8 MTB-Kurbeln im Test – fünf 2-fach- und drei 3-fach-Modelle

Test: 8 Mountainbike-Kurbeln


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MTB-Kurbeln im Test
Foto: Benjamin Hahn

 

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Für einen effizienten und ergonomischen Vortrieb ist die passende MTB-Kurbel Pflicht. MountainBIKE hat fünf 2-fach- und drei 3-fach-Modelle getestet.

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Alle trampeln auf ihr rum, deshalb muss die Kurbel Zähne zeigen – und zwar die richtigen. Neben der optimalen Übersetzung sollte auch die Steifigkeit ausreichend hoch und das Gewicht möglichst gering ausfallen, um die Beinkraft effizient in Vortrieb umzuwandeln.

Und da Kurbeln respektive Kettenblätter zu den Verschleißteilen zählen, kommt früher oder später jeder in den Genuss, sich mit dem Thema Antrieb zu beschäftigen. Sämtliche Kettenblätter zu tauschen lohnt sich aus wirtschaftlichen Gründen häufig nicht. Oft macht es mehr Sinn, gleich den kompletten Antrieb zu wechseln und in eine neue Kurbel zu investieren.

Nutzen Sie diese Anschaffung als Chance, etwa um für den anstehenden Marathon das Gesamtgewicht zu reduzieren oder Ihr gewohntes Übersetzungsspektrum zu überdenken. Macht vielleicht eine engere Gangabstufung mehr Sinn oder reichen auch zwei statt drei Kettenblätter?

Um Ihnen bei dieser Entscheidung unter die Arme zu greifen, stellt MountainBIKE acht Kurbelsysteme vor. Das Testfeld besteht aus fünf höherpreisigen 2-fach-Modellen und drei 3-fach-Kurbeln aus der Mittelklasse.

Im Testfeld der MTB-Kurbeln: Platzhirsche und Edelschmieden

Unter den 2-fach-Kurbeln tummeln sich die großen Namen Shimano, Sram und FSA mit den Modellen XTR, X0 und SL-K. Dazu gesellen sich zwei kleinere Hersteller: E*13 mit dem Enduro-Modell TRSr sowie Tune mit seinem Universalkonzept Smart Food MTB-

Race Face bringt zur Eurobike ein neues Top-Modell, das die bisherige Next SL ersetzt, und ist deshalb nur mit der Turbine bei den 3-fach-Kurbeln vertreten. Drei Kettenblätter bieten auch Shimano XT sowie die XCX+ von E*13.

Die Kurbelsysteme unterscheiden sich in ihrer Bauform und deshalb auch bei Gewicht und Steifigkeit. Weiche Kurbelarme verwinden sich unter Last stärker und wandeln den Tritt nicht sofort in Vortrieb um. An komfortablen vollgefederten Bikes lässt sich dieser Effekt zwar kaum spüren, an steifen CC-Maschinen hingegen deutlich.

MountainBIKE ermittelte deshalb die Verwindungssteifigkeit der Kurbelarme im Labor. Hier zeigt sich klar: Hohle Kurbeln wie allen voran Shimano, aber auch Sram und FSA schneiden besser ab als Kurbelarme mit U-Profi l wie bei E*13, Tune und Race Face. In Sachen Gewicht kann die relativ weiche Tune-Kurbel hingegen punkten, und auch E*13 schont die Waage.

Hinweis: Die Kurbeln sind nicht mit einheitlicher Übersetzung erhältlich oder lieferbar, deshalb lassen sich die Modelle nicht auf das Gramm genau miteinander vergleichen. Große Kettenblätter wiegen in der Regel mehr, wer Gewicht sparen will, sollte deshalb auch diesen Aspekt im Auge behalten. In der Fotostrecke finden Sie neben Gewicht und Steifigkeit der einzelnen Kurbeln auch die erhältlichen Übersetzungsstufen.

Die nötige Anzahl der Kettenblätter sowie die richtige Zähnezahl hängt neben persönlichen Vorlieben vor allem vom Einsatzgebiet ab. Racer fahren etwa eine größere Übersetzung als normale Tourenfahrer. Ein interessantes Konzept für 29er-Fahrer bietet Shimano mit seiner neuen 3-fach- Kurbel.

Ergonomie: Kurbellänge, Q-Faktor

Kurbeln positionieren und lagern die Füße des Fahrers, das Thema Vortriebseffizienz lässt sich deshalb noch um eine weitere Facette erweitern: Ergonomie. 175 mm beträgt die Standard-Kurbellänge. Für Biker unter 1,70 oder über 1,80 m kann dieses Maß aus ergonomischen Gesichtspunkten zu lang oder zu kurz sein.

Auch die bevorzugte Trittfrequenz spielt eine Rolle. Wer gerne hochfrequent pedaliert, sollte im Zweifelsfall lieber die kürzere Kurbel wählen, für langsame, kräftige Antritte eignet sich die längere besser. Eine große Auswahl von bis zu fünf Kurbellängen bietet Shimano.

Bei E*13 und Race Face können Sie immerhin aus drei Längen wählen. Die exakten Angaben finden Sie in der Fotostrecke, genauso wie die Abmessung des sogenannten „Q-Faktors“. Dieser beschreibt den Abstand zwischen den äußeren Flächen der Kurbelarme, gemessen am Pedalgewinde. Oder anders formuliert: je kleiner der Q-Faktor, umso enger der Abstand zwischen den Beinen.

Vor allem Racer bevorzugen eine enge Fußstellung, da es aus biomechanischer Sicht Vorteile bringen soll. Tune bietet mit 169 mm den geringsten Wert, FSA mit 174 mm den größten. Das restliche Feld liegt relativ eng beisammen. Der Q-Faktor hängt aber auch zum Teil vom verwendeten Innenlager ab, denn auch hier gibt es große Unterschiede.

Je nach Tretlagergehäuse des Rahmens kommen unterschiedliche Innenlager zum Einsatz – geschraubt, gepresst und mit verschiedenen Durchmessern (Details siehe Kasten „Innenlager-Standards“). E*13, Sram, Tune und Race Face bieten ihre Kurbeln jeweils für die vier gängigsten Standards an, Shimano und FSA jeweils nur für zwei Einbaumaße.

Acht Kurbelsysteme in insgesamt 185 Varianten stehen zur Auswahl – ein langer Entscheidungsprozess, aber auch Ihre Chance, den richtigen „Dreh“ für Ihr bevorzugtes Einsatzgebiet zu finden.


Inhaltsverzeichnis

18.10.2013
Autor: Rainer Sebal
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 09/2013