Das neue Cannondale Moterra 1 im Test

Einzeltest: Cannondale Moterra Neo 1

Foto: Dennis Stratmann
Mit dem neuen Modell verschwindet der Akku des Moterra im Unterrohr. Das Bike bleibt aber so verspielt und kletterfreudig wie eh und je.

Große Veränderung, kleine Wirkung auf die Fahreigenschaften: Während die Akkuintegration des Bosch-Motors am neuen Moterra Neo sofort auffällt, behält das E-MTB der Kultmarke auf dem Trail seine spielfreudige Identität bei. Kurzes Heck (für ein E-MTB mit Bosch-Motor), kompakter Hauptrahmen, gefühlt tiefer Schwerpunkt – ideale Voraussetzungen für den flotten Kurvenritt. Tatsächlich reagiert das Bike sehr direkt auf Lenkimpulse, legt sich verspielt in die Schräge und flitzt durch die Kehren. Purer Fahrspaß im Gelände eben. Apropos: Um weiterhin mit der kompakten Geometrie des Vorgängers arbeiten zu können, haben die US-Amerikaner die innovativen Ideen des Ur-Moterras weiter verfolgt. So macht etwa die leicht gedrehte Position des Bosch-CX-Motors die kurze Kettenstrebe und die tiefer liegende Position des 500-Wh-Akkus möglich.

Foto: Dennis Stratmann

Es werde Licht: Die Supernova M99 leuchtet Trail und Straße mit 500 Lumen aus und hat eine StVZO-Zulassung.

Wie der Vorgänger zählt auch das Moterra Neo zu den schweren E-MTBs auf dem Markt. 25,1 kg sind für einen motorunterstützten Aluminiumboliden auch in Größe XL noch ein ordentliches Pfund. Trotzdem überzeugt das Moterra Neo als flottes Trail- und Tourenfully mit sportlicher Sitzposition und ausbalanciert über dem Tretlager platziertem Fahrer. Auf der nicht zu hohen Front liegt stets angenehmer Druck, sodass das Vorderrad bei Kletterpartien stets sicher am Boden bleibt. Dementsprechend schnittig und zielstrebig kraxelt das Moterra auch technisch anspruchsvolle Anstiege hinauf. Das Fahrwerk mit 140 mm Hub an der Gabel und 130 mm Federweg am Heck arbeitet dabei schön antriebsneutral.

Foto: Dennis Stratmann

Nicht selbstverständlich an E-MTBs: In den Moterra-Rahmen passt ein Flaschenhalter inkl. großer Flasche.

Bergab geben sich die Rock-Shox- Federelemente eher straff. Auch der vergleichsweise steile Lenkwinkel sorgt für Agilität, jedoch weniger für Laufruhe. Wer es in ruppigem Gelände stehen lässt, erntet deshalb relativ direktes Feedback. Mit aktiv-verspielter Fahrweise gekonnt durch das Gelände manövriert, bietet das Moterra aber enorm viel Fahrspaß.

Kurz und Knapp:

- Verspieltes, spritziges Handling
- Gute Ausstattung
- Sportliche Sitzposition
- Hohes Gewicht

Foto: Dennis Stratmann

Die leicht angewinkelte Position des Bosch-Motors gibt Spielraum für die Akkuposition, erlaubt kürzere Kettenstreben.

Fazit:

„Die Optik täuscht, das Moterra Neo ist eher ein Upgrade als volle Neuentwicklung. Das muss es aber auch nicht sein, weil das Bike wie gehabt mit tollen Pedaliereigenschaften und verspieltem Handling glänzt. Straffes Fahrwerk und steile Front sind keine Garanten für Laufruhe. Spaß macht das Bike trotzdem.“ Benjamin Büchner, Redakteur

Bewertung: Sehr gut (212 Punkte)


Infocenter Cannondale Moterra Neo 1
Preis, Vertriebsweg5799 Euro, Fachhandel
Gewicht ohne Pedale25,1 kg
Rahmenhöhe/-materialS, M, L, XL/Aluminium
MotorBosch Performance Line CX
Akku500 Wh Li-Ion (36 V/13,4 Ah)
Federgabel/FederwegRock Shox Pike RC/140 mm
Federbein/FederwegRock Shox Deluxe RT/130 mm
Gänge u. Übersetzung1 x 12: 15 Zähne vorne, 11–50 Zähne hinten
Schaltwerk/-hebelSram GX Eagle/Sram GX Eagle
Bremsen v. /h.Sram Guide RE 200/180 mm
SattelstützeCannondale Down Low (Vario, 150 mm)
Vorbau/LenkerCannondale 60 mm/Cannondale 780 mm
Naben/FelgenFormula DC 51131/WTB Kom Tough i29
ReifenMaxxis Minion DHF Exo TR 2,6"


26.11.2018
Autor: Benjamin Büchner
© E-MOUNTAINBIKE
Ausgabe 2019/2019