Pumptrack - Freeridespaß aus den USA

Pumptrack bauen: So funktioniert’s

In den USA schon länger verbreitet, bei uns jedoch bisher weitestgehend unbekannt: Die für jede Könnerstufe geeigneten Pumptracks sind ein Riesenspaß – ein ziemlich anstrengender allerdings auch.
Foto: Manfred Stromberg Pumptrack

Ohne Treten Speed machen - Pumptracks bringen Spaß pur.

Ohne zu pedalieren versucht man, auf einem kleinen mit Hügeln und Steilkurven gespickten Kurs durch dynamisches Drücken und Ziehen des Bikes an Geschwindigkeit zu gewinnen. „Nach fünf Runden kann man je nach Track schon ziemlich k.o. sein“, berichtet BMX-Urgestein Tibor Simai aus München. Der Berliner Freeride-Pro Carlo Dieckmann liebt die Kombination aus Spaß und Trainingseffekt. „Wirklich jeder kann auf einem Pumptrack Spaß haben“, betont der erfahrene Kursdesigner. MB erklärt, was man beim Bau eines Pumptracks beachten sollte:

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Das Gelände:

Die Fläche muss nicht größer als zwölf mal sechs Meter sein, um viel Spaß darauf haben zu können. Mehr Platz bedeutet mehr Geschwindigkeit und weiter gebaute Anlieger-Kurven. Am besten eignet sich ein flaches Gelände.

Die Crew:

Fünf bis sechs mit Schaufeln bewaffnete Biker können innerhalb von zwei Tagen einen gelungenen Pumptrack aus dem Erdreich zaubern. Danach wird weiter an dessen Optimierung gefeilt.

Der Stoff:

Als bestes Material zum Formen der Hügel und Kurven hat sich Lehm erwiesen: Gut formbar und schnell trocknend ermöglicht er eine lange Lebensdauer der Hügel. Aber auch auf anderen Böden können Pumptracks problemlos gebaut werden. Aufgrund der kleinen Hindernisse (maximale Höhe: 40 cm) muss keine zusätzliche Erde besorgt werden.

Der Plan:

Am Anfang reicht besonders bei wenig Platz ein einfacher Rundkurs in Form eines Ovals. Die jeweils zwei Geraden und Steilkurven können in beide Richtungen befahren werden. Als Hindernisse eignen sich drei hintereinander folgende Hügel, die man „durchpushen“ oder auch im Manual durchfahren kann. Mehr Vorlagen gibt’s unter: www.leelikesbikes.com

Die Umsetzung:

Um Erde zu sparen, kann man Autoreifen oder Holzstücke in die Hügel verarbeiten. Nach den ersten Testfahrten wird sicherlich noch viel verändert werden, der Fahrfluss entwickelt sich während des Baus immer weiter. Die Anliegerkurven sollten besonders für Anfänger möglichst hoch gebaut werden. No-Go: Spitz geformte Hügel.

Das Bike:

Dirtjump- und Street-Hardtails eignen sich sehr gut, ebenso wendige Dual-Fullies. BMX-Cruiser mit 24-Zoll-Laufrädern sind eine günstige, jedoch ebenfalls bestens geeignete Alternative.

Die Fahrtechnik:

Das Prinzip lautet: Langsam anfahren und dann die Geschwindigkeit steigern – später ohne zu pedalieren! Durch das Beugen und Strecken der Arme beim Überfahren der Hügel und Wellen zieht und drückt man das Bike kraftvoll unter sich hoch und runter. Die Hüfte bleibt dabei beweglich. In die Anliegerkurven geht es mit angewinkelten Armen und kurvenäußerem Pedal unten. Die Kurvengeschwindigkeit lässt sich dann nach und nach steigern. Mehr dazu unter http://youtube.com/watch?v=p3tVbO1jrmU

05.06.2008
Autor: Marc Brodesser
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 07/2008