MTB-Reifen im Test: 8 All-Mountain-Reifenpaare

Test: 8 All-Mountain-Reifen (2016)


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MTB-Reifentest
Foto: Benjamin Hahn

 

Continental Mountain King II Protection 2,4"
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MountainBIKE Maxxis Minion DHR 2 2,3"
Foto: Benjamin Hahn

 

MountainBIKE Michelin Wild Grip’r 2,35"/Wild Race’r Enduro Rear 2,35"
Foto: Benjamin Hahn

 

MountainBIKE Onza Citius 2,4"/Ibex 2,4"
Foto: Benjamin Hahn
Hoher Grip, große Pannensicherheit, niedriger Rollwiderstand – die Anforderungen an MTB-Reifen sind extrem. Das gilt besonders für All-Mountain-Reifen. Wer stellt aktuell die besten Kombis her? Wir haben Reifenpaare von acht verschiedenen Herstellern getestet.
Zu den getesteten Produkten

MTB-Reifen sind ein Meisterwerk der Technik. Geheime Gummimischungen, ausgeklügelte Stollendesigns und aufwendige Karkassen sorgen für ein Höchstmaß an Performance.

Und während etwa bei einem Downhill-Reifen der Fokus klar ist (maximaler Grip, Gewicht vernachlässigbar), müssen Touren- und All-Mountain-Reifen Alleskönner sein und teils völlig gegensätzliche Eigenschaften „unter einen Gummi“ bekommen.

Wir wollten herausfinden, welcher Mountainbike-Reifen derzeit die Benchmark im beliebten 27,5"-All-Mountain-Segment setzt, und luden acht Hersteller zum Praxis- und Labortest ein – die meisten Modelle sind aber auch in 26" und 29" erhältlich.

Schon bei der Recherche fiel auf, dass es gar nicht so viele leichte Allround-Reifen für den ambitionierten Trail-Einsatz gibt. Oft liegen MTB-Reifen mit groberem Profil bereits in den Gewichtssphären zäher rollender Enduro-Reifen – um 900 g pro Stück sind keine Seltenheit. Wir ließen daher den Herstellern die Wahl, welche Reifen aus ihrer Sicht für den All-Mountain-Einsatz vorgesehen sind.

Reifen mit Gewichten zwischen 711 g (Specialized Purgatory Control 2,3") und 985 g (Michelin Wild Race’r Enduro Rear 2,35") kamen zusammen.

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Das Ergebnis des MTB-Reifentests

Fünf der acht Hersteller schickten einen unterschiedlichen Vorder- und Hinterreifen. Der Sinn: An der Front soll ein MTB-Reifen vornehmlich Führungsarbeit leisten und Bremskräfte optimal übertragen. Am Heck sind Antriebstraktion einerseits, geringer Rollwiderstand andererseits unabdingbar.

Auch beim Preis sind die Sprünge groß: Die Spanne reicht von 35 Euro das Stück (Specialized Butcher Control 2,3"/Purgatory Control 2,3") bis zu 80 Euro je Reifen für den neuen Michelin Wild Race’r Enduro Rear 2,35". Beim Labor- wie Praxistest überzeugten alle All-Mountain-Reifen mit guten bis sehr guten Ergebnissen.

Ein wirklicher „Holzreifen“ ist bei den getesteten Topmodellen der Hersteller zum Glück nicht mehr dabei. Der Continental Mountain King II Protection 2,4" zeigt als Testsieger, dass ein spezielles Profil für Front und Heck nicht zwingend ist.

Daten und Fakten zu den getesteten Reifen

Die folgenen Ranglisten verraten, welcher Mountainbike-Reifen wo seine Stärken hat. Der jeweils beste Reifen führt die Liste an. Die Werte stammen aus dem Conti-Labor.

 

MountainBIKE 0516 All-Mountain-Reifen Test Werte
Foto: MountainBIKE

So haben wir die All-Mountain-Reifen getestet

Um einen fundierten Reifentest durchführen zu können, braucht es zum einen jahrelange Erfahrung und zum anderen ist ein gewisses Fahrkönnen erforderlich, um die Reifen ans Limit zu bringen. Zudem ist ein Test im Labor unabdingbar, um objektive Werte zu sammeln. Hierfür gingen wir in die Reifenlabore von Continental, wo die acht Reifensets auf Rollwiderstand und Pannensicherheit getestet wurden.

Um den Rollwiderstand zu ermitteln, wird jeder Reifen auf eine Rolle gespannt, die auf 30 km/h beschleunigt. Die Verlustleistung, die der Reifen durch Reibung erzeugt, wird von einer Kraftmessdose in Watt ermittelt.

Anschließend wurden die Reifen auf Pannensicherheit geprüft. Die Seitenwand jedes Reifens wird dazu mit einer 10 mm breiten Klinge durchstoßen. Die dafür aufzubringende Kraft in Newton verrät, welcher Reifen an dieser Stelle stabiler ist. Ebenso wird mit einem Dorn die Lauffläche des Reifens durchdrungen.

Auch der Durchschlagschutz wurde per Fallbeil getestet. Je größer die Höhe, aus der ein Gewicht von 10,1 kg auf den Reifen donnert, ohne dass der Schlauch platzt, desto pannensicherer ist der Reifen. Die Werte aus dem Labor (bis auf den Wert des Seitenwandtests) sind in der Grafik oberhalb zu finden. Ein weiterer geplanter Test im Labor von Reifenhersteller Schwalbe konnte diesmal nicht stattfinden, da deren Labor zum Testzeitpunkt ausgelastet war.

In der Praxis fuhren drei Tester sämtliche Reifen-Kombis auf einer festgelegten Teststrecke. Darin enthalten waren steile Uphill-Passagen, um die Traktion zu beurteilen. Bremsmanöver auf unterschiedlichen Böden sowie aggressive Kurvenfahrten, um den Seitenhalt zu beurteilen.

Die Gewichtung der einzelnen Kriterien in Prozent findest du in den Testbriefen zu den jeweiligen Reifen. Zudem verrät die folgende Punktewertung, wie weit oder nah die jeweilige Note von der nächsten entfernt ist.

 

MountainBIKE 0516 All-Mountain-Reifen Testergebnis
Foto: MountainBIKE

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Foto: Benjamin Hahn
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27.07.2016
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 05/2016