Die perfekte Pflege für Ihre MTB-Funktionsbekleidung

Wasch-, Pflege- und Reparatur-Tipps

Bekleidungs-Pflege Wasch-Tipps

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Nicht mehr ganz dicht? Verdreckt? Mit diesen Tipps bringen Sie Ihre Klamotten perfekt in Schuss für coole Rides durch Wind und Wetter.

Erst kalt, dann klamm, dann nass: Wenn die Imprägnierung Ihrer teuer erstandenen Regenbekleidung unter Dauerregen und Schmutzbeschuss versagt, sollten Sie schleunigst in den Waschgang schalten, denn mit der richtigen Pflege können Sie auch die nassen Jahreszeiten unbeschwert auf dem Bike genießen.

Aber: Zu häufiges Waschen kann vor allem empfindlichen Membranmaterialien schaden. Daher gilt: Körpernahe Schichten wie Funktionsunterwäsche, Trikot und Socken kommen nach jedem Einsatz in die Trommel, Softshells und Regenbekleidung erst, wenn sie stark verdreckt sind oder niemand mehr freiwillig hinter Ihnen fah­ren will.

Bei vereinzelten Dreckspritzern können Sie die getrockneten Schlamm-Rückstände von innen noch leicht herausklopfen. Sobald jedoch großflächige Verschmutzungen zurückbleiben, gehören die guten Stücke mit einem Fein- oder Spezialwaschmittel in die Waschmaschine – nicht in die chemische Reinigung.

Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie bei der Schmutzinspektion druckbelasteten Stellen wie Hosenboden, dem verlängerten Rückenteil von Regenjacken oder deren Schulterpartie schenken. Denn wenn das Körpergewicht oder ein Rucksack die Schmutzpartikel in das Material drückt und daran scheuert, steht der Totalausfall der Hightech-Membran bevor. Im unten stehenden Kasten finden Sie eine Übersicht zu den gängigsten Materialien, Waschprogrammen und Temperaturen.

In puncto Waschmittel ist die Verwendung von Feinwaschmittel generell empfehlenswert. Mit Spezialwaschmitteln von Herstellern wie etwa Fibertec oder Nikwax bleibt die wasserabweisende Imprägnierung von Softshell und Co. jedoch länger aktiv.

Trikots, Unterwäsche und Socken vertragen aus hygienischen Grün­den in der Regel bis zu 60 Grad Waschtemperatur, was geruchsbildende Bakterien im Zaum hält. Bei Radhosen aus Rücksicht auf das Sitzpolster unbedingt im Etikett nachschauen: Meist sind ebenso maximal 60 Grad zulässig.

Mit dem anschließenden Schleudergang verhält es sich wie auf dem Trail: Weniger ist mehr. Regenbekleidung wird nicht geschleudert, sondern der Waschgang mit der Spülstopp-Funktion vorzeitig beendet. Anschließend das Wasser abpumpen und die Kleidung nass aufhängen. Softshells kurz niedertourig schleudern und den Vorgang nach etwa einer Minute abbrechen, dann aufhängen.

Bei Trikots, Hosen, Unterwäsche und Socken ist niedertouriges Schleudern nicht notwendig, aber materialschonender und für eine erste Trocknung meist vollkommen ausreichend.

Eine Wärmebehandlung durch den Trockner oder ein handwarmes Bügeleisen ist bei Hard- und Softshell-Bekleidung empfehlenswert, da durch die Wärme eine neue oder bereits vorhandene Imprägnierung auf optimale Weise aktiviert oder aber aufgefrischt wird. Sollte sich das Kleidungsstück nicht zur maschinellen Trocknung eignen, erkennen Sie dies an einem durchgestrichenen Quadrat mit Kreis in der eingenähten Pflegeanleitung.

Für die Imprägnierung eignen sich vor allem Sprays, da sie gezielt auf die Außenseite der Bekleidung aufgesprüht werden können und die Innenseite anders als bei Einwasch-Imprägnierungen unbehandelt bleibt. Für wasserdichte Regenbekleidung ist etwa Green Guard vom Hersteller Fibertec empfehlenswert, Softshell-Imprägnierungen verhelfen Sie etwa mit Soft­shell Proof von Nikwax zu neuer Frische.

Das bikende Schneiderlein

Nicht nur mangelnde Imprägnierung kann zum Wassereinbruch führen: Gerade die matschig-rutschige Herbst- und Winterzeit beschert vielen Bikern unerwünschten Bodenkontakt. Glück im Unglück, wenn dabei „nur“ die teure Kleidung Schaden nimmt. Verfügen Sie über etwas Geschick im Umgang mit Nadel und Faden, können Sie sich bei kleineren Löchern oder Rissen selbst an die Reparaturarbeit machen.

In der Mediashow zeigt Ihnen MB die Reparatur einer wasserdichten Regenjacke mit selbstklebenden Reparaturflicken. Damit handarbeitsfaule Doppel-Linkshänder nicht im Regen stehen müssen, bieten viele Hersteller aber auch hauseigene Reparaturservices an – und das oft für wenig Geld oder sogar gleich gratis.

05.01.2011
Autor: Christian Zimek
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 12/2010