Mountainbiken in Flims – Infos, MTB-Tourentipps, GPS-Daten

Alle Infos zum MTB-Spot Flims

MountainBIKE Flims Caro und Anita Gehrig auf dem Hometrail
Foto: Phillipp Ruggli
Weltnaturerbe, Grand Canyon sowie funkelnde Bergseen – und mittendurch schlängelt sich einer der längsten Flow-Trails Europas nach Flims.

Sportlich. Jung. Inspirierend. Motivierend. So beschreibt sich Flims selbst. Die Region am Crap Sogn Gion hat wirklich was.

Im Winter trifft sich sich die Snowboarder-Elite im Snowpark mit der weltgrößten Halfpipe, im Sommer verwandeln sich Tal und umliegende Berge zum Hotspot der Mountainbike-Szene. Der mehrfache Cross-Country-Weltmeister Nino Schurter dreht hier rund um Flims regelmäßig seine Trainingsrunden, Freerider René Wildhaber hat als Seriensieger beim Trailfox Renngeschichte geschrieben.

Auch die besten Schweizer Enduro-Pilotinnen, Anita und Caro Gehrig, legen auf ihren Hometrails die Basis für ihre Erfolge. Früher waren die Downhill- und Enduro-Twins Pferdenärrinnen. Doch seit sie 2008 nach Flims umgezogen sind, gibt es für die schnellen Schwestern nur noch eines: Biken.

„Hier finden wir alles, was wir brauchen“, strahlt Caro. „Uphill-Touren für die Kondition, jede Menge Downhill-Strecken, um an der Technik zu feilen – und eine große Bike-Community, um sich auszutauschen.“ Wer mag, kann es hier bergab richtig krachen lassen. Zum nächsten Run bringen die Bergbahnen Bike und Biker ruckzuck wieder nach oben an den Start.

Ein Highlight ist der legendäre „Trek Runcatrail“ – nicht nur für Cracks. Der seit Jahren immer wieder neu ausgebaute und verbesserte Trail bietet Steilkurven, Speed-Passagen und Northshore-Elemente mit Jumps und Hindernissen. Sind sie zu hoch, nimmt man einfach einen der leichten „Chicken-Ways“. Die Strecke hat alles, um sich von Abfahrt zu Abfahrt zu steigern.

Etwas Wadenschmalz und Oberschenkel-Power ist allerdings trotz der zwei Sessellifte zum Start nach Naraus nötig. Denn der Runcatrail ist einer der längsten Flow-Country-Trails Europas. Die sechs Kilometer mit 750 Meter Höhenunterschied lassen Puls und Adrenalinspiegel ordentlich nach oben schnellen.

Doch auch Tourenfahrer, Familien und Genießer finden rund um Flims ihre Traum-Trails – und das schon früh im Jahr. „Wir sind hier von der Sonne verwöhnt. Südlage. Da kannst du schon im Mai in die Pedale treten“, grinst Bikeguide Marco Cavalli von der Bikeschule Emprova. Saisonschluss ist erst Mitte Oktober.

Wenn’s im Sommer mal richtig heiß ist, hat Caro Gehrig einen Tipp: die Seenrunde um den Cauma-, Cresta- und Laaxersee. Gelegenheiten für eine erfrischende Abkühlung in den türkis schimmernden Seen gibt’s auf oder nach der Tour genügend.

Eine Empfehlung für Höhenmetersammler hat Marcos Guide-Kollege Armin Beeli parat: die Vorab-Tour. Die gut 1800 Meter führen hinauf zum Rand des Vorab-Gletschers. Das Tal gleicht von hier oben einer Miniaturlandschaft, gespickt mit Naturschätzen. Die Tektonik-Arena Sardona wurde 2008 in die Liste des Unesco-Weltnaturerbes aufgenommen. Der Crash der Kontinentalplatten Afrikas und Europas hat über Jahrmillionen die Alpen aufgetürmt. Kaum anderswo sind die gefalteten und übereinander geschobenen Gesteinsschichten besser zu sehen als hier. Also Pflichtprogramm für Mountainbiker!

Unter dem Cassonsgrat gegenüber zeugen Monster-Findlinge von Europas größtem Bergsturz, der hier vor ungefähr 10 000 Jahren das Tal beben ließ. An dessen Grund wartet die nächste geologische Sensation: Ihrer schroffen Felsformationen wegen wurde die bis zu 300 Meter tiefe Rheinschlucht zum „Swiss-Grand-Canyon“ gekürt. „Natürlich gibt es auch an ihrem Rand Trails mit atemberaubenden Tiefblicken“, komplettiert Marco das Flimser Trail-Portfolio.

Ob für Naturfans, Marathonisti, Genusstourer, Familien oder Enduro-Piloten – Flims hat was!

01.01.2014
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 5/2015