Das Giant Trance E+ 1 Pro im Test

Fahrbericht: Giant Trance E+ 1 Pro (2019)

Foto: Giant
Giant stellt seine Fully-Flotte neu auf und ändert auch die Bezeichnungen. Dem Yamaha/Giant- Motor verpasst Giant ebenfalls ein Update. Wir haben das 140-mm-All-Mountain Trance E+ getestet.

Giant stellt dieses Jahr zwei neue E-MTB-Plattformen vor und lehnt die Namensgebung jetzt an die Non-E- Modelle an. Trance nennt sich die All-Mountain-Serie mit 150 mm Federweg vorne und 140 mm hinten. Die zweite Baureihe heißt Stance, sie bietet 130 mm vorne und 120 mm hinten. Doch nicht nur im Federweg unterscheiden sich die beiden, sondern auch bei der Motorisierung. So kommen alle Trance-E-Bikes mit dem SyncDrive-Pro- Motor, die Stance-Modelle mit dem SyncDrive-Sport- Motor. Beide stammen von Yamaha, der SyncDrive Pro im Trance ist aber leichter, unterstützt bis zu einer höheren Drehzahl und ist zudem feiner gerastert. Beide bieten neu eine App-Steuerung, die unter anderem ermöglicht, die fünf Unterstützungs-Modi individuell einzustellen. Dafür verzichtet Giant auf ein Display und bietet im Bedienteil lediglich LEDs, die den Grad der Unterstützung sowie den groben Akku-Zustand anzeigen.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Der Akku wird am neuen Giant Trance E nach unten entnommen. Der Akku fällt jedoch vergleichsweise schwer aus.

Also ab damit auf den Trail: Hier fallen sofort die gripstarken Maxxis-Reifen auf, die sich mit 2,6" Breite seriös im Untergrund verbeißen. Das Handling des knapp über 24 Kilo schweren Boliden ist durch das Gewicht aber etwas behäbig, auch generell ist die Geometrie mit langen Kettenstreben und flachem Lenkwinkel mehr auf Laufruhe denn auf Wendigkeit ausgelegt – trotz der sportlich- tiefen Front. In Sachen Ausstattung ist der E-Biker mit den Sram-Code-Stoppern und großen Rotoren bestens bestückt. Auch die restlichen Anbauteile mit solider Vario-Sattelstütze, breitem Lenker und Sram-GX-Eagle- Schaltung (1 x 12 Gänge) sind zeitgemäß. Giant-typisch ist die „Maestro“-Federung am Heck, die sich satt anfühlt, echte Nehmerqualitäten besitzt. Da kommt sogar die sonst so herausragende Fox-36-Gabel fast ins Hintertreffen.
Etwas zu klein empfanden wir die LED-Anzeige, deren Mini-Dioden während der Fahrt schwer zu erkennen sind. Die Haptik des Schalters ist hingegen top. Der Giant-Motor kam uns auf Anhieb etwas leiser vor als an den alten Modellen. Er zieht kräftig durch im unteren Drehzahlbereich, wodurch er am steilen Berg und für schwere Fahrer top ist.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Fazit:

Giant stellt sich im E-Segment neu auf. Das Trance E ist nun das Flaggschiff im Sortiment und kommt mit starkem Motor von Yamaha sowie integriertem Akku. Das Gewicht ist leider hoch, was sich auf die Fahrdynamik auswirkt. Top hingegen: das Fahrwerk. Sehr gut, 210 Punkte

Kurz und Knapp: Ausgezeichnetes Fahrwerk, Sehr gute Ausstattung, Starker Motor, Hohes Gewicht


Giant Trance E+ 1 Pro
Preis, Vertriebsweg4999 Euro, Fachhandel
Gewicht ohne Pedale24,1 kg
Rahmenhöhe/-materialS, M, L, XL/Aluminium
MotorGiant SyncDrive Pro (Yamaha)
Akku496 Wh Li-Ion (36 V/13,8 Ah)
Federgabel/FederwegFox 36 Float Performance/150 mm
Federbein/FederwegFox Float DPS Performance/140 mm
Gänge u. Übersetzung1 x 11: 36 Zähne vorne, 11–50 Zähne hinten
Schaltwerk/-hebelSram GX Eagle/Sram GX Eagle
Bremsen v. /h.Sram Code R 200 mm/200 mm
SattelstützeGiant Contact Switch (Vario, 150 mm)
Vorbau/LenkerGiant 50 mm/Giant 800 mm
Naben/FelgenGiant (Formula)/Giant AM Disc
ReifenMaxxis Minion DHF/Rekon+ 2,6"


19.10.2018
Autor: Lukas Hoffmann
© E-MOUNTAINBIKE
Ausgabe 2018/2018