E-Mountainbike im Test

Testbericht: Merida E-Big.Trail 900 E (Modelljahr 2017)

Foto: Benjamin Hahn Fotografie E-Mountainbike E-MTB Test Merida E-Big.Trail 900 E

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Merida setzt neue Maßstäbe, nicht nur was die Kettenstrebenlänge an E-MTBs betrifft. Auch das Ausstattungspaket ist durchdacht. Auf dem Trail ist das Ghost dennoch ein Nuance sicherer und damit schneller.
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Bewertung


Testurteil

Testurteil sehr gut
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Neben dem 5000 Euro teuren E-Big.Trail bietet Merida auch zwei günstigere Modelle für 3600 oder 3900 Euro an. Das Testmodell 800 E ist ausstattungstechnisch kaum zu toppen: Maxxis-Reifen auf DT-Swiss-Laufrädern, Pike-Gabel und 150-mm-Reverb-Variostütze von Rock Shox, große XT-Scheibenbremsen, elektronische Schaltung – und natürlich der neue E8000-Motor von Shimano.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie E-Mountainbike E-MTB Test Merida E-Big.Trail 900 E

Vorne setzt Merida auf eine 200-mm-Scheibe, hinten auf 180 mm. Die Ice-Tec-Alurippen bringen eine coole Optik.

Dazu ist der Rahmen mit vielen Details gespickt. Es gibt eine Flaschenhalteroption im Rahmendreieck, und Akku und Motor sind formschön integriert. Daneben wirkt das Ghost fast wie ein Mauerblümchen. In Sachen Ausstattung und Anmutung geht Merida also in Führung. Doch wie ist die Performance? Merida hat sich in Sachen Konstruktion richtig ins Zeug gelegt und extrem kurze Kettenstreben realisiert. 432 mm waren an einem Bike mit Mittelmotor bisher undenkbar. Zum Vergleich: Hardtails mit Bosch-Motor sind mindestens 30 mm länger. Dementsprechend fällt das Handling aus: Agil zischt das Bike über die Trails, lässt sich leicht aufs Hinterrad ziehen und vermittelt ein Fahrgefühl beinahe wie ein normales Plus-Hardtail.

So fährt sich das Merida E-Big.Trail 900 E

Die Sitzposition fällt – fast wie auf einem fahraktiven Endurobike – kurz aus. Der steile Sitzwinkel in Kombination mit dem 45- mm Vorbau sorgt für eine aufrechte, eher hohe Sitzhaltung. Fahrer, die eine klassische Position bevorzugen, sollten im Zweifelsfall eine Rahmennummer größer wählen. Im Stehen ist von dem leicht beengten Gefühl aber nichts mehr zu spüren, der Reach fällt ausreichend lang aus. Bergab sorgt zudem das moderne, breite Cockpit und die Enduro-Gabel für Kontrolle und Sicherheit. Die Maxxis-Reifen sind im trockenen den Schwalbe-Reifen am Ghost überlegen, bieten im Matsch aber zu wenig Profltiefe. Bergauf kann der Fahrer es dank des starken Motors entspannt angehen lassen, muss jedoch das Körpergewicht etwas nach vorne verlagern, damit die Front nicht steigt.

Technische Daten des Test: Merida E-Big.Trail 900 E

Preis: 4999 Euro
Gesamtgewicht: 20,1 kg
Federgabel (Gewicht): 2622 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Fahreigenschaften ohne Motorunterstützung: L
Rahmenmaterial: Aluminium
Motor: Shimano Steps E8000
Akku: 504 Wh Li-Ion (36 V/14 Ah)
Federgabel: Rock Shox Pike RCT3
Federweg getestet: 130 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 34 Zähne vorne, 11–46 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT Di2
Schalthebel: Shimano XT Di2
Bremse: Shimano XT IceTec
Bremsen-Disc vorne: 200 mm
Fahreigenschaften ohne Motorunterstützung: 180 mm
Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth (Vario, 150 mm)
Vorbau: Merida 45 mm
Lenker: Merida 760 mm
Naben: DT Swiss XM 1501
Felgen: DT Swiss Spline One 40 mm
Reifen: Maxxis Rekon+ 27,5"+ x 2,8"
Testurteil: sehr gut

Geometrie

Einsatzbereich und Sitzposition

Fazit

Merida setzt neue Maßstäbe, nicht nur was die Kettenstrebenlänge an E-MTBs betrifft. Auch das Ausstattungspaket ist durchdacht. Auf dem Trail ist das Ghost dennoch ein Nuance sicherer und damit schneller.

22.01.2018
Autor: Chris Pauls
© E-MOUNTAINBIKE