Stefan Eigner

Mountainbiken bei hohen Temperaturen

So behalten Sie einen kühlen Kopf im Sattel

Die Temperaturen klettern höher und höher, aber Sie haben Bock auf Biken? Wenn Sie auch im Hitzesommer nicht auf das Mountainbiken verzichten möchten, haben wir für Sie fünf Tipps, wie Sie trotz Hitze im Sattel einen kühlen Kopf bewahren.

Sich bei großer Hitze körperlich zu betätigen, ist nicht ganz ungefährlich: Im Hochsommer herrschen selbst in Deutschland regelmäßig Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius, in Spitzen wird es sogar heißer als 40 Grad Celsius. Zu der Lufttemperatur kommt starke Sonneneinstrahlung und Ozonbelastung: All diese Faktoren gefährden uns Mountainbiker auf Tour. Schwindel, Hitzschlag, Sonnenstich und Dehydrierung können uns einen Strich durch die Rechnung machen.

Wer jedoch einige hilfreiche Tipps beachtet, kann auch bei hohen Temperaturen im Hochsommer Mountainbiken gehen.

Touren- und Routenwahl

Ein Glück, dass Mountainbiker sowieso eher selten dazu neigen, stundenlang auf Asphalt zu fahren! Im schattigen Wald ist es herrscht eine um mehrere Grad niedrigere Temperatur als in der prallen Sonne, die Sonnenstrahlen werden durch die Baumkronen ebenfalls abgemildert. Planen Sie Ihre Touren im Sommer also vor allem im schattigen Wald. Aber Vorsicht: Auch hier sollten Sie sich nicht allzu stark verausgaben, denn Ihr Körper kämpft bereits gegen die Hitze. Das Herz schlägt bereits schneller als für Sie sonst üblich, um die Körpertemperatur zu regulieren. Da sollten Sie nicht noch Intervalle fahren oder eine neue Bestzeit aufstellen. Wichtig: Auch im Schatten müssen Sie sich eincremen!

Setzen Sie im Sommer auf kürzere Runden und fahren Sie am frühen Morgen oder am späten Abend. Zwar ist die Temperatur am Abend meist höher als am Morgen, aber die Sonne ärgert Sie weniger. Wo sich Ihnen die Gelegenheit bietet, können Sie im Sommer auch gern mal einen Lift auf den Berg (auf dem es meistens kühler ist als im Tal) nehmen, dort im Schatten fahren und beim Weg ins Tal den kühlenden Fahrtwind genießen. Auch ein Badestopp an einem See ist denkbar!

Dennis Stratmann

Training und Intensität

Wie oben bereits kurz beschrieben: Im Sommer wendet der Körper viel Energie auf, um den Körper zu kühlen. Das tut er nicht nur über das Schwitzen, sondern auch über den Blutkreislauf. Mit seiner Hilfe wird über die Blutgefäße Wärme an der Hautoberfläche abgegeben. Um dies besonders effektiv zu tun, pumpt das Herz im Sommer bis zu zehn Schläge höher. Berücksichtigen Sie diese Information, wenn Sie in der Hitze fahren: Jetzt ist nicht die Zeit zu „drücken“ und sich zu quälen. Fahren Sie stattdessen locker und bauen Sie Pausen ein – vielleicht an einem kühlen Bach oder See?

Equipment und Bekleidung

Je weniger, desto besser? Das stimmt bei der Mountainbike-Bekleidung im Hochsommer nur teilweise. Zwar muss sie atmungsaktiv sein, aber unter dem Trikot sollte ein kühlendes Unterhemd nicht fehlen. Der vom Körper abgegebene Schweiß wird dort „gespeichert“ und kühlt Ihre Haut, während er verdunstet. Tragen Sie „nur“ ein Trikot aus Funktionsstoff, wird der Schweiß von der Haut weggeleitet und kann seine Funktion nicht erfüllen. So sorgt die zusätzliche Bekleidungsschicht Unterhemd paradoxerweise für eine angenehme Erfrischung.

Ein Helm mit vielen, großen Belüftungsöffnungen sorgt sprichwörtlich für einen kühlen Kopf, lässt er doch den Fahrtwind an die Kopfhaut. Und: Er minimiert die direkte Sonneneinstrahlung auf die Kopfhaut und mindert das Risiko, einen Sonnenstich zu erleiden. Diese Reizung der Hirnhaut und des Hirngewebes führt zu Übelkeit, Benommenheit, Schwindel, Nacken- und Kopfschmerzen.

Ernährung und Flüssigkeitsversorgung

Schweiß ist wichtig, denn er kühlt den Körper. Wer schwitzen will, muss also genügend Wasser nachfüllen. An heißen Tagen heißt „genügend“ bis zu 1,5 Liter pro Stunde, je nach Intensität des Trainings. Am besten setzen Sie auf ein isotonisches Sportgetränk, aus Getränkepulver angerührt. Es enthält Mineralien, die den Flüssigkeitshaushalt stabil halten und die über den Schweiß verloren gehen. Trinken Sie ausschließlich Wasser, riskieren Sie Krämpfe.

Falls Sie bei Hitzefrei-Wetter keine Lust auf pappige Riegel haben, schwenken Sie auf Früchte um: Bananen und Äpfel enthalten Flüssigkeit und liegen nicht so schwer im Magen. Auch ein Abstecher zur Tankstelle oder der Eisdiele macht Sinn: Ein fruchtiges Eis kühlt von innen. A propos Eis: Ihre Trinkflasche bleibt kühl, wenn Sie halb füllen, über Nacht einfrieren und vor der Tour mit Flüssigkeit auffüllen. Der eingefrorene Part schwimmt bald wie ein großer Eiswürfel in der Flasche und hält etwas länger kühl. Es gibt isolierte Flaschen, die Ihr Getränk im Sommer länger kühl halten (und im Winter länger warm).

Benjamin Hahn

Haut und Insektenschutz

Die Haut spielt bei der Thermoregulation die wichtigste Rolle. Um perfekt zu funktionieren, muss sie vor Sonnenbrand geschützt werden. Cremen Sie sich gut mit Sonnencreme (wasserfest, Lichtschutzfaktor 30 bis 50) ein und vergessen Sie nicht die Nase, Ohren, Kniekehlen und Handrücken. Durch den großen Schweißverlust ist es unter Umständen notwendig, mehrmals pro Tag nachzucremen. Für diesen Fall können Sie im Drogeriemarkt im „Pröbchenregal“ eine Sonnencreme in Reisegröße (50 ml) erwerben und ganz einfach mit auf Tour nehmen.

Fahren Sie im schattigen Wald, bedenken Sie die Gefahr durch Zecken, Mücken und Co. Ein Insektenschutzmittel hilft gegen Stiche und Bisse. Gegen die von Zecken übertragene, gefürchtete Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hilft allerdings nur eine Schutzimpfung.

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