Sündteures E-MTB im ersten Check
Yeti 160E T-Series T1 29„ im Einzeltest

Dieser Tage rollt das erste E-MTB der US-Kultmarke Yeti in den Handel. Wir haben das teure Carbon-Geschoss getestet.

EInzeltest Yeti 160E T-Series T1 29"
Foto: Manfred Stromberg

Das hat uns gefallen:

 hochwertiges, steifes Carbon-Chassis

 sattes und sicheres Fahrverhalten

 top Klettereigenschaften

Das weniger:

 Parts teils nicht auf Niveau des hohen Preises

Während E-MTBs bei uns richtig boomen, sind viele US-Biker noch nicht auf den Geschmack gekommen. Doch die dortigen Firmen wollen natürlich ebenso am Goldrausch partizipieren und bieten immer mehr und zumeist sehr hochpreisige E-MTBs an. Nach Santa Cruz, Intense und Co. feierte unlängst auch die in Colorado ansässige Kultmarke Yeti ihr E-MTB-Debüt. Der schnörkellose Name des 2021 präsentierten 160E verrät, dass es sich um ein Fully mit 160 mm Federweg handelt (170 mm vorne). Typisch für Yeti ist, dass die Ingenieure in Sachen Hinterbau-Kinematik eigene Wege gehen. So kommt das 160E mit neuer Konstruktion, die sich "Sixfinity" nennt. Diese hat nicht viel mit dem schwimmend gelagerten System ("Switch Infinity") der nichtmotorisierten Modelle gemein, stattdessen soll der neue Sechsgelenker(!) speziell auf E-Bikes hin optimiert sein. Ähnlich wie an einem Viergelenker besitzt das 160E ein Gelenk in der Kettenstrebe ("Horst Link"), zusätzlich ist eine gelagerte Strebe zwischen unterem Teil des Hinterbaus und Wippe am Dämpfer angebracht. Diese ermöglicht es den Ingenieuren, die Kennlinie im Verlauf des Federwegs besser zu steuern. Seit 2016 soll sich das System bereits in der Testphase befinden.

Unsere Highlights
EInzeltest Yeti 160E T-Series T1 29"
Manfred Stromberg
Dieser Tage rollt das erste E-MTB der US-Kultmarke Yeti in den Handel.

Weiteres Feature am Yeti-Hinterbau ist die Option, via Flip-Chip die Endprogression zu verstellen. Auch aus unserer Sicht ein wichtiges Verstellinstrument, da die Vorlieben in Sachen Charakteristik der Hinterradfederung individueller werden und stark von Fahrstil und Gewicht abhängen. In Sachen Rahmenmaterial setzt Yeti bei beiden verfügbaren Modellen auf sehr hochwertige Kohlefasern. Antrieb und Akku beziehen die Amis von Shimano, der beliebte EP8-Motor ist mit 630-Wh-Akku verbaut. Das ganze Paket lässt sich Yeti, traditionell im Hochpreissegment unterwegs, sehr gut bezahlen. Das "Einstiegsmodell" C1 kostet 10 990 Euro, das von uns getestete T1-Modell exorbitante 13 790 Euro. Leider spiegelt sich der hohe Preis nicht mal durchweg bei den Anbauteilen wider. Neben angemessenen edlen Fox-Factory-Federelementen oder einer Funk-Vario-Sattelstütze von Rock Shox setzt Yeti auf die zwar ausgezeichnet funktionierende aber wenig edle Shimano-XT-Schaltung und verbaut vergleichsweise günstige DT-Swiss-Alu-Laufräder.

EInzeltest Yeti 160E T-Series T1 29"
Manfred Stromberg
Prime Time! Mit dem neuen Yeti 160E wird jeder noch so schrofffe Trail beherrschbar. Ein Shuttle ist in Form des Shimano-Motors inklusive.

Bleibt also zu hoffen, dass die Fahreigenschaften so außergewöhnlich ausfallen wie der Preis. Die Berührungspunkte mit dem Motor wie Einschaltknopf, Fahrstufenregler oder Display sind Shimano-typisch: schmucklos, aber funktional und top verarbeitet. Auf den ersten Metern fällt dann schnell auf, dass das Yeti 160E ein prächtiges Dickschiff ist. Das ist nicht einmal auf das Gewicht von 23,4 Kilo bezogen, das für ein E-Bike mit 630-Wh- Akku in Ordnung geht. Vielmehr bezieht es sich auf das ungemein satte, geradezu geerdete Fahrgefühl. Man steht sicher und perfekt aufgehoben im Bike. Das steife und hochwertige Chassis, die modernausgewogene Geometrie sowie die 29"-Laufräder verleihen dem Yeti einen nahezu stoischen Geradeauslauf. Aber: In Kurvenlage weiß es ebenso zu überzeugen, etwa dank des tief platzierten Schwerpunkts sowie der "bissigen" Reifen. Und das Fahrwerk? Die fabelhafte Fox 38 führt einmal mehr bar jeder Kritik, und das Heck hält selbst für sehr harte Schläge ausreichend Reserven bereit. Wir bevorzugten dabei die Dämpferstellung in mittlerer Position mit 30 Prozent Progression. Wer es straffer mag, wählt die 35-Prozent-Einstellung, leichten Fahrerinnen und Fahrern sind 25 Prozent zu empfehlen. Der harmonische Shimano-Motor (via App individualisierbar) passt übrigens perfekt zum Charakter des 160E. Zumal das Kletterverhalten ohnehin dank des traktionsstarken Hecks und des steilen Sitzwinkels erstklassig ist.

Preis

13 790€/Fachhandel

Gewicht

23,4 kg

Rahmengröße

S, M, L, XL

Rahmenmaterial

Carbon

Motor

Shimano Steps EP8

Akku

Shimano, 630 Wh

Display

Shimano SC-EM800

Federweg

Gabel 170 mm, Rahmen 160 mm

Schaltung

1 x 12 Gänge, 34 : 10–51 Zähne, Shimano-XT-Schaltung, EM900-Kurbel

Bremsen

Sram Code RSC 220/200 mm

Federgabel

Fox 38 Factory Grip2

Federbein

Fox Float X Factory

Laufräder

DT Swiss EX 1700

Reifen (v/h)

Maxxis Assegai/Minion DHR2 3C MaxxTerra Exo+/DD 29 x 2,5"/2,4"

Vario-Stütze

Sram Reverb AXS (170 mm)

Yeti 160H Geo
MOUNTAINBIKE

Fazit von Werkstattleiter Jens Kraft: "Als Yeti-Fan feiere ich das E-Debüt der Kultmarke. Das abfahrtslastige 160E passt perfekt ins Portfolio der Amis. Bei dem Preis bleibt es aber beim Träumen."

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