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Neu 2018: Focus Raven² - 14 kg leichtes E-Hardtail

Das ist wirklich mal eine Ansage: Ganze 14 kg soll das neue E-Hardtail Focus Raven² auf die Waage bringen – und sich dabei bei ausgeschaltetem Motor wie ein ganz normales Bike fahren. Klappt das? Wir sind das Raven² bereits gefahren. Hier gibt’s Infos und Fahreindrücke.

Bereits im vergangenen Jahr präsentierte Focus mit der Studie Project Y eine erste Version des neuen Raven². Für die Studie gab’s 2016 einen Eurobike Award. Jetzt steht das E-Hardtail aus Carbon als Serienmodell kurz vor der Markteinführung.

Fazua-Motor am neuen Focus Raven²

In Sachen Motor und Akku geht Focus beim Raven² ganz neue Wege. Den Antrieb liefern nicht bekannte Marken wie Bosch, Shimano oder Brose - sondern ein Münchner Start-Up-Unternehmen namens Fazua. Der Clou: Motor, Akku und Getriebe bestehen aus einer Einheit, die im Unterrohr versteckt ist. Per Knopfdruck können Motor und Akku entnommen werden.

Der Motor bietet drei Unterstützungsstufen (Rocket, River, Breeze), die durch unterschiedliche LED-Farben am Lenkerdisplay dargestellt werden. Zusätzlich gibt's eine Schiebehilfe. Das Display am Lenker fällt relativ schlicht aus. Neben den besagten farbigen LEDs für die Unterstützungsstufe wird der Akku-Ladestand angezeigt. Die Verantwortlichen bei Fazua arbeiten zudem an einer App, mit der sich in Zukunft zusätzliche Daten auf dem Samrtphone-Display anzeigen lassen.

Wie funktioniert der Fazua-Motor am Focus Raven²?

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Holger Schwarz
Der Fazua-Antrieb - bestehend aus Motor, Getriebe und Akku - ist ins Unterrohr des Raven² integriert.

Über zwei Drehmomentsensoren im Tretlager wird beim Fazua-Motor die Kraft gemessen, mit der der Fahrer in die Pedale tritt. Je stärker der Biker tritt, desto mehr Power liefert der Fazua-Motor hinzu. 400 Watt schießt der Motor maximal zu (bei 250 Watt Nennleistung), das maximale Drehmoment soll bei 60 Nm liegen. Seine optimale Leistung entfaltet der Fazua-Motor laut Hersteller bei 70 U/min.

3,2 Kilogramm soll der Motor/Akku/Getriebe-Strang wiegen. 1,4 kg entfallen davon auf den Akku, der eine Kapazität von 250 Wh hat. Eine Akkuladung dauert laut Fazua etwas mehr als 3 Stunden. Praktisch: Wird der Antrieb nicht benötigt, dann nimmt der Biker das Aggregat einfach aus dem Unterrohr und setzt stattdessen ein Abdeckblende, die optional erhältlich ist, auf das offene Rohr. Das 14 Kilogramm leichte Raven² wird dadurch zu einem knapp 11 Kilogramm leichten Hardtail.

Natürliches Fahrgefühl beim Focus Raven²

Fährt der Biker mit Motor und überschreitet er die 25 km/h-Grenze, dann entkoppelt die Fazua-Antriebseinheit vom unterhalb liegenden Tretlager. Vorteil: Der Fahrer muss nicht wie bei anderen Motoren gegen einen Widerstand treten, sondern hat oberhalb der 25 km/h-Grenze ein Fahrgefühl wie bei einem Hardtail ohne Motor. Das gleiche gilt bei ausgeschaltetem Motor. „Wir wollten beim Raven² ganz bewusst ein natürliches Bike-Feeling schaffen“, gab Focus Projektmanager Alexander Glink bei der Präsentation des neuen E-Hardtails zu verstehen.

Bis das Bike serienreif war, hatten die Ingenieure allerdings einiges zu tun. Vor allem die Antriebseinheit stellte die Focus-Crew vor große Aufgaben. Das Unterrohr des Carbonrahmens mit dem entnehmbaren Motor-Akku-Block musste in Sachen Wandstärke und Faserzusammensetzung mehrmals überarbeitet werden. Herausgekommen ist ein E-Hardtail mit 100 mm Federweg an der Front und 29“-Laufrädern. Bei der Geometrie orientierte sich die Focus-Crew am aktuellen Raven. Das Raven² soll lediglich 17 Millimeter länger sein als sein Pendant ohne Motor.

Das Focus Raven² wird laut Focus Ende 2017 in den Läden stehen. Zwei Versionen wird es geben: Das Raven² für 5000 Euro und das Raven² Pro für 6000 Euro.

Die beiden Modelle im Überblick:

Focus Raven² Pro:

Focus Raven² Pro: Ausstattung (laut Hersteller)

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Focus
Focus Raven² Pro

Motor FAZUA evation, 60 Nm, 250 W
Akku FAZUA evation, 250 Wh, removeable
Federgabel Fox 32 Float SC Performance, remote, 110x15 mm QR, 100 mm travel
Bremsen Shimano XT M8000 180 mm / 160 mm
Schaltung Shimano XT 1x11, 11-46Z
Laufräder DT Swiss M1650, 622x25, Shimano Deore, 148x12 mm / 110x15 mm
Reifen Continental RACE KING 2.2 SL Folding
Gewicht 14 kg
Preis 5.999 Euro

Focus Raven²:

Focus Raven²: Ausstattung (laut Hersteller)

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Focus
Focus Raven²

Motor FAZUA evation, 60 Nm, 250 W
Akku FAZUA evation, 250 Wh, removeable
Federgabel Fox 32 Rhythm, remote, 110x15 mm QR, 100 mm travel
Bremsen Shimano Deore M6000, 180 mm / 160 mm
Schaltung Shimano SLX 1x11, 11-46Z
Laufräder Rodi Ready 27, 662-27, Shimano Deore, 148x12 mm / 110x15 mm
Reifen Continental RACE KING 2.2 SL
Gewicht 15,5 kg
Preis 4.999 Euro

Focus Raven²: Erste Fahreindrücke

MB Focus Raven² Fahrbild Holger Schwarz
Christoph Laue
Focus Raven² Fahrbild

ElektroBIKE-Redakteur Holger Schwarz konnte das neue Focus Raven² auf den Trails am Gardasee bereits testen. Die wichtigste Frage dabei: Wie fährt sich der Fazua-Motor? Unser Kollege war dabei angenehm überrascht über die harmonische Unterstützung des Motors im Vergleich zur Konkurrenz.

Der Fazua-Antrieb schaltet sich dezent zu - und oberhalb von 25 km/h auch wieder ab. Überschreitet man die 25 km/h-Grenze, dann hat man durch die Entkopplung des Motors vom Tretlager auch nicht das Gefühl, gegen einen Widerstand zu treten. Dasselbe gilt übrigens auch bei ausgeschaltetem Motor. Hier fährt sich das Bike wie ein Hardtail ohne E-Antrieb.

Die Power, die der Motor liefert, kann allerdings nicht mit der eines Shimano Steps E-8000 oder Bosch Performance Line CX verglichen werden. Hier bietet der Fazua-Motor gefühlt deutlich weniger Power. Auch liegen die drei Unterstützungsmodi recht eng beieinander, eine klare Abstufung war oft nur schwer zu erkennen.

Und wie sieht’s in Sachen Geometrie beim Focus Raven² aus? „Obwohl das Bike aus der Race-Ecke kommt, ist die Sitzposition nicht übermäßig gestreckt, eher komfortabel“, so Schwarz. Trotz seiner großen 29“-Laufräder zirkelte das Bike auch auf verwinkelten Trails gut „ums Eck“.

Wurde es zu verblockt - was am Gardasee öfters der Fall ist – kam das 100-mm-Hardtail allerdings schnell an seine Grenzen. Außerdem wünschte sich unser Kollege bei häufigen Uphill-Downhill-Wechseln eine Vario-Sattelstütze, die zwar nicht serienmäßig ist - aber nachgerüstet werden. „Auch die kleine 160-mm-Bremsscheibe am Hinterrad könnte ein bisschen größer sein, vor allem bei langen Abfahrten“, so unser Kollege.

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