MTB-Traum-Trails: Der Nine Knights Trail am Wildkogel – Infos, Karte, GPS-Daten

Traum-Trails: Der Nine Knights Trail am Wildkogel


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MountainBIKE 1115 Wildkogel Blick auf den Großvenediger
Foto: Heiko Mandl

 

MountainBIKE 1115 Wildkogel Blick auf das Salzachtal
Foto: Heiko Mandl

 

MountainBIKE 1115 Wildkogel Almkäserei
Foto: Heiko Mandl

 

MountainBIKE 1115 Wildkogel Obersulzbachtal
Foto: Heiko Mandl

 

MountainBIKE 1115 Wildkogel See bei Neukirchen
Foto: Heiko Mandl
Nur weil es ruhiger um einen Top Spot geworden ist, heißt das noch lange nicht, dass seine Trails plötzlich verschwunden wären. Bestes Beispiel Wildkogel: Der Nine Knights Trail rockt mehr denn je.

Tourist-Info: Urlaubsarena Wildkogel/Neukirchen/Bramberg, www.urlaubsarena-wildkogel.at, und www.salzburgerland.com

Anreise: von München mit dem Auto in zwei Stunden über die A 8 und die Inntalautobahn nach Kufstein. Dann über Kitzbühel und den Pass Thurn nach Neukirchen.

Bike-Infos: Nine Knights Trail: 1148 Hm, 6,5 km, mittelschwer, www.wildkogelbahnen.at

Bike-Saison: von Ende Juni bis Ende September

Einkehr: Schweini’s, Tel. 00 43/65 65/62 04, www.gasthof-neuhof.at

Übernachtung: Wildkogelhaus, www.wildkogelhaus.at

 

MountainBIKE 1115 Wildkogel Karte
Foto: MountainBIKE Der Nine Knights Trail am Wildkogel

Reportage: Biken auf dem Nine Knights Trail am Wildkogel

Über einen schmalen Bergrücken schlängelt sich der Trail Richtung Tal. Wir fahren die Anliegerkurven (Steilkurven) in vollem Tempo, sodass hinter uns die Wolken stauben. Wir nehmen den ersten Kicker (kleine Schanze) und sehen schon den Corner – sieht aus wie ein flach gequetschtes M – ein paar Meter unter uns.

Zugegeben, der „Nine Knights Trail“ am Wildkogel gehört nicht zu den technisch schwersten Abfahrten. Dafür führt er ausgesprochen flüssig den Berg hinunter – und macht einfach immer wieder Spaß!

In letzter Zeit ist es etwas ruhiger um den Wildkogel geworden. Was nicht heißt, dass die Trails dort verschwunden sind. Im Gegenteil. Sie sind so gut wie in Stein gemeißelt und gehören nach wie vor zu den Favoriten in meiner Heimat. Vor einigen Jahren noch traf sich die internationale Bike-Szene in dem kleinen Ort Neukirchen im Oberpinzgau, um über die Kicker am Wildkogel zu jetten. Veranstaltungen und Filmproduktionen machten aus dem Wildkogel einen der Hot Spots der Alpen und trugen den neuen großen Namen in die Welt hinaus.

„Nine Knights“ hieß das Event – eine gigantische Ritterburg aus Holz, mit Sprüngen und Drops, perfekt platziert unter dem Gipfel des Wildkogels. Die Stars der Szene kamen und zogen eine große Show ab. Drei Jahre später zogen sie 300 km weiter westlich nach Livigno. Übrig geblieben ist der Trail, der sich von der Bergstation der Wildkogelbahnen durch die Südflanke bis ins Tal hinabzieht.

Und natürlich das Panorama auf die Hohen Tauern. Es reicht vom Großvenediger im Westen bis zum Großglockner im Osten und umfasst die höchsten Berge der Salzburger Region. Ich muss gestehen: Jedes Mal, wenn ich von Zell am See das Salzachtal Richtung Oberpinzgau hinauffahre, fühle ich schon die Vorfreude in mir aufsteigen, dass ich dieses Panorama wieder einmal bewundern kann.

Unterwegs auf dem Nine Knights Trail

So auch heute wieder. Wir haben uns vorgenommen, dem „Nine Knights Trail“ mal wieder die Ehre zu erweisen. Nicht ein Mal, nicht zwei Mal, sondern bis die Sonne hinter dem Horizont verschwindet. Der Jahrhundertsommer hat uns bereits mehr Bike-Tage eingebracht als die letzten drei Sommer zusammen. Fast täglich sind wir auf unseren Hometrails rund um Salzburg gefahren, aber am Wochenende war meist ein Trip ins Gebirge angesagt. Saalbach, Leogang, Schladming und Konsorten haben wir dieses Jahr schon durch. Aber nun geht es in aller Herrgottsfrüh Richtung Neukirchen.

Wir waren schon länger nicht mehr am Wildkogel. Dabei gehört er zweifellos zu meinen Lieblingsspots. Warum es mich dorthin trotzdem so selten verschlägt? Vielleicht liegt es an der langen Anfahrt. Die viel befahrene Straße in den Oberpinzgau kann nervtötend sein. Nach 150 Kilometern und gut zwei Stunden Fahrt kommen wir an der Talstation der Wildkogelbahnen an, packen aus, ziehen uns in aller Ruhe um und checken die Bikes.

Der „Nine Knights Trail“ ist in zwei Sektionen unterteilt. Die erste führt von der Bergstation über knapp zweieinhalb Kilometer zur Mittelstation. Hier bekommt man anfangs einige Anlieger präsentiert, bis es über Kicker und Serpentinen zur Mittelstation geht. Der untere Teil ist fast vier Kilometer lang und zieht sich teilweise durch den Wald. Am Ende wartet die sogenannte „Servus Line“, eine Freeride-Strecke, die auch für Anfänger und Einsteiger geeignet ist und sich bis in den Ort Neukirchen hineinzieht.

Heisse Abfahrten

Wir sitzen in der Gondel, nachdem wir eine Tageskarte für günstige 26 Euro gelöst haben. Natürlich wollen wir den ersten Ride von ganz oben nehmen. Je weiter wir nach oben schweben, umso weitläufiger wird die Aussicht auf den Oberpinzgau. Jetzt können wir schon das ganze Salzachtal mit seinen ausgedehnten saftig grünen Wiesenflächen überblicken. Gegenüber ragen die Hohen Tauern empor. Mittendrin der Großvenediger, mit 3662 Metern nicht nur der höchste Berg im Salzburger Land, sondern auch eines der Wahrzeichen der Region.

Trotz der langen Hitzeperiode sind die Gipfel immer noch mit Schnee bedeckt, vom Gletscherschwund können wir auf diese Entfernung nichts ausmachen. Nichtsdestotrotz wartet die Region dringend auf Niederschläge. Auch wir könnten jetzt einen Schluck Wasser gebrauchen. Bisher haben sich unsere sportlichen Tätigkeiten zwar auf das Schieben unserer Bikes begrenzt, aber die Sonne brennt hier oben unbarmherzig auf unsere Helme nieder.

Nach einer kurzen Trinkpause im Gipfelrestaurant stürzen wir uns regelrecht in den Trail. Der Einstieg liegt gleich unterhalb der Gaststätte. Wir sind ganz alleine unterwegs, erst ab der Mittelstation treffen wir ein paar Biker, die nicht bis ganz nach oben gefahren sind. Der untere Teil des Trails wird etwas verwinkelter und technisch anspruchsvoller. Dafür spenden die Bäume wohltuenden Schatten. In schmalen Serpentinen geht es immer weiter bergab.

Unten angekommen, merken wir an unseren verschwitzten Trikots, dass wir auch sportlich etwas getan haben. Die Frage nach dem „Was nun?“ stellt sich nicht. Natürlich fahren wir noch einmal hoch und rocken den Wildkogel erneut. Zuerst jedoch fassen wir eine gehörige Portion Wasser. So vergeht der Tag auf dem Trail, in der Gondel und im Gipfelrestaurant wie im Nu.

Gipfelsturm zum Ausklang

Bei der letzten Auffahrt kommt Matthias eine Idee: „Wie wäre es, vom allerhöchsten Punkt statt von der Gipfelstation zu starten?“ Gesagt, getan! Die 300 Höhenmeter Auffahrt gehen ganz schön in die Beine, vor allem, weil es am späten Nachmittag selbst hier oben noch mächtig heiß ist. Aber auch, weil wir schon den ganzen Tag unterwegs sind. Der Uphill lohnt sich dennoch auf jeden Fall. Der Ausblick von hier oben ist noch um einiges schöner als von der Bergstation. Der Rundumblick reicht von den Kitzbühler Alpen im Norden über die Pinzgauer Grasberge im Osten bis hin zu den Hohen Tauern im Süden und den Ziller-taler Alpen im Westen.

Die Sonne neigt sich langsam gen Horizont, und auch für uns bricht der letzte Ride des Tages an. Wir stechen in den Gipfeltrail und cruisen bergab. Bei der Gipfelstation nehmen wir uns noch ein letztes Mal für heute den „Nine Knights Trail“ vor. Die Schatten werden immer länger, unten im Tal hat sich die Sonne längst verabschiedet. Die letzten Meter durch die Servus Line fahren wir bereits in der Dämmerung.

Als wir im Tal ankommen, ist für uns der Tag aber noch nicht zu Ende. Was wäre ein Trip in den Oberpinzgau ohne einen Besuch bei „Schweini’s“, der In-Bar in Neukirchen? So sitzen wir schließlich im Gastgarten in der lauen Abendluft und lassen unseren Wildkogel-Tag Revue passieren. Eines ist uns völlig klar: Wir kommen wieder. Bald!

 

MountainBIKE Porträt Heiko Mandl
Foto: Heiko Mandl „Die großen Zeiten am Wildkogel mögen zwar vorbei sein, aber die Trails sind in Stein gemeißelt und zählen zu meinen Favoriten.“ - Heiko Mandl

Der Autor: Heiko Mandl

Mit zwölf Jahren saß Heiko Mandl das erste Mal auf einem Mountainbike. Und seitdem hat ihn das Bike-Fieber – unterbrochen durch einige kleinere Pausen – nicht mehr losgelassen. Bis zum 18. Lebensjahr noch Leistungssportler im CC-Bereich, wechselte er immer öfter zu den vollgefederten Bikes und fährt heute am liebsten Enduro.

In seiner Heimat Salzburg beginnen viele Trails fast vor seiner Haustür. Nach seiner Journalistik-Ausbildung fand er immer mehr Gefallen an der Fotografie. So ist er seit zehn Jahren freiberuflich als Fotograf unterwegs und lichtet Biker, Kletterer und Skifahrer ab. In seiner Freizeit macht er das Gleiche wie in seiner Arbeit, nur ohne Kamera. Dafür mit seiner Freundin, seinen drei Kindern und seinem Hund Kimba.

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Karwendel Foto: Heiko Mandl
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Stubaital Foto: Ralf Schanze
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31.08.2015
Autor: Heiko Mandl
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 11/2015