Test: 13 MTB-Klick-Pedale für Mountainbiker (2014)

13 MTB-Klickpedale im Test


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Test MTB-Klickpedale
Foto: Daniel Geiger

 

Pedale im Test: BBB Force Mount
Foto: Benjamin Hahn

 

 

Pedale im Test: Crankbrothers Candy 1
Foto: Benjamin Hahn

 

Die meisten Mountainbiker schwören auf Klickpedale, denn sie sorgen für höchste Tritteffizienz und einen festen Stand. Doch ­welches ist das beste Bindungssystem am Markt? MountainBIKE testete 13 MTB-Klickpedale aus drei Kategorien in Labor und Praxis.

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Auch wenn Flatpedals immer beliebter werden, sind MTB-Klickpedale nach wie vor die erste Wahl für Mountainbiker. So fahren laut einer MountainBIKE-Online-Umfrage 44 Prozent mit Klickpedalen. Oder aber mit einem für den seriösen Einsatz im Gelände weniger empfehlenswerten Kombipedal (eine Seite Bindung, eine Seite Plattform, 18 Prozent).

Als Vorteil der Klickis wird meist das Ziehen des Pedals und damit der berühmte "runde Tritt" genannt. Letzterer hat sich aber in Untersuchungen etwa vom Radlabor München als Mythos erwiesen! Das Ziehen ist sogar ineffizient: "Der Output ist zu gering im Vergleich zum muskulären Einsatz", so Sportwissenschaftlerin Sophie Fleischer.

Der größte Vortrieb wird über die sogenannte Schubphase, das Herunterdrücken des Pedals, erreicht. Ziehen "lohnt" nur bei Sprints oder im Wiegetritt, was mit Klickpedalen am besten klappt.

MTB-Klickpedale sind biomechanisch sinnvoll

Vor allem spricht die stets biomechanisch optimale Fußstellung für Klickpedale – richtige Montage der Schuhplatten (Cleats) vorausgesetzt. Der Kraftfluss ist ungleich besser als bei einem verkantet oder nicht absolut korrekt stehenden Fuß auf einem Flatpedal. Und: In ruppigen Passagen besteht keine Gefahr, vom Pedal zu rutschen, kleine Hindernisse können durch aktives Ziehen an den Pedalen sogar leicht übersprungen werden.

Der größte Nachteil: Der Ein- und vor allem Ausstieg muss geübt werden, gelingt selbst Könnern aber nie so schnell, wie der Fuß vom Flatpedal genommen werden könnte. Umso wichtiger ist ein leichtgängiger, dennoch definierter Klickmechanismus. Um diesen und weitere Parameter wie die Standsicherheit zu prüfen, lud MountainBIKE 13 Klickpedale zum großen Vergleichstest und zeigt zudem, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

In der ersten Kategorie finden Sie fünf preislich attraktive Pedale. Diese liegen um 60 Euro und bieten – so viel vorab – einen guten Kompromiss aus Funktion und geringem Gewicht. Branchenprimus Shimano schickt das PD-M540 mit der legendären SPD-Bindung ("Shimano Pedaling Dynamics") ins Rennen. Mit ähnlicher Auslösemechanik kommen die Pedale von Ritchey und BBB. Eine alternative Verbundtechnik mit Federdrahtbügeln bieten Crankbrothers und Look.

Fünf weitere, zumeist deutlich leichtere Pedale finden Sie in der hochpreisigen Kategorie bis 150 Euro. Hier tritt das noble Shimano-XTR-Pedal an (PD-M980). Ritchey setzt ihm das WCS Paradigm entgegen – mit ähnlichem Klicksystem. Crankbrothers setzt auf das bei Racern sehr beliebte Eggbeater-Pedal, Look auf das S-Track in der Race-Version und Newcomer Mavic auf das Crossroc SL – welches baugleich mit den Pedalen des französischen Herstellers Time ist.

In der dritten Kategorie finden Sie Pedale mit Käfig um 90 Euro von Crankbrothers, Mavic und Shimano. Diese versprechen mehr Variabilität, da die große Standfläche auch ausgeklickt noch guten Halt bietet. Anfänger oder vorsichtige Mountainbiker können somit vor kniffligen Passagen ausklicken, um zur Not blitzschnell den Fuß vom Pedal zu bekommen.

Ein weiterer Vorteil der Pedale mit Käfig: dass sich Schuhe mit weicher, komfortabler Sohle (z. B. Tourenschuhe) breitflächig abstützen und somit die Kraft besser übertragen. Biker, die eher mit klassischen Race-Schuhen und somit steifer Sohle unterwegs sind, kommen hingegen mit weniger Auflagefläche aus und können auf filigranere Pedale setzen. Weiterer Vorteil der Käfigpedale: Es ist bei Stürzen und vor Steinschlag besser geschützt.

Welches Bindungssystem überzeugt?

Das am Markt dominierende SPD-System bietet einen sehr definierten Ein- oder Ausklickmoment, zudem kann die Auslösehärte über eine Schraube eingestellt werden. Optional bieten die Japaner Cleats, durch die sich der Auslösewinkel verändert. Ritchey und BBB bauen ihre Pedale mit einem SPD-kompatiblen Mechanismus. Die Auslösehärte ist ebenfalls einstellbar und sie können theo­retisch mit Shimano-Schuhplatten gefahren werden.

Geschmeidiger funktionieren sie aber mit den beigelegten Cleats. Crankbrothers, Mavic und Look kommen mit eigenen Bindungssystemen, die nur mit den passenden Schuhplatten funktionieren. Bei den Pedalen von Crankbrothers und Look ist die Auslösehärte nicht verstellbar, es besteht aber die Möglichkeit, die Cleats über Distanzplättchen an den Schuh anzupassen. Zudem kann der Biker bei Crankbrothers und auch Mavic zwischen zwei Auslösewinkeln wählen.

Generell ist bei Federdrahtsystemen der Ein- und/oder Ausstieg nicht so definiert wie bei Shimano oder auch Ritchey. Wer jahrelang mit den Japan-Pedalen gefahren ist, muss sich etwas umgewöhnen. Zum großen Erfolg der Shimano-Pedale hat aber auch die solide Bauart mit Konuslagerung beigetragen. Der Nachteil: Die Pedale aus Japan sind schwer. In puncto Gewicht überzeugen vor allem Crankbrothers, aber auch die Look-Pedale und das teure Ritchey.

Unterm Strich gewinnt bei den Pedalen um 60 Euro das leichte Crankbrothers Candy ganz knapp vor dem zwar schweren, aber tausendfach bewährten, robusten Shimano-Pedal mit seinem SPD-System. Die Pedale von Look sind nicht in der Auslösehärte verstellbar und damit für Anfänger nur bedingt geeignet. Für erfahrene Biker ist die Härte aber perfekt gewählt.

In der Kategorie ab 110 Euro schnappt sich trotz des hohen Gewichts Shimano den Testsieg. Wer besonders aufs Gewicht achtet, wird bei Ritchey und Crankbrothers fündig, muss aber mit der geringeren Aufstandfläche zurechtkommen. Bei den Pedalen mit Käfig holt sich Shimano dank perfekter Einstellmechanik den Testsieg. Der Kauftipp geht an das breite Mallet von Crankbrothers: prima für (Enduro-)Mountainbiker, die eine maximale Standfläche wünschen.

Werkstatt-Tipps zu MTB-Pedalen und Cleats:

Fotostrecke: MTB-Pedale demontieren und montieren – so funktioniert’s

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Mountainbike-Pedale richtig demontieren Foto: Benjamin Hahn
Mountainbike-Pedale richtig demontieren Foto: Benjamin Hahn
Mountainbike-Pedale richtig demontieren Foto: Benjamin Hahn

Fotostrecke: MTB-Klickpedale: Cleats am Mountainbike-Schuh richtig befestigen

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Cleats am MTB montieren Foto: Benjamin Hahn
Cleats am MTB montieren Foto: Benjamin Hahn
Cleats am MTB montieren Foto: Benjamin Hahn

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14.05.2014
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 05/2014