24 MTB-Sättel für Tourenfahrer, Racer und Ladys im Test

24 Mountainbike-Sättel im Test


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Sattel-Test
Foto: Fotostudio Nordbahnhof

 

MountainBIKE 1012 Sättel - BBB Anatomic Race BCD-04
Foto: Drake Images

 

MountainBIKE 1012 Sättel - BBB Anatomic Race BCD-04

 

MountainBIKE 1012 Sättel - Bontrager Evoke RL
Foto: Drake Images

 

MountainBIKE 1012 Sättel - Bontrager Evoke RL
MountainBIKE hat 24 Sättel für Racer, Tourenfahrer und Ladys getestet. Außerdem verraten wir, auf welche Kriterien es beim Sattelkauf ankommt.
Vergleichbare Produkte im Test

Für viele Biker gleicht die Suche nach dem richtigen Sattel einer „never ending story“: Trotz neuer Ergonomiekonzepte und vollmundiger Hersteller-Versprechen will kein Sattel so recht zum schmerzenden Po passen. Der Grund: Ein Sattel muss nach der Anatomie des Fahrers ausgewählt werden, und die ist höchst individuell.

Damit Ihre Suche dennoch das verdiente „happy end“ erlebt, hat MountainBIKE 24 Sättel für Herren und Damen vermessen und einem ausführlichen Praxistest unterzogen – mit ebenso individuellen Urteilen. Dieser Leitfaden erklärt, worauf Sie bei der Sattelwahl achten müssen und gibt Anhaltspunkte, die Ihnen den ein oder anderen Fehlkauf erparen können.

Um die Ursache von Sitzbeschwerden zu beseitigen, müssen Sie zunächst feststellen, wo die Pro­bleme auftreten. Tipp: Damit Ihre Bike-Hose das Ergebnis nicht verfälscht, fahren Sie mit gleichbleibender Intensität in einer dünnen Sporthose ohne Sitzpolster, bis die Probleme auftreten.

Fotostrecke: So stellen Sie Ihren MTB-Sattel perfekt ein

14 Bilder
So stellen Sie Ihren MTB-Sattel perfekt ein Foto: drakeimages.de
So stellen Sie Ihren MTB-Sattel perfekt ein Foto: drakeimages.de
So stellen Sie Ihren MTB-Sattel perfekt ein Foto: drakeimages.de

Bei der Lokalisierung der Beschwerden helfen Ihnen die Druckfolienbilder, die hier in der Fotostrecke abgebildet sind. Treten Druck und leichte Schmerzen im Bereich der Sitzbeinhöcker auf, haben Sie bereits einen Sattel mit passendem Oberflächen-Shaping gefunden und die ergonomisch richtige Position auf dem Sattel eingenommen.

„Der Druck sollte vorwiegend auf den Sitzbeinhöckern liegen und im Schambeinbereich möglichst gering sein, um die hier verlaufenden Blutgefäße und Nervenstränge nicht zu komprimieren“, rät Ergonomie-Experte Dr. Björn Stapelfeldt vom Radlabor Freiburg.

Ursache für dennoch auftretende Schmerzen sind meist Reizungen der Knochenhaut durch zu dicke Polsterung. Durch die Tretbewegung „schwimmt“ das Sitzbein ohne festen Halt auf dem Sattel und reizt das Gewebe. Tipp: In der Regel hilft hier ein härterer Sattel, der es dem Biker erlaubt, das Körpergewicht definiert auf den Sitzbeinhöckern abzustützen.

Seltener: Bei Fahrern mit wenig „Sitzfleisch“ verursacht etwa der unmittelbare Druck auf den Sitzknochen Schmerzen. Hier kann ein dicker gepolsterter Sattel Abhilfe schaffen. Erzielt auch dies keine positive Veränderung, sollten Sie einen Sattel mit Aussparung wählen. Zur Entlastung der Sitzbeinhöcker erlauben Lochsättel eine Verlagerung des Gewichts in Richtung Schambeinbereich, ohne diesen direkt zu belasten. Zwar ist der Druck an den Rändern der Aussparung höher, je nach Breite und Form der Aussparung werden die hier liegenden empfindlichen Nervenbahnen aber geschont.

Treten Druck und Schmerzen im Schambeinbereich auf, können viele Ursachen vorliegen: eine überstreckte Sitzhaltung mit gekipptem Becken, eine für Ihren Sitzbeinhöckerabstand zu schmale Sattelschale oder ein nicht horizontal montierter Sattel, dessen Nase höher als das Heck liegt. Doch der Druck im Schambeinbereich ist nicht nur unangenehm. Er ist auch ein Lustkiller, verursacht bei Männern Taubheitsgefühle im Penis und bei Frauen Druck in empfindlichsten Regionen.

Neben Lochsätteln, die den Druck vom Schambein nehmen, können Spezialsättel mit ähnlichem Prinzip (Selle SMP, Sqlab) Abhilfe schaffen. Empfehlenswert sind auch Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur, um das Becken zu stabilisieren. Sollte der Bereich zwischen Sitzbeinhöckern und Schambein – der Dammbereich – schmerzen, kann erneut ein Sattel mit lochförmiger Aussparung Abhilfe schaffen, da er die Verlagerung des Gewichts auf die Sitzbeinhöcker unterstützt.

Ein fünfköpfiges Test-Team fuhr die Sättel im ­direkten Vergleich. Das Ergebnis: Durch stark unterschiedliche Vorlieben und Sitzhaltungen auf dem Bike ließen sich keine Sieger oder Verlierer aus­machen. Passte der Sattel jedoch zum Abstand der Sitzbeinhöcker des Fahrers, fiel die Bewertung positiv aus. Daher gilt: Bestimmen Sie vor dem Kauf eines Sattels Ihren Sitzbeinhöckerabstand!


12.11.2012
Autor: Christian Zimek
© MountainBIKE
Ausgabe 10/2012