die Arme ziehen dabei das Vorderrad leicht nach oben.

Trockenübung: Zug am Lenker üben - Schritt 3

Hier muss das Timing stimmen, das Vorderrad sollte den Ast gerade nicht berühren. Steigt das Rad zu hoch, Hinterradbremse ziehen. Sie müssen jetzt den Zug am Lenker so lange aufrechterhalten, bis ...

Trockenübung: Zug am Lenker üben - Schritt 4

... das Hinterrad den Ast (Absprungkante) überquert. Je schneller Sie anfahren, umso kürzer fällt die Zugphase aus. Üben Sie auch bei Schrittgeschwindigkeit, damit Sie auch längere Zugphasen durchhalten.
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