MTB-Reifen im Test: Acht Allround-Reifen für Mountainbiker (2015)

Acht Allround-Reifen im Test


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MTB-Reifentest
Foto: Dennis Stratmann

 

Bontrager XR4 Team Issue TLR 2,2“
Foto: Benjamin Hahn

 

MountainBIKE Continental Mountain King Performance 2,2"
Foto: Benjamin Hahn

 

MountainBIKE Hutchinson Taipan TR Hardskin 2,25"
Foto: Benjamin Hahn

 

MountainBIKE Maxxis Ardent TR Exo 2,25"
Foto: Benjamin Hahn
MountainBIKE hat acht MTB-Tourenreifen in einer Tubeless-Ready-Version ohne Schlauch getestet. Alle Reifen mussten ihre Performance im Labor und auf dem Trail unter Beweis stellen.
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Die acht Reifen in diesem MTB-Reifentest hat MountainBIKE alle mit Dichtmilch anstatt mit Schlauch getestet. Voraussetzung dafür: Tubeless-Ventile sowie dichte Felgen ohne Speichenlöcher oder mit Spezialtape abgedichtete Felgen.

Prima: Tape und Ventile werden bei aktuellen Laufrädern inzwischen oft mitgeliefert oder können relativ preiswert dazugekauft werden. Eine schlauchlose Montage ist kein Hexenwerk. Wie's in wenigen Minuten geht, zeigen wir hier in einer ausführlichen Beschreibung.

MTB-Tourenreifen - so sieht das Testfeld aus

Im Testfeld vertreten sind der Bontrager XR4 Team Issue TLR 2,2", der Continental Mountain King Performance 2,2" in neuer, preiswerter Performance-Version, der Hutchinson Taipan TR Hardskin 2,25", der Maxxis Ardent TR Exo 2,25", der Michelin Wild Grip‘r Advanced 2,25", der Specialized Ground Control Grid 2Bliss 2,3" und der WTB Trail Boss TCS Light 2,25".

Und der Platzhirsch im Touren- und All-Mountain-Segment ist in ganz neuer, dritter Generation dabei: Schwalbe Nobby Nic Evo Snake Skin TLE 2,35". Die Preisspanne beginnt bei 32 Euro (Continental Mountain King Performance 2,2"), endet bei 60 Euro (Hutchinson Taipan TR Hardskin 2,25"). Alle MTB-Reifen wurden in der Dimension 27,5" getestet, sind aber auch in 26" und in 29" erhältlich; und sie sind explizit als Tubeless-ready ausgewiesen.

Schlauchlose MTB-Reifen - das sind die Vorteile

Was sind die Vorteile des schlauchlosen Dahingleitens? Kurzum: Die Milch macht’s! Die meist auf Latex basierende Flüssigkeit dichtet die Seitenwand des Mountainbike-Reifens ab. Kommt es zu einem Durchstich – etwa durch Dornen oder Nägel –, verschließen Mikropartikel im Nu das kleine Loch.

Hinzu kommt, dass durch das Weglassen des Schlauchs Durchschläge passé sind: Der gefürchtete „Snakebite“, das durch zwei Löcher im Stile eines Schlangenbisses gekennzeichnete Einklemmen des Schlauchs zwischen Felge und Mantel, kann nicht vorkommen.

Doch nicht nur der Pannenschutz von MTB-Reifen wird besser, sondern auch der Leichtlauf. Da ein Schlauch beim Abrollen ständig walkt und somit Reibung erzeugt, ist das Rollverhalten „ohne Gummi“ spürbar besser.

Ob mit oder ohne Schlauch – der Aufbau eines Mountainbike-Reifens spielt die entscheidende Rolle. Bei folgenden MTB-Reifen wird auf „Triple Compound“ gesetzt: Hutchinson Taipan TR Hardskin 2,25", Maxxis Ardent TR Exo 2,25" und Schwalbe Nobby Nic Evo Snake Skin TLE 2,35".

Dabei werden drei verschieden harte Gummis an entsprechenden Reifenflächen verwendet, um ein Optimum aus Rollverhalten, Grip und Langlebigkeit zu erreichen. Die meisten Hersteller vertrauen einer Mischung aus zwei Gummis.

Auch in puncto Seitenwandschutz gibt es Unterschiede. Durch eine verstärkte Seitenwand sollen etwa folgende MTB-Reifen mehr Pannenschutz bieten: Hutchinson Taipan TR Hardskin 2,25", Maxxis Ardent TR Exo 2,25", Michelin Wild Grip‘r Advanced 2,25", Schwalbe Nobby Nic Evo Snake Skin TLE 2,35" und Specialized Ground Control Grid 2Bliss 2,3".

Gewicht und Aufbau der Mountainbike-Reifen hängen eng zusammen. Die Gewichte reichen von 692 Gramm (Schwalbe Nobby Nic Evo Snake Skin TLE 2,35") bis hin zu 855 Gramm des Hutchinson Taipan TR Hardskin 2,25". Alle Daten finden Sie in den Testberichten zu den jeweiligen Reifen, eine Erläuterung zu allen wichtigen Begriffen in der folgenden Liste:

MTB-Reifentest im Labor und auf den Trails

MountainBIKE besuchte mit den acht MTB-Reifen die Labore von Continental und Schwalbe. Dort wurden Rollverhalten und Pannenschutz ermittelt. Im schroffen Alpen-Terrain in Südtirol testete MountainBIKE die Reifen speziell auf ihren Trockengrip sowie auf die generelle Fahr-Performance.

Anschließend ging es in die heimischen, schwäbischen Wälder, wo der Nassgrip und die Traktion der Reifenprofile bewertet wurden. Während des ständigen Ab- und Aufziehens der Mountainbike-Reifen beurteilten die Tester zudem, wie gut sich die Reifen ohne Schlauch montieren lassen und wie schnell das jeweilige System abdichtet.

Sehr gut: Im Tubeless-ready-Check zeigte sich, dass die schlauchlose Montage bei fast allen Testreifen schnell und zuverlässig funktioniert. Einzig der günstige Continental Mountain King Performance 2,2" machte im Test Probleme beim Abdichten. An der Karkasse traten immer wieder Luftlöcher auf.

Und auf dem Trail? In Sachen Nassgrip fallen der Bontrager XR4 Team Issue TLR 2,2" und der Maxxis Ardent TR Exo 2,25" etwas ab. Beim Maxxis Ardent TR Exo 2,25" ist dies jedoch weniger der Gummimischung als der niedrigen Profiltiefe geschuldet, wodurch der Reifen im Matsch früher an seine Grenzen stößt.

Der Hutchinson Taipan TR Hardskin 2,25" schafft es trotz Triple Compound nicht, hohen Trockengrip aufzubauen. Auch der Michelin Wild Grip‘r Advanced 2,25" und der WTB Trail Boss TCS Light 2,25" liegen hier unter Klassenniveau. Der neue Schwalbe Nobby Nic Evo Snake Skin TLE 2,35" gewinnt diesen Test auch dank überragender Laborwerte, der sehr gute und preiswerte Specialized Ground Control Grid 2Bliss 2,3" holt den Kauftipp.

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MountainBIKE Enduro-Reifen Continental - Grafik Foto: MountainBIKE Magazin
MountainBIKE Enduro-Reifen Kenda Foto: Benjamin Hahn


14.08.2015
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 6/2015