Damien Rosso
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Spaßiges E-MTB aus Taiwan Giant Trance X Advanced E+

Voll-Carbon-Rahmen, elektronisches Fahrwerk, neuer Motor – das neue E-All-Mountain ruft zur Trailparty.

Kurz & knapp: Giant Trance X Advanced E+

  • E-Allmountain mit 150/140mm Federweg
  • leichterer Motor mit 85 Nm Drehmoment
  • sehr lange und flache 29er-Geometrie
  • Topmodelle mit elektronischem Fahrwerk
  • Preise ab 6199 Euro

Nach dem massigen Superenduro Reign E+ (siehe Ausgabe 12/21) bringt Giant auch das 29"-All-Mountain Trance E+ komplett neu. Schmankerl der zunächst vorgestellten "Advanced"-Variante mit Voll-Carbon-Rahmen ist das bei den Topmodellen integrierte elektronische Fox-Live-Valve-Fahrwerk. Die Taiwanesen haben die Steuereinheit des Fox-Systems maßgeschneidert ins Oberrohr eingelassen und mit einem E-MTB-spezifischen Setup versehen. Die Stromversorgung von Live Valve übernimmt – logo – der Akku des Motors. Apropos: Wie am Reign E+ hat der von Yamaha gebaute Giant-Motor ein Update erfahren, er generiert nun 85 statt 80 Nm Drehmoment, ist leichter, schlanker und leiser geworden. Der Akku liefert 625 Wh und kann per andockbarer Zusatzbatterie um 250 Wh erweitert werden. Auf ein Display verzichtet Giant, Akkustand und Fahrmodi zeigen LEDs im Oberrohr an. Typisch für Giants aktuelle E-Flotte fällt die Geo flach und lang aus. Die Front steht je nach Einstellung des Flip-Chips bei 65,8° oder 66,5°, der Reach ist üppig (um 485 mm in Größe L) und die Heckpartie sehr gestreckt (473er-Kettenstreben!). Dennoch zeigte sich das Trance E+ in unserem ersten Test erstaunlich agil: "In der flachen Einstellung liegt das Trance satt auf dem Trail, aber ohne panzerhaft daherzukommen. Dem Tourer wird die hohe Einstellung gefallen. Das Fox-Live-Valve-Fahrwerk arbeitet", so unser Tester Dennis Stratmann. Drei Modelle Trance X Advanced E+ bietet Giant an (Alu-Varianten dürften noch folgen). Los geht es bei 6199 Euro für das E+ 2 – mit Fox-Performance-Fahrwerk, aber ohne Live Valve. Letzteres gibt es dann ab dem E+ 1 (7199 Euro) und natürlich im Topmodell E+ 0.

Das verzückt für 8299 Euro zudem mit edlen Fox-Factory-Parts, hauseigenen Carbon-Laufrädern sowie Shimano-XT-Schaltung.

E-All-Mountain mit LiveValve im Check: Das neue Giant Trance X E+

Damien Rosso
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Das Trance X Advanced E+0 im ersten Check: Unser Testfahrer Dennis Stratmann berichtet

Damien Rosso

Bei bestem Wetter, zwischen Kaviar und Cremant durften wir das brandneue Giant Trance x E+ ausgiebig testen. Um genau zu sagen, zog es uns an die französische Riviera. Ein Trail Paradies in dem Fahrer wie Voullioz, Barel und Bruni das Fahrrad fahren gelernt haben. Wenns hier nicht klappt, dann kann man es getrost aufs Bike schieben, denn an den Trails lag es nicht.

Giant präsentiert sein Top Model in typischem Blau. Die Optik ist erhaben – das giant-typische Hängebauchschwein ist Geschichte. Die Linienführung des Carbonrahmen lässt selbt mich als diplomierten Industrie Designer dahin schmelzen und auch die Alu Pendants sind sehr gelungen. Im Test hatten wir das Carbon Top Model Trance X Advanced e+0, was für 8499 zum Kunden rollt. Blickt man auf die sehr hochwertige Austattung, ist dieser Preis mehr als fair.

Aber was kann das Teil auf dem Trail? Die 150mm an der Front und die 140mm MAESTRO Suspension am Heck werden durch das Fox Live Valve System verwaltet. Die Fox 36-Gabel harmoniert ideal zu dem gewählten Einsatzbereich und gibt der Front die nötige Steifigkeit und jedem Lenkmanöver sehr präzise zu folgen. Der Yamaha SyncDrive Pro Motor liefert 85Nm Drehmoment und wird von 2 verschiedenen Akkugrössen (im Alumodel sogar von 3) gespiesen. Unser Testbike, das Topmodell, steht auf Giant TRX Carbon Felgen. Hier wurde an fast nichts gespart, was sich positiv auf das Gewicht und damit auch auf das Handling auswirkt. Das Trance liegt satt auf dem Trail ohne panzerhaft daher zu kommen. Durch den Flipchip kann man im Handumdrehen die Fahreigenschaften spürbar verändern. Dem Tourenfahrer wird die hohe Einstellung gefallen. Wer es bergab zünftiger mag, wählt die niedrigere Einstellung. Das Fox Fahrwerk arbeitet sensationell gut und passt sich den Fahrsituationen intuitiv an. Selbes gilt übrigens für den Motor, sofern man das Bike im "Smart modus" bewegt. Dann nämlich wählt das System selbstständig die Unterstützung je nach Bedarf. Giants Ansatz "set it and forget it" scheint hier komplett aufzugehen. Ist das Bike einmal eingestellt, regeln die Sensoren in Motor und Suspension den Rest selber. Ein echtes Sorglos Bike für alle die einfach nur fahren wollen. Im SmartModus spürt man allerdings ab und an wie der Motor die Stufen selbstständig wechselt. Manchmal passiert das etwas überraschend. Die finale Software des Motors soll aber auch diese Übergänge noch seichter gestalten. Fahrwerks Freaks und Kontrollgurus, können nach wie vor über die Apps (Giant und Fox), sowie die Einstellmöglichkeiten an Bike und Federung, wie gehabt an den Details herumspielen. Giant verzichtet auf Displays und hat lediglich einen unauffälligen formschlüssigen Trigger am Lenker befestigt. Akku und Unterstützungsanzeige sind auf dem Oberrohr und selbst bei krasser süd französischer Sonneneinstrahlung sehr gut zu lesen. Für die Night Ride Dudes unter Euch, lässt sich die Helligkeit herunterdimmen. Das Handling des Bikes ist absolut ausgewogen. Die Maschine ist stets kontrollierbar und nur der Fahrer setzt die Limits. Wenn es ganz rough wird, fehlt dem Hinterbau ein kleines bisschen Reserve, aber dafür hat Giant ja das Reign noch im Angebot.

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