Scott Lumen eRide
Scott zeigt sein erstes Light-E-MTB

Das erste Light-E-MTB der Schweizer basiert auf dem Spark und kommt mit TQ-Motor. Wir haben es bereits getestet.

Scott Lumen 910 SL Seitenansicht
Foto: Scott Sports / Michal Cerveny

Kurz und knapp: Scott Lumen eRide (Modelljahr 2023)

  • extrem leichtes Light-E-MTB unter 16 kg
  • TQ-Antrieb: 50 Nm Drehmoment, 360 Wh-Akku
  • Carbonrahmen mit 29 Zoll-Laufrädern
  • 130-mm-Fahrwerk
  • basiert auf dem Spark, Dämpfer im Rahmen integriert

Was folgt auf einen Funken (englisch Spark)? Klar: Licht. Oder auf Latein: Lumen. Und da haben wir den Namen des ersten Light-E-MTB von Scott, das in vielerlei Hinsicht auf dem erfolgreichen Race- und Trailfully Spark aufbaut.

Scott Lumen Modell Motor, Akku, Dropperpost
Scott Sports / Michal Cerveny
Alles drin? Das Lumen stellte die Scott-Entwickler vor einige Herausforderungen, was die Integration angeht.
Unsere Highlights

So übernimmt das Lumen Designsprache, die spektakuläre Integration des Dämpfers sowie viele Details des Spark. Was den Scott-Ingenieuren im Entwicklungsprozess einiges abverlangte: Um den im Sitzrohr stehenden Dämpfer, aber auch Motor, Akku, Verkabelung sowie eine möglichst lange Vario-Sattelstütze im Inneren zu integrieren, wurde das Volumen des Rahmens im Vergleich zum Spark um 17 Prozent "aufgeblasen". Was Federweg, Laufradgröße und Geometrie betrifft, folgt das Lumen seinen Wurzeln: Sportliche 130 mm Federweg stehen vorne wie hinten an, 29"-Laufräder sind in allen Rahmengrößen gesetzt. Die Geo fällt nicht zu lang (446 mm Reach in Größe M), aber zeitgemäß flach (65,5°-Lenkwinkel) aus, Letzterer lässt sich über Steuersatzschalen um 0,6° steiler oder flacher stellen. Bekannt aus dem Scott-Konzern ist die intuitiv bedienbare "Twinloc"-Fernsteuerung für das Fahrwerk: Dieses kann dabei offen und geschlossen (Lockout) gefahren werden, der mittlere Modus strafft den Federweg auf 90 mm am Heck und erhöht die Dämpfung der Federgabel. Dazu kommt der neue E-MTB-Wurf mit schicken Syncros-(Carbon-)Cockpits samt Tubeless-Werkzeugen im Lenkerende sowie Minitool in der hinteren Steckachse.

Scott Lumen mit TQ HPR-50-Antrieb

Herzstück des Lumen ist der noch junge TQ HPR50-Antrieb. Dieser leistet maximal 50 Nm Drehmoment und fällt extrem kompakt, dazu elegant und leicht aus. Dank seines überschaubaren Energiehungers stand er früh in der Gunst der Scott-Produktmanager und konnte kompro misslos ins Lumen integriert werden. Via App lassen sich Details wie Antriebscharakteristik, Fahrmodi oder die Display-Anzeigen individuell anpassen. Das Aggregat aus Bayern wird per fest verbautem 360-Wh-Akku gespeist. Optional kann ein "Range Extender" zusätzliche 160 Wh bereitstellen. Für den Zusatzakku entwickelte Scott einen speziellen Halter, der per "Slide"-Mechanismus flott angedockt wird. Reicht für die geplante Tour der Hauptakku aus, ist ebenfalls per Slider schnell ein herkömmlicher Flaschenhalter angebracht, sodass dann zwei Trinkflaschen dabei sind.

Scott Lumen: Neuer Gewichtsrekord?

Trotz aller Details ist das Lumen dank Einsatz hochwertiger Carbon-Fasern an allen Modellen äußerst leicht: Unser Testbike und Topmodell 900 SL brachte es in Größe M auf rekordverdächtige 15,8 Kilo – zu nicht minder sensationellen 15 999 Euro. Dafür gibt es Edelparts à la Fox-Factory-Fahrwerk, Syncros-Carbon-Laufräder, Sram XX1-AXS-Schaltung und Shimano-XTR-Bremse sowie einen "kostenlosen" Range Extender. Aber es geht auch preiswerter: Das günstigste der drei Lumen-Modelle kostet 6999 Euro und ist auch als frauenspezifische Contessa-Variante für ebenfalls 6999 Euro zu haben.

Scott Lumen: Erster Test

Lukas Hoffmann testet das Scott Lumen 2023
Scott Sports / Michal Cerveny
Gib ihm: Wir konnten das Scott Lumen 910 SL bereits ausgiebig testen.

Von der ersten Kurbelumdrehung an macht das Lumen Laune! MOUNTAINBIKE-Redakteur Lukas Hoffmann konnte das Topmodell ausgiebig auf den anspruchsvollen Toskana-Trails rund um Massa Marittima testen. Der TQ-Antrieb schiebt geradezu flüsterleise voran, er agiert äußerst harmonisch mit kaum spürbarem Zu- und Abschalten und unterstützt auch auf sehr steilen UphillTrails kraftvoll – sofern man die Kadenz relativ hoch hält. Im Downhill überrascht das Lumen: Es liegt satt und sicher auf dem Trail, lädt zu Sprüngen und Highspeed ein. Das famose Fahrwerk bietet mehr Reserven, als es die 130 mm Federweg vermuten lassen, die moderne Geometrie sorgt für Wendigkeit, gleichfalls für Souveränität. Kritik am Topmodell: Die supersteifen Carbon Monocoque-Laufräder wirken unkomfortabel, und die Schwalbe-Reifen mit "Superrace"- Karkasse bieten zu wenig Pannenschutz.

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