Test: 18 MTB-Reifen für Race und Tour - 29 und 26 Zoll

18 MTB-Reifen für Race und Tour im Test


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MTB-Reifen Mountainbike-Reifen Test Race Tour
Foto: Benjamin Hahn

 

MountainBIKE Reifentest - 29" Race - Bontrager 29-1 Team Issue 2,0"
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MountainBIKE Reifentest - 29" Race - Bontrager 29-1 Team Issue 2,0"

 

MountainBIKE Reifentest - 29" Race - Continental Race King Racesport 2,0"
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MountainBIKE Reifentest - 29" Race - Continental Race King Racesport 2,0" - Labor
Vergleichstest: Acht 29er-Race-Reifen und zehn 26er-Tourenreifen als Günstig- oder Teuer-Variante stellten sich unserem MountainBIKE-Reifentest.

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Teuer ist anders! Etwa 90 Euro reichen aus, um die Fahrperformance Ihres Mountainbikes deutlich zu steigern. 90 Euro, die den Spaßfaktor erhöhen, das Sturzrisiko senken oder Sie deutlich schneller machen. MTB-Reifen können trotz relativ geringer Anschaffungskosten ein neues Fahrgefühl schaffen – wegen Verschleiß aber nur für begrenzte Zeit, Nachrüsten ist früher oder später Pflicht.

Damit Sie bei der enormen Vielzahl an Reifenmodellen nicht den Überblick verlieren, lud MountainBIKE wie schon in den Vorjahren zum großen Test.

Insgesamt acht Race- und zehn Tourenreifen stellten sich einem aufwendigen Labor- und Praxistest. Da 29er im Race-Segment gerade die 26-Zoll-Bikes von der Startlinie verdrängen, erfolgte auch der Test in dieser Kategorie mit 29-Zoll-Reifen. Sämtliche Modelle sind aber auch in 26 Zoll erhältlich, und die Ergebnisse lassen sich auf diese Dimension im Verhältnis sehr gut umlegen.

Das Testfeld der Race-Reifen besteht aus den neuen oder überarbeiteten Modellen Schwalbe Rocket Ron, Michelin Wildrace'r Ultimate und WTB Nineline. Bereits seit längerer Zeit am Markt oder einfach von 26 auf 29 Zoll gestreckt: Continental Race King, Maxxis Ikon, Bontrager 29-1, Ritchey WCS Shield und Vredestein Spotted Cat.

Alle Jahre wieder: Neue MTB-Reifen müssen her

Der Vergleichskampf der MTB-Tourenreifen erfolgte wie gewohnt in Größe 26 Zoll. Von den zehn Testkandidaten traten fünf Modelle mit jeweils der Top- sowie einer günstigeren Variante gegeneinander an. Es galt also nicht nur, den Hersteller mit dem besten Modell zu küren, sondern auch die Frage zu klären: Kann ein preiswerter MTB-Reifen dem optisch gleichen Top-Modell aus eigenem Hause das Wasser reichen? Die fünf Basismodelle für den Vergleich lauten: Continental Mountain King, Maxxis Advantage, Michelin Wildgrip'r, Schwalbe Nobby Nic und Specialized Ground Control. Die Preisspanne liegt zwischen 31 und 55 Euro. Auch die güns­tigen Modelle besitzen alle einen flexiblen Aramid-Kern, sind also faltbar – schwere Drahtreifen sind für ambitionierte Mountainbiker jenseits der Downhill-Kategorie kaum zu empfehlen.

Das Anforderungsprofil an MTB-Reifen ist lang. Zu den Grundbedürfnissen zählt hoher Grip, aber auch optimaler Pannenschutz. Gleichzeitig soll der möglichst leichte Pneu mit minimalem Widerstand rollen. Eigentlich logisch: Ein Reifen, der die zum Teil gegensätzlichen Anforderungen lückenlos erfüllt, existiert nicht. Es gibt also nicht den besten Reifen, wohl aber den besten Reifen für das entsprechende Einsatzgebiet.

Race-Mountainbiker legen das Hauptaugenmerk auf geringes Gewicht und wenig Rollwiderstand. Die Reifen besitzen deshalb meist ein eher flaches Profil und fallen schmal aus, was automatisch bei Grip und Pannenschutz Kompromisse erfordert. Aber auch innerhalb der Race-Kategorie gibt es unterschiedliche Gewichtungen. Es macht deshalb vor allem für Rennen Sinn, die Reifenwahl auf das jeweilige Terrain und die Wetterbedingungen anzupassen.

So bietet etwa der Ikon von Maxxis top Grip in allen Situationen, während sich die rollschnellen Modelle Vredestein Spotted Cat und Michelin Wildrace‘r nur auf festem, trockenem Terrain wohlfühlen. Die beste Allround-Performance bietet der Race King von Continental und holt sich knapp vor dem ebenfalls exzellenten Alleskönner Schwalbe Rocket Ron den Testsieg. Als zuverlässige MTb-Reifen ohne herausstechende Eigenschaften erweisen sich der 29-1 von Bontrager sowie der Nineline von WTB. Weniger Anziehungskraft auf Racer besitzt der WCS Shield von Ritchey mit Schwächen bei Gewicht und Rollwiderstand.

Günstige wiegen mehr, rollen aber oft besser

Für Tourenfahrer zählen Grip und Pannenschutz deutlich stärker. Vortrieb spielt nicht mehr die entscheidende, aber immer noch eine zentrale Rolle. Schließlich spart ein leichter MTB-Reifen auch auf der Tour Kraft. Der beste Kompromiss aus allen Anforderungen gelingt Schwalbe mit dem Nobby Nic vor den starken Allroundern Continental Mountain King und Specialized Ground Control. Maxxis bietet überragenden Grip, aber auch sehr hohen Rollwiderstand. Deutlich schneller, aber mit weniger Traktion rollt der Wildgrip‘r von Michelin.

Die güns­tigen Mountainbike-Reifen wiegen etwas mehr als ihre High­end-Vorbilder. In Sachen Grip liegen sie mit Ausnahme von Michelin knapp, aber dennoch spürbar darunter. Specialized befindet sich auf Augenhöhe. Interessant: Die günstigen MTB-Reifen von Continental, Michelin, und Specialized rollen etwas besser als die teuren. Unterm Strich bieten die Top-Modelle jedoch die bessere Performance und kosten zwischen zehn und 23 Euro pro Reifen mehr. Wer unbedingt sparen will, greift am besten zum Nobby Nic Performance. MountainBIKE empfiehlt aber generell: Gehen Sie hier keine Kompromisse ein, investieren Sie lieber in das Top-Modell.

Kurz und Knapp

Unter den acht 29"-Race-Reifen verfügt der Race King von Continental über die besten Allround-Eigenschaften. Schwalbe Nobby Nic siegt in der Kategorie Tour. Die Günstig-Pneus schneiden nicht in allen Punkten schlechter ab, ­liegen aber meist klar hinter den Top-Modellen.


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21.06.2013
Autor: Rainer Sebal
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 03/2013