24 MTB-Laufräder für Race, Tour/All-Mountain und Enduro im Test

Test: 9 MTB-Laufräder für Racer

Rennfahrer halten die Drehzahl hoch und verlangen deshalb nach superleichter Kost. Neun racetaugliche Laufräder in 26" und 29".
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BOR 1266 XM Black Tusk Foto: Benjamin Hahn
MountainBIKE Laufräder DT Swiss XRC 1150 Foto: Benjamin Hahn
MountainBIKE Laufräder Easton EC90 XC Foto: Benjamin Hahn

Cross-Country-Fahrer und Marathonisti reizen in Sachen ­Material gerne alles aus, sparen möglichst viel ­Gewicht, um so im Rennen die entscheidenden Sekunden zu holen. Laufräder spielen bei der Grammschlacht eine zentrale Rolle, da die rotierenden Massen einen größeren Einfluss auf die Schnelligkeit nehmen als nicht rotierende Komponenten wie etwa Rahmen oder Sattel.

MountainBIKE hat ­eine Auswahl von neun speziell für den Rennbereich entwickelten Laufrad-Modellen zusammengestellt – fünf in 26 Zoll, vier als 29-Zoll-Varianten. Die Testauswertungen enthalten detaillierte Spezifikationen, erhältliche Achsstandards sowie eine Wertung von Gewicht und Steifigkeit.

Gewicht sparen lässt sich bei Laufrädern etwa durch eine geringe Anzahl von Speichen. Mavic verbaut am Crossmax SLR gerade mal 20 davon pro Laufrad. Aber auch Felgenform und -breite bergen Abspeckpotenzial. 17 Millimeter sollte jedoch auch die Innenabmessung bei Cross-Country-Felgen nicht unterschreiten, sonst bekommt der Reifen nicht genügend seitlichen Halt.

Wer im Rennen breitere Pneus zwischen 2,25" und 2,4" bevorzugt, sollte gleich Felgen mit einer Maulweite von 19 Millimeter und mehr verwenden. Trotz intensivem Gewichtstuning darf bei Laufrädern die Steifigkeit nicht zu kurz kommen. Denn Felgen, die sich bei jedem Antritt stark verformen, kosten Energie und somit wertvolle Rennzeit.

Das Fahrergewicht spielt hier ebenfalls eine entscheidende Rolle. Viele Hersteller senken deshalb bei besonders leichten Modellen das zulässige Oberlimit deutlich oder geben zumindest eine Gewichtsempfehlung ab. Die Begrenzungen betreffen zum Teil bereits Fahrer ab 80 Kilo.

Fotostrecke: In zehn Schritten zum perfekt zentrierten Laufrad

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Laufrad zentrieren - Reifen abziehen Foto: Benjamin Hahn
Laufrad zentrieren - Kabelbinder befestigen Foto: Benjamin Hahn
Laufrad zentrieren - Schlag lokalisieren Foto: Benjamin Hahn

Das Verhältnis aus Gewicht und Steifigkeit steht bei Cross-Country-Laufrädern immer im Fokus, deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Carbon auch als Felgenmaterial etabliert. Und es gäbe wahrscheinlich im Race-Sektor kein Vorbeikommen mehr an der Kohlefaser, wäre da nicht der unverschämt hohe Preis. Reynolds bietet mit 1500 Euro den günstigsten Carbon-Laufradsatz im Testfeld.

Die Ursachen für die hohen Preise fußen neben den hohen Werkzeug- und Rohmaterialkosten in der aufwendigen Handarbeit. Kohlefaser besitzt zudem noch einen weiteren Nachteil: Während Alu-Felgen sich bei Überlast meist nur plastisch verformen, kann das eher spröde Faser/Harz-Gemisch abrupt brechen. Immerhin: Im Schadensfall bieten viele Hersteller ein sogenanntes Crash-Replacement, wo Sie Ersatzteile zu deutlich günstigeren Konditionen erhalten.

Neben Carbon zeichnet sich im Race-Segment noch ein zweiter unausweichlicher Trend ab: Twentyniner. Viele Hersteller sprechen bereits vom Aussterben der 26-Zöller im Rennbereich. Der Hauptvorteil des großen Durchmessers liegt vor allem im besseren Rollverhalten, zudem bieten große Reifen einen geringeren Rollwiderstand. Nachteil: schwerer, träger und weniger steif, wie Messungen klar zeigen.



13.11.2012
Autor: Rainer Sebal
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 10/2012