Test: MTB-Reifen Michelin Wild Rock’R2 für Enduro-Mountainbikes

Im ersten Test: der brandneue Enduro-Reifen Michelin Wild Rock’R2

Vive la Enduro! Mit einem aus vier verschiedenen Mountainbike-Reifen bestehendem Portfolio gibt der französische Reifenspezialist Michelin in der MTB-Saison 2013/14 Vollgas im Enduro-Segment. Komplett neu entwickelt wurde dabei der MTB-Pneu Michelin Wild Rock’R2 Advanced Reinforced, den MountainBIKE in der Provence bereits vorab (Markteinführung Januar 2014) ausgiebig testen konnte.

Fotostrecke: Michelin Wild Rock’R2: Neuer MTB-Reifen für Enduro-Mountainbikes

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Michelin Wild Rock’R2 Foto: André Schmidt
Michelin Wild Rock’R2 Foto: André Schmidt
Michelin Wild Rock’R2 Foto: André Schmidt

Fast drei Jahre lang testete und entwickelte Michelin den neuen Mountainbike-Reifen Wild Rock’R2 Advanced Reinforced. Involviert waren dabei auch Freeride-MTB-Profi Pierre-Edouard Ferry (6ter der diesjährigen Red-Bull-Rampage sowie der ehemalige zweifache MTB-Downhill-Weltmeister und jetzige Enduro-Star Fabien Barel.

Alleine zwölf verschiedene Gummimischungen und Konstruktionen des neuen Reifens testeten Barel und Ferry auf dem Trail, unzählige weitere ließ Michelin im Labor prüfen. Und: Barel fuhr bereits die komplette Enduro-World-Series in diesem Jahr auf Prototypen des neuen Reifens.

Was dabei herauskam? Ein vor allem für extremes, felsiges Terrain spezialisierter, laut Michelin extrem griffiger und robuster Enduro-Reifen. So gibt es den neuen Wild Rock’R2 ausschließlich mit der „Reinforced“ getauften Reifenarchitektur, die über eine doppelt verstärkte Seitenwand mit wuchtiger 33TPI-Karkasse sowie faltbarem Kevlar-Reifenwulst verfügt.

Der Pneu ist zudem „Tubeless Ready“, kann also sowohl mit traditionellem Schlauch als auch mit Dichtmilch gefahren werden – die entsprechend dichte Felge vorausgesetzt. Der Pannenschutz soll durch die massive Konstruktion äußerst hoch sein, das Gewicht ist mit rund einem Kilo für die 26-Zoll-Version ebenfalls ganz schön „pfundig“.

Das Profil zeichnet sich durch große, querverlaufende, mehrfach geschlitzte Profilblöcke aus, die vor allem extreme Bremstraktion ermöglichen sollen, gleichzeitig den Rollwiderstand nicht übergebührend steigern. Die sehr hoch bauenden, massiv abgestützten Außenstollen mit seitlichen Lamellen versprechen auch bei extremer Schräglage noch perfekte Führung.

Zwei verschiedene Gummimischungen stehen zur Auswahl. Für das Hinterrad empfiehlt Michelin den bereits bekannten „Gum-X“-Compound, der mit einer Härte von 55a Shore auf der Lauffläche und 52a Shore an den Seitenstollen gutes Rollverhalten und viel Traktion vereinen soll.

Für das Vorderrad wurde die backfrische „Magi-X“-Mischung entwickelt. Diese ist im Vergleich zur Konkurrenz nur mittelweich (50a Shore), verfügt aber über eine sehr hohe Dämpfung („Rebound“): Der Reifen speichert entsprecht viel Energie und bleibt dadurch buchstäblich am Fels „kleben“.

Test-Eindrücke: Michelin Wild Rock’R2 bietet hohe Traktion

Auf den rauen, äußerst anspruchsvollen Trails nördlich von Monaco überzeugten die neuen MTB-Enduro-Reifen vor allem auf steinigem, verblocktem Terrain. „Der Vorderreifen führt prima, erlaubt enorme Schräglage, kündigt den Grenzbereich dennoch früh genug an und überträgt Bremskräfte perfekt“, so MountainBIKE-Testchef André Schmidt.

Auch der Hinterreifen gefiel mit hoher Traktion, den im Vergleich recht hohen Rollwiderstand sowie das hohe Gewicht muss man für so viel Grip in Kauf nehmen. Etwas enttäuschend war lediglich die Selbstreinigung des Reifens, der sich auf den allerdings sehr matschigen Trails schnell zusetzte und nur zögerlich wieder frei wurde.

Michelin bietet den Wild Rock‘R2 ausschließlich in 2,35 Zoll Breite sowie mit der beschriebenen Architektur an. Aber natürlich werden alle drei Laufradgrößen – 26 Zoll, 27,5 Zoll und 29 Zoll – bedient. Je nach Größe variiert das Gewicht von 990 bis 1150 Gramm. Auf den Markt kommt der neue Mountainbike-Reifen im Januar 2014, die offiziellen Preise konnte Michelin noch nicht nennen. Sie sollen sich aber im Rahmen der Mitbewerber bewegen.

Ergänzt wird die Enduroreifen-Palette vom Allrounder Wild Grip’R, vom ebenfalls überarbeiteten Matschreifen Wild Mud sowie vom besonders schnell rollenden Wild Race’R, den Michelin aber nur für trockene Verhältnisse und nur für das Hinterrad vorsieht. Alle Enduro-Pneus kommen mit der „Reinforced“-Konstruktion, je nach Reifen mit Gum-X- und/oder Magi-X-Gummimischung sowie in 2,25“ oder 2,35“ – siehe Tabelle in der Fotostrecke.

MTB-Reifen im Test bei MountainBIKE:

31.10.2013
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE