5 E-Hardtails im Test (2018)

Test: Fünf E-Hardtails (2018)

Video: MOUNTAINBIKE
Bikes für alle! Wir haben Tourenfullys, Hardtails, Enduros und Frauenfullys in Labor und Praxis geprüft – in 27,5", 27,5+ und 29", mit und ohne Motor. Und vor allem: mit dem jeweils bestmöglichen Preis-Leistungs-Verhältnis.
Zu den getesteten Produkten
  • E-Hardtails sind Mountainbikes, die hinten ungefedert sind und vorne über eine Federgabel Komfort bieten.
  • An einem E-Hardtail darf es gerne etwas mehr Federweg sein. 120 mm Hub an der Gabel sind ideal, um abseits der Straße Spaß zu haben.
  • In diesem Test finden sich Bikes mit großen 29"-Rädern/Reifen, mit agilen 27,5" und im breiten 27,5-Plus-Format. Letzteres passt am besten zu diesen Bikes, weil die 2,8"-Breitreifen einen Teil der fehlenden Hinterradfederung kompensieren.
  • In Sachen Parts ist um 2500 Euro nicht viel zu erwarten. Womit sich diese Bikes eher für den Alltagsgebrauch eignen als für grenzenlosen Trail-Spaß.

Das Testfeld im Überblick

Hersteller und Modell / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Haro Subvert i/O 5 (2018) 2899 Euro Sehr gut (Testsieger)
Conway eMR 329 (2018) 2400 Euro Gut
Flyer Uproc 1 2.10 (2018) 2799 Euro Gut
Haibike Sduro HardNine 4.0 (2018) 2599 Euro Gut
Liv Vall-E+ 2 LTD (2018) 2499 Euro Gut

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Mega-Test 2018: Die wichtigsten Bikes im Video:

Video: MOUNTAINBIKE

E-Hardtails erfreuen sich im Fachhandel großer Beliebtheit. Doch sind es nicht ausschließlich Harcdcore-Mountainbiker, die sich für die E-Hardtails interessieren. Oft sind es Alltagsradler, die ein E-Bike suchen und den Komfort der dickeren Reifen sowie die sportliche Sitzposition ansprechend finden. Viele eingefleischte Biker behaupten, dass bei E-MTBs nur Fullys wirklich sinnvoll sind.

Das hohe Gewicht von über 20 kg würde auf Trails mit einem Hardtail für zu große Schläge ins Rückenmark des Bikers sorgen. Das stimmt ein Stück weit auch, doch zum einen sind Fullys sehr viel teurer, und zum anderen ist nicht jeder Biker stets auf der Suche nach den besten Trails. Vielen genügt es, über Schotterwege zu cruisen und auf Feld-, Wald- und Wiesenwegen das Erlebnis MTB zu genießen.

Foto: Dennis Stratmann MB Mega Bike Test: E-Hardtails

Klar darf es mal ein Trail-Abschnitt sein, aber gerne möchte man das Fahrrad auch in den Alltag integrieren können. Kleine Einkäufe erledigen, den Weg zur Arbeit per E-MTB bewältigen oder die Kids im Anhänger in die Kita ziehen – das ist nicht nur modern, sondern sorgt für ein gesünderes Leben und schont obendrein die Umwelt. Und dafür braucht man kein exklusives Fully. Zum Teil ist sogar dann wichtiger, dass man die Möglichkeit hat, Gepäckträger, Seitenständer und/oder Schutzbleche zu montieren.

Foto: Dennis Stratmann MB Mega Bike Test: E-Hardtails

E-Hardtails gefallen auch Alltagsradlern

In diesem Test haben wir Bikes getestet, die zu einem großen Teil auch genau für den Alltagsradler und Hobbybiker in Frage kommen. Wichtig natürlich, dass solche Bikes bezahlbar sind – damit jedermann oder -frau Lust darauf bekommt. Deswegen lag unsere Preisvorgabe bei rund 2500 Euro. Viele renommierte Bike-Hersteller wie Cannondale, Centurion oder Merida sagten dann auch ab, da sie in diesem Test keine guten Ergebnisse erwarteten.

Andere Hersteller führen in der Preisklasse erst gar keine E-Bikes. Umso interessanter ist es, wie die fünf Testkandidaten abschneiden, die sich letztendlich dem Vergleich stellten. Das preisgünstigste Rad im Test ist das Conway eMR 329, das für 2399 Euro bereits mit dem starken Bosch-Motor kommt. Etwas über das Ziel hinaus schießt Haro mit seinem Subvert i/O 5 für 2899 Euro. Liv schickt das neuen Lady-E-Bike Vall-E mit Yamaha-Motor, das sich gegen die Unisex-Bikes beweisen muss. Haibike und Flyer – zwei Pioniere im E-Bike-Segment – runden das Testfeld ab.

Foto: Dennis Stratmann MB Mega Bike Test: E-Hardtails

Klar lässt die Ausstattung in dieser Preisklasse viele Wünsche offen. So sind alle Bikes mit kaum geländetauglichen Bremsen und nur mit 180-mm- Scheiben ausgestattet. Wir empfehlen, beim Händler wenigstens vorne eine größere Scheibe nachzurüsten. Die Auswahl der Federgabeln ist ebenfalls nicht zufriedenstellend. Einige Gabeln kommen gar mit Stahlfeder, sind nicht über ein Luftventil auf das Fahrergewicht anpassbar. Immerhin genügen die Schaltungen meist höheren Ansprüchen.

Und mal zum Vergleich: Ein vergleichbar ausgestattetes Hardtail ohne Motor würde im Fachhandel nur rund 500 Euro kosten. Umso besser, dass alle Rahmen mit zeitgemäßer Geometrie gefallen, und die jeweils verbauten Motoren von Bosch, Shimano und Giant (Yamaha) sind durchwegs Spitzenklasse. Auch am Akku spart mit Conway nur ein Hersteller etwas ein.

Kurz und Knapp

E-Hardtails sind im Fachhandel sehr beliebt. Eingefleischte Mountainbiker vermissen jedoch den Fahrspaß, der ihnen ein Fully bringt. Wir haben fünf Bikes um 2500 Euro getestet. Diese machen durch schwache Parts nur teilweise auf dem Trail Spaß, sind aber für Pendler und Alltagsradler interessant.

Foto: Redaktion MB Mega Bike Test: E-Hardtails

Jedem MOUNTAINBIKE-Radtest liegt eine komplexe Punktematrix zugrunde. Um maximale Transparenz zu bieten, gibt es die Ergebnistabelle hier zum Nachlesen. Wie jedes Jahr haben wir diese auch 2018 auf die Entwicklungen der Saison angepasst. Es wird für die Hersteller schwerer, eine „überragende“ Bewertung zu bekommen. Im Umkehrschluss bedeutet „gut“, dass das Bike wirklich gut und kein Reinfall ist. Die Unterschiede zwischen einem „sehr guten“ Bike mit 220 Punkten und einem „sehr guten“ mit 200 Punkten sind ebenfalls deutlich bemerkbar. Modelle im unteren sehr guten Bereich sind oft nicht so ausgewogen.

Ganz wichtig: Die Gewichtung, wenn etwa für Downhill 20 oder aber 30 Punkte verteilt werden, passen wir auf das Testfeld an. Nur so lassen sich Räder innerhalb der unterschiedlichen Kategorien bewerten und vergleichen. Bei den Enduros haben wir etwa Aspekte wie Handling und Downhill höher gewichtet als bei den Hardtails. Auch die Bewertung der Parts haben wir angepasst: So ist eine Rock-Shox-Reba-Gabel an einem 2500-Euro-Tourenfully Mittelmaß, an einem 1000- Euro-Hardtail aber durchaus sehr gut. In allen Kategorien resultieren rund die Hälfte der Punkte aus Laborergebnissen und der Analyse der Techniker. Die anderen Punkte berechnen sich aus den nicht abgebildeten Noten der Testfahrer aus dem Praxistest.

Foto: Redaktion MB Mega Bike Test: E-Hardtails

MB-Testredakteur Chris Pauls:

„Für den Alltag sind diese Bikes ideal, und obendrein sind sie preislich interessant. Was gibt es denn Schöneres, als nicht mehr aufs Auto angewiesen zu sein.“

06.05.2018
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 05/2018