Fahrbericht: Trek Powerfly LT 9 Plus
Das Trek Powerfly LT 9 Plus im Test (2019)

Trek spendiert dem Powerfly LT für 2019 einen integrierten Bosch-Akku mit patentierter Seitenentnahme. Hier erfährst du, was sich sonst noch geändert hat. Und wie es sich in der Praxis schlägt.

EM 1218 Fahrbericht Trek Powerfly LT 9 Plus Teaser
Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Trek bietet das Powerfly LT jetzt mit Carbon- oder Alu- Rahmen an. Interessant: Es gibt sogar zwei Versionen des Long-Travel-E-Bikes, die exakt gleich viel – 5699 Euro – kosten. Am Carbon-Powerfly LT 9.7 Plus fallen dann jedoch die Parts weniger wertig aus. Zum Beispiel ist nur die solide Rock-Shox-Yari-Gabel verbaut, während im AluModell LT 9 die famose Fox-36-Federgabel steckt. Laut Trek liegen beide Bikes über 23 Kilo. Wir haben unser Testbike LT 9 Plus sogar mit 24,2 Kilo in Größe 19,5" gewogen.

Unsere Highlights
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Benjamin Hahn Fotografie
Per Schloss wird der Powertube-Akku gelöst. Praktisch: Er lässt sich dann an einem integrierten Klapphebel tragen.

Trek verbaut nun den „Powertube“-Akku von Bosch, der seitlich entnommen wird. Elegant und funktional ist die Lösung. Die Idee dahinter: Bei völlig verschmutztem Unterrohr soll man den Akku seitlich, ohne den klebrigen Dreck von der Unterseite des Unterrohrs, entnehmen können. Gut hat uns auch der „Knock-Block“-Steuersatz gefallen, der verhindert, dass der Lenker, wenn das Rad kippt, übers Oberrohr schwenkt und dieses zerkratzt. Auch das brachiale Alu-Schutzschild um den Bosch-CX-Motor ist schick. Ohnehin merkt man dem Powerfly die vielen Evolutionsstufen an. Alles sitzt dort, wo es hingehört, jedes Spaltmaß zwischen den Bauteilen passt perfekt.

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Benjamin Hahn Fotografie

Und was bedeutet das in der Praxis? Das Trek fährt sich souverän, höchst laufruhig, ist auch im groben Gelände Herr der Lage. Aber ehrlich gesagt, hätten wir von der Neuauflage noch etwas mehr erwartet. Immer noch sind die Kettenstreben mit 477 mm sehr lang. Dadurch bringt es zwar bergauf mit enormer Traktion die brachiale Kraft des Bosch-Motors perfekt auf den Trail, es mangelt aber an Dreh- und Spielfreude. Störend ist zudem das sehr hohe Gewicht. Dafür performt das Fahrwerk mit 160 mm Federweg vorne und 150 mm hinten auf allerhöchstem Niveau. Während die neuen Shimano-Vierkolben-XT- Bremsen sicher zupacken, limitieren die Bontrager-Reifen den grenzenlosen Trail-Spaß. Die 2,8"-Schlappen sind zwar pannensicher und rollen zügig, doch durch den geringen Trocken-Grip und vor allem Nass-Grip lässt sich das hohe Gewicht des Trek schwer bändigen.

Fazit:

Das überarbeitete Trek überzeugt mit schicker Optik, feinen Detaillösungen, maximaler Traktion und höchster Laufruhe. Dazu kommt der bärenstarke, zuverlässige Bosch-Motor. Das hohe Gewicht und das lange Heck kosten Drehfreude, die Reifen haben wenig Grip.

Kurz und Knapp: Schöne Detaillösungen, Traktionsstarker Kletterer, Exzellentes Fahrwerk, Sehr Schwer und wenig agil

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12 / 2022

Erscheinungsdatum 06.12.2022

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