eMTB Hardtails Test Stefan Eigner

E-MTB-Hardtails im Test

Alltagstaugliche E-Hardtails im Check E-Hardtails um 4000 Euro im Test

Bestens motorisiert, reichweitenstark, kreuzstabil und vergleichsweise bezahlbar: Wir haben Allround-E-Hardtails um 4000 Euro auf den Puls gefühlt.

🏆 Die Gewinner auf einen Blick

  • Den Testsieg holt sich das PH2 von Freddz, dank moderner und gelungener Geo sowie einem harmonischen Motor. Auch das Gewicht ist top.
  • Das Canyon Grand Canyon:ON 9 sichert sich den Kauftipp mit seinem schicken Alu-Rahmen, dem dynamischen Motor und der modernen Geo.
  • Zweiter Kauftipp im Test ist das Radon Jealous Hybrid 10.0 625. Der starke Motor, das hochwertige Display und die gelungene Austattung für einen fairen Preis haben überzeugt.

E-Hardtail/Link zum Testbericht Preis Gewicht Testurteil
Feddz PH2 3799 € 21,9 kg Sehr gut
Canyon Grand Canyon:ON 9 3899 € 22,7 kg Sehr gut
Radon Jealous Hybrid 10.0 625 3799 € 23,3 kg Sehr gut
Giant Fathom E+ Pro 2 3649 € 24,1 kg Gut
Stevens E-Juke 3599 24,0 kg Gut
Focus Jarifa² 6.9 4799 € 24,7 kg Gut

Das Hardtail: Für viele Bikerinnen und Biker schlug auf so einem Stollenrad zum ersten Mal das Herz für das schönste Hobby der Welt. Aufgrund des vergleichsweise geringen Anschaffungspreises dient(e) es vielen als Einstiegsdroge, ehe man später auf ein vollgefedertes Mountainbike umsteigt. Es gibt ja auch viele sehr gute Gründe für den MTB-Karrierestart via Hardtail. Das Setup ist simpel, zudem sind die Starrheckler leichter als Fullys sowie durch fehlende Hinterbaulager deutlich wartungs- und verschleißärmer.

eMTB Hardtails Test
Stefan Eigner
Reine Einstellungssache: Vor jeder Testrunde machen wir ein penibles Setup des Cockpits.

Auch der E-MTB-Boom begann mit hartem Heck. Inzwischen werden zwar deutlich mehr E-Fullys verkauft, E-Hardtails haben aber noch immer ihre Fangemeinde. Dabei müssen sie heute sogar noch mehr sein als "nur" Freudenspender für leichte Trail-Einsätze und Genusstouren. Für viele sollen sie auch im Alltag zum Pendeln, Einkaufen oder generell als Pkw-Ersatz taugen. Dazu bedarf es Anschraubpunkte für Seitenständer, Schutzblech, Gepäckträger oder Lichtanlage.

Um herauszufinden, welche E-Hardtails den Spagat zwischen Trail, Tour und Alltag schaffen, luden wir die Hersteller ein, uns ein Hardtail der gehobenen Mittelklasse um 4000 Euro zu schicken. Sechs Hersteller (von über 20 angefragten!) konnten uns fristgerecht ein Testrad zur Verfügung stellen. Mit dabei ist Canyon mit dem neuen Grand Canyon: ON für 3899 Euro. Noch recht unbekannt ist die Marke Feddz aus Biberach in Süddeutschland, die das PH2 für 3799 Euro ins Rennen schickt. Focus ist mit dem brandneuen Jarifa² für 4799 Euro mit dabei und liegt damit über dem eigentlichen Preislimit. Giants Neuauflage des wuchtigen Fathom E+ kostet 3649 Euro. Radon schickte uns ein Jealous Hybrid für 3799 Euro und Stevens das E-Juke für 3599 Euro.

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Stefan Eigner

Für Hardtails ist das nicht gerade günstig, zumal die Parts allesamt nicht besonders hochwertig sind. Dafür sind an allen Bikes im Test aktuelle Topmotoren verbaut. An noch einmal preiswerteren E-Bikes kommen hingegen meist Aggregate mit weniger Drehmoment zum Einsatz. Das reicht für viele Einsatzzwecke aus, speziell im bergigen Gelände wollen die wenigsten aber auf maximalen Vortriebsspaß verzichten.

Bosch ist wie so oft Motorlieferant Nummer eins. Focus, Radon und Stevens setzen auf den 85 Newtonmeter starken Performance-Line-CX-Motor. Während Radon und Stevens noch die 2021er Ausbaustufe mit 625-Wh-Akku verbauen, hat Focus bereits das neue Bosch-Smart-System an Bord, das mit Kiox-300-Display, neuem Bedienelement sowie 750-Wh-Akku und App-Anbindung das Beste der Schwaben vereint. Canyon und Feddz verbauen den vor allem in der E-MTB-Szene beliebten, leichten und harmonisch antreibenden Shimano-EP8-Motor mit 85 Nm Drehmoment, kombinieren diesen mit einem 630-Wh-Akku. Giant setzt wie üblich auf ein von Yamaha gebautes Aggregat. Am Fathom kommt aber nicht die neuste Version mit 85 Nm, sondern der Vorgänger mit 80 Nm zum Einsatz. Der Akku am Giant bietet 625 Wh.

Rollt schneller, rollt besser

An Hardtails hat sich 29 Zoll als Laufradgröße durchgesetzt. Der Grund ist Physik: Durch die höheren Kreiselkräfte halten 29"-Räder das Tempo besser als kleinere Wheels. Zudem ist das Überrollverhalten durch den flacheren Aufprallwinkel stark begünstigt, Hindernisse "schlucken" die Räder. Das bringt auch mehr Komfort – kein unwichtiger Faktor bei einem ungefederten Hinterteil. Denn auf dem Trail ist jeder Schlag, der am starren Heck der E-Boliden ankommt, gefühlt doppelt so stark spürbar wie bei einem Hardtail ohne Motor – das in der Regel über 10 Kilo leichter ist. Deswegen empfehlen wir E-Hardtails, auch wenn die Geometrien es zulassen, nicht für die härteste Gangart im Gelände, zu sehr leidet dann die Haltemuskulatur von Fahrerin oder Fahrer.

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Wirklich um keinen Spaß verlegen? Ja, denn mit kleineren Abstrichen kann man mit den meisten der E-Hardtails auch gut die Trails dieser Welt unter die Stollen nehmen.

Apropos Gewicht: Leicht sind die Testbikes mit ihren soliden Alu-Rahmen wahrlich nicht. Die beiden Shimano-Bikes liegen mit 21,9 Kilo (Feddz) und 22,7 Kilo (Canyon) noch im grünen Bereich, das Radon bringt aber schon 23,3 Kilo auf die Waage. Giant und Stevens wiegen rund 24 Kilo, das Focus ist mit 24,7 kg das schwerste Rad – hier macht sich der große Akku bemerkbar. Die hohe Masse kommt auch von den Anbauteilen. Unisono werden bei Schaltung, Kettenantrieb, Bremsen und (teils) Naben kreuzstabile Shimano-Parts verbaut, die aber meist nur auf Deore-Niveau oder darunter liegen – das sind wichtige, aber auch gewichtige Parts!

Bei den Federgabeln trennt sich wie so oft die Spreu vom Weizen. Während Canyon und Radon auf die für diese Klasse tolle Fox-34-Rhythm-Gabel setzen und Feddz eine feinfühlige Manitou-Forke verbaut, werkeln am Focus und Stevens preiswerte Rock-Shox-35-Gabeln in Luft- und Stahlfeder-Ausführung. Giant gerät mit der hakeligen SR Suntour XCR34 noch mehr ins Hintertreffen. Schade: Nur Canyon, Radon und Stevens verbauen Vario- Stützen, die Sicherheit und Komfort bieten. Und die Alltagstauglichkeit? Die ist bei fast allen Bikes gegeben. Nur Canyon verzichtet auf Anschraubpunkte für Gepäckträger und Schutzbleche. Eine Aufnahme für einen Seitenständer besitzen alle sechs Testbikes.

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Stefan Eigner
Wer sagt, dass nur Trails Spaß machen? Mit den sechs E-Hardtails in diesem Test lässt sich entspannt auf Schotterpisten und Radwegen pedalieren und dabei die Natur genießen. Starke Motoren und große Akkus sorgen dabei für die „E-Mobilität“.

Sehr gut: Alle Bikes bieten eine moderne Geometrie mit für Allround-Hardtails eher flachen Lenkwinkeln und relativ langen Reach-Werten (quasi die Reichweite im Stehen). Beides bringt viel Sicherheit bergab. Eine Spur zu weit geht Giant: Die sehr abfahrtslastige Geo passt nicht zur Gabel (s. o.) und auch nicht ideal zum Einsatzbereich. Am allerbesten fetzt das Feddz: Es glänzt mit spürbar geringem Gewicht, wertiger Gabel, guten Parts sowie dynamischem Shimano-Motor.

Diese sechs E-Hardtails haben wir getestet

Canyon Grand Canyon: ON 9
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E-MTB Hardtail Test
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E-MTB Hardtail Test
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Giant Fathom E+ Pro 2
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Hardtail-Test - Radon
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Hardtail-Test - Stevens
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Hingucker: E-Hardtails unter der Lupe

Für Preise um 4000 Euro darf man an einem E-Hardtail kein Innovationsfeuerwerk erwarten. Minderwertig sind die stabilen Aluminium-Rahmen aber allesamt nicht, zudem warten sie genau wie die Anbauteile durchaus mit interessanten Details auf. Eine Kostprobe:

E-MTB Hardtail Test
Chris Pauls
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Ergebnisse im Detail

Punkte und Benotung:

Unser Biketest baut auf einem von uns entwickelten 1000-Punkte-Schema auf, das alle wichtigen Fahreigenschaften und Kategorien umfasst. Knapp ein Viertel der Gesamtnote steuern Laborerhebungen wie Gewicht, Reichweite und Ausstattung bei. Hauptsächlich ergibt sich die Note aus den Fahreigenschaften auf dem Trail – wie dem Handling, der Vortriebseffizienz, der Bergab-Performance oder dem Fahrwerk. Achtung: Bei der Motorleistung handelt es sich um einen rein subjektiven Eindruck der Tester. Die Gewichtung der Kategorie passen wir an die Bike-Gattung an. Die E-Allrounder in diesem Test müssen zum Beispiel besonders ausgewogene Up- und Downhill-Fahreigenschaften aufweisen. Bei maximal 1000 Punkten ist das Bike mit den meisten Zählern logischerweise Testsieger.

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MOUNTAINBIKE

Das Spinnennetz

... zeigt, wo die Stärken und Schwächen des Bikes in Relation zum Testumfeld liegen. Je größer der Ausschlag in einer der acht Kategorien, desto prägender der jeweilige Charakterzug. Ein Allrounder weist rundum eine große Fläche, ein Spezialist eine verschobene Grafik auf.

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