Test: 16 MTB-Laufräder – 6 Modelle für Marathon/Tour und 10 für All-Mountain/Enduro (2014)

16 MTB-Laufräder im Labor- und Praxis-Test

MountainBIKE Laufradtest
Foto: Benjamin Hahn
Breite Felgen sind schwer im Kommen. MountainBIKE hat deshalb 16 Laufräder der Kategorien All-Mountain/Enduro (27,5 Zoll) sowie Marathon/Tour (29 Zoll) im Labor und in der Praxis getestet.
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Fetter ist besser! Das will zumindest die neueste Generation MTB-Laufräder in diesem Test beweisen. Waren vor Jahren noch Felgeninnenbreiten von 17 mm bis 19 mm „normal“, sind heute Laufräder mit bis zu 33,5 mm (Syntace W40) auf dem Vormarsch – mal ganz abgesehen von Fatbikes, die mit 80 mm breiten Felgen durchs Gelände bollern.

Im Innovationstrubel um die Laufraddurchmesser 27,5 und 29 Zoll haben viele Mountainbiker das Breitenwachstum noch gar nicht bemerkt. Angestoßen hat das Thema vor vier Jahren der kleine Edel-Hersteller Syntace, doch erst jetzt nimmt das Thema Fahrt auf – weil Branchenriesen wie DT Swiss, Ritchey oder Specialized ebenfalls auf fette MTB-Felgen setzen und für 2015 spannende Modelle im Programm haben.

Warum eigentlich breit? Kurz gesagt: Je breiter die Felgen, desto stabiler sitzen die immer breiter werdenden MTB-Reifen und können bei geringem Luftduck mehr Traktion aufbauen. Klar, dass es erst die Gravity-Biker, Enduristen und All-Mountaineers waren, die breitere Felgen für ihre voluminösen Reifen mit offenen Armen begrüßten.

Nicht, dass diesen Bikern Gewicht und Steifigkeit egal sind, doch stehen diese beiden Parameter weniger im Fokus als etwa bei Cross-Country-, Marathon- und Touren-Mountainbikern. Das ist auch der Grund, weshalb MountainBIKE zum einen 27,5-Zoll-Laufräder für die eine Gruppe und zum anderen 29-Zoll-Wheels für die schnelle Fraktion getestet hat.

Fotostrecke: 6 MTB-Laufräder für den Marathon-/Tour-Einsatz (29“) im Test

12 Bilder
DT Swiss X 1700 Spline Two 29 Foto: Benjamin Hahn
DT Swiss X1700 Spline Two 29 Foto: Benjamin Hahn
MountainBIKE Laufradtest Foto: Benjamin Hahn

Enduristen und All-Mountainbiker wollen vor allem eines: maximalen Grip in allen Lebenslagen. Deshalb sind die neuen breiten Felgen für diese Zielgruppe besonders interessant. Die zehn getesteten 27,5"-Laufräder kosten zwischen 500 Euro und 900 Euro. Darunter sind extrabreite MTB-Laufräder wie die Wide Lightning von American Classic mit 29 mm Felgeninnenbreite und die Roval Traverse (Specialized) mit 28,6 mm. Ebenfalls mit dabei: aufwendige Systemlaufräder von Mavic und Crankbrothers.

Brandneu: das E 1700 Spline Two von DT Swiss. Ritchey und WTB sind ebenfalls mit neuen Felgen im Test vertreten. Reynolds, Sram und Stan‘s halten mit bewährten Parts und Größen dagegen. Syntace schaffte es leider nicht rechtzeitig zum Test. Wie die Verkaufsstatistiken der Hersteller zeigen, hat sich 29 Zoll vor allem unter Marathonisti und Touren/Trail-Bikern durchgesetzt.

Diese suchen leichte Wheelsets mit top Beschleunigungswerten und hoher Spurstabilität. Die Felgen der getesteten Laufräder sind hier deutlich schmaler als bei den 27,5-Zöllern. Am breitesten: das neue Ritchey Vantage 2 mit fast 21 mm Innenbreite. Preislich liegen die sechs Laufradpaare in 29 Zoll zwischen 450 Euro (Shimano) und 950 Euro (Mavic).

Nur Breite ist nicht alles

Vorrangige Ziele beim Laufradbau: Ein Laufrad sollte möglichst leicht sein, ohne Stabilität einzubüßen. Es sollte verwindungssteif sein, was der Kontrolle übers Bike zugutekommt. Leicht und steif zusammengenommen sorgen wiederum dafür, dass ein Laufrad schnell zu beschleunigen ist. Wie gut die neueste Generation breiter Laufräder diese Künste beherrscht, das klärt das immens aufwendige MountainBIKE-Testverfahren.

Alle Laufräder wurden im Labor gemessen, gewogen und stundenlang auf Prüfständen malträtiert. Um Unterschiede der Breite, der Steifigkeit oder des Gewichts auch in der Praxis zu erfahren, absolvierten sämtliche Laufräder wochenlange Fahrten in anspruchsvollem Gelände. Am Ende des Testmarathons galt es, eine riesige Datenmenge auszuwerten, die schließlich zum Endresultat führte.

Das Resümee des großen Laufradtests 2014: Die neueste Generation ist breiter geworden, ohne dabei an Gewicht zuzulegen. Das beweist Testsieger American Classic mit dem leichtesten und zugleich breitesten Laufrad in der AM/Enduro-Kategorie. Der Kauftipp geht an das preiswerte Roval Traverse. Bei den 29ern geht der Sieg ebenfalls an das breiteste Laufrad – das Ritchey Vantage 2. Das liegt aber vorrangig an der gelungenen Gesamt-Performance. Den Kauftipp holt das hochwertige DT Swiss X 1700 Spline.

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08.12.2014
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 10/2014