E-Mountainbike im Test

Testbericht: Rotwild R.G+ FS Ultra 36

Foto: Detlef Göckeritz E-MTB Duell Rotwild R.G+ FS Ultra 36 vs Specialized Turbo Kenevo Expert

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Schnell, gefräßig, spurtreu! Das R.G+ FS Ultra 36 ist mit den Genen eines Downhillers gesegnet, der unfassbar satt auf dem Trail liegt. Auch Motor, Gewicht und Parts überzeugen.
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Ein mächtiges Geschoss hat uns Rotwild für unseren E-Freerider-Test geschickt! Das zeigen schon die Zahlen: langer 1278-mm-Radstand, ausladende 465-mm-Kettenstrebe, sehr acher 64°-Lenkwinkel und gar üppige 200 mm Federweg am Heck. Man merkt: Das Ultra 36 ist ein Abkömmling des E-Downhillers Ultra 40. Rotwild hat im Prinzip nur die Doppelbrückengabel an der Front gegen eine Fox 36 mit 180 mm Hub getauscht. Dementsprechend fährt sich das Ultra 36 auch wie eine Art Touren-Downhiller. Der Fahrer steht tief im Bike, wird gnadenlos nach vorne in eine aggressive Position gezogen, aus der heraus das Rotwild mit Nachdruck in die Kurven gelegt werden will.

Foto: Detlef Göckeritz E-MTB Duell Rotwild R.G+ FS Ultra 36 vs Specialized Turbo Kenevo Expert

Im Carbon-Unterrohr versteckt sich die IPU (Integrated Carbon Power Unit) des R.G+ FS Ultra 36. Auf Deutsch: der Akku.

Heißt: Das Handling fordert mehr Kraft als das des Kenevo, dafür zieht das R.G+ aber unglaublich präzise über den Trail, verliert auch deshalb nie die Spur, weil die 2,4"-Conti-Pneus sich tief in den Boden fressen, super führen und viel Seitenhalt bieten. Perfekt, um mit Spaß auf dem Gas zu stehen und das Fahrwerk seinen Job machen zu lassen. Den erledigen Fox Float 36 und Fox-X2-Dämpfer extrem schluckfreudig – bei gewohnt sensiblem Ansprechverhalten und viel Gegendruck im mittleren Federwegsbereich. Bei all der Bergabbespaßung: Das Rotwild geizt keineswegs mit Kraxelfreude. Sobald Fahrer und Motor mit Kraft antreten, strafft der Kettenzug das Heck. Der Hinterbau wird dann ein bisschen zu hart, versenkt aber auch kein Körnchen Energie. So klettert der überraschend leichte E-Freerider aus Hessen zielstrebig jede Rampe hoch. Dabei verbrennt der Fahrer immer noch ordentlich Körner, weil Broses Antrieb seine Kraft an die Kurbelleistung anpasst, eher Mitläufer als Anschieber ist. Die Ausstattung ist top, dem Preis angemessen.

Technische Daten des Test: Rotwild R.G+ FS Ultra 36

Preis: 7999 Euro
Gesamtgewicht: 22,7 kg
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: M,L
Rahmenmaterial: Aluminium/Carbon
Motor: Brose Drive S – Air Cooler
Akku: 518 Wh Li-Ion (36 V)
Federgabel: Fox 36 Float Factory FIT4
Federweg getestet: 180 mm
Federbein: Fox Float X2 Performance
Federweg getestet: 200 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 36 Zähne vorne, 11–46 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Bremse: Shimano Saint 203/180 mm
Sattelstütze: Crankbrothers Highline (Vario, 160 mm)
Vorbau: Pro Tharsis Trail 45 mm
Lenker: Pro Tharsis 800 mm
Naben: DT Swiss FR1950
Felgen: DT Swiss FR1950
Reifen: Continental Kaiser Projekt 2,4"
Testurteil: Sehr gut

Geometrie

Einsatzbereich und Sitzposition

Fazit

Schnell, gefräßig, spurtreu! Das R.G+ FS Ultra 36 ist mit den Genen eines Downhillers gesegnet, der unfassbar satt auf dem Trail liegt. Auch Motor, Gewicht und Parts überzeugen.

15.02.2018
© E-MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018