Test: 9 Montageständer für Fahrräder

9 Montageständer für Bikes im Test

Wer selbst am Rad schraubt, sollte sich einen Montageständer zwecks Arbeitserleichterung zulegen. Aber welcher Ständer ist der richtige? MountainBIKE hat neun Modelle zwischen 89 und 419 Euro getestet.

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MountainBIKE Montageständer Con-Tec Rock Steady Foto: Benjamin Hahn
MountainBIKE Montageständer Con-Tec Rock Steady - Grafik Foto: MountainBIKE
MountainBIKE Montageständer Feedback Sports Pro Elite Foto: Benjamin Hahn

Kette wechseln, Bremsen ausrichten oder Schaltung einstellen — kleine Arbeiten am Mountainbike sind schnell selbst gemacht und sparen Geld für teure Arbeitszeit beim Fahrradhändler. Damit diese Arbeiten leicht von der Hand gehen, lohnt sich die Anschaffung eines Montageständers. So lässt sich entspannt mit zwei Händen am schwebenden Bike arbeiten.

Professionelle Werkstätten arbeiten meist mit fest im Boden verankerten Ständern. Allerdings ist ein solcher Ständer nur nötig, wenn Sie mit dem Schrauben Ihr Geld verdienen. Für gelegentliche Wartungsarbeiten bis hin zu ambitionierten Hobby-Schraubereinsätzen reicht meist ein transportables Modell.

Großer Vorteil: Die Workstands lassen sich praktisch überall aufstellen und anschließend wieder platzsparend verstauen. Hobbyschrauber wissen das zu schätzen, weil meist keine unbegrenzte Arbeitsfläche zur Verfügung steht. Aber auch, wenn der Ständer im Auto transportiert wird — etwa im Urlaub oder zum Rennen.

Doch die Auswahl an Marken und Modellen ist groß, die Kaufentscheidung nicht wirklich einfach. Wo liegen die Unterschiede, und muss es wirklich der teure Ständer sein? Um diese Fragen zu beantworten, prüfte MountainBIKE neun aktuelle Modelle zwischen 89 und 419 Euro.

Die Montagehilfen von Con-Tec, Minoura, Pro, Procraft und Xtreme markieren die Einsteigerklasse bis 150 Euro. Interessant: Die Modelle von Con-Tec, Pro und Procraft unterscheiden sich nur in Farbe, Preis und Zubehör. In der Kategorie ab 200 Euro positionieren sich Feedback Sports, Pedros, Tacx, und Topeak.

Was ein Montageständer können muss

Die Bewertung der Montageständer unterteilte MountainBIKE in vier Kriterien: Die Standsicherheit fließt mit 30 Prozent in die Bewertung ein. Unter diesem Punkt wurden die Kippanfälligkeit, die Gesamtsteifigkeit und die Festigkeit der Verbindungen zusammengefasst.

Zweites wichtiges Kriterium ist die Klemmfunktion (30 Prozent). Hier wurde die Klemmkraft und die Bedienbarkeit der Hauptklemme bewertet. Hinzu kommt noch die Handhabung (25 Prozent), die die Verstellmöglichkeiten und die Bedienbarkeit des Ständers allgemein untersucht.

In die Verarbeitung (15 Prozent) fließen die Wertigkeit des Workstands sowie Mängel wie schlecht entgratete Kanten oder schwache Nietverbindungen. Auch die Transportfähigkeit der Ständer ist in den Testbriefen beschrieben, ohne jedoch in das Ergebnis Klemeinzufließen, da nicht jeder einen transportablen Montageständer benötigt.

Der offensichtlichste Unterschied zwischen den Ständern zeigt sich in der Anzahl der Füße. Die zweibeinigen Ständer benötigen weniger Platz, was gerade für Schrauber mit eingeengten Raumverhältnissen ein nicht zu unterschätzender Faktor ist.

Dreibeinige Ständer, so zeigte der Test, bieten insgesamt aber einen besseren Stand. Einzig der schwere Zweibeiner von Pedros hält mit den dreibeinigen Modellen von Feedback Sports, Tacx und Topeak mit. Durch seine steife Schwenkverbindung übertrifft er diese im Punkt Standsicherheit sogar.

Mit der Klemmfunktion des Feedback Sports kann kein weiterer Ständer mithalten. Per Quick-Release einfach und schnell zu bedienen, dazu hohe Klemmkraft und eine ausreichend weite Klemmöffnung – so macht die Sache Spaß.

Dagegen kurbelt man beim Minoura Tancho mehr als bei jedem Spinning-Kurs. Negativ präsentierte sich auch das günstigste Modell im Test. Die zu schwache Klemmung am oberen Rohr des S 3000 von Xtreme ist auch durch den Spartarif nicht zu rechtfertigen.

Auch bei der Handhabung trennt sich die Spreu vom Weizen. Top: die Luftdämpfung in der Höhenverstellung des Topeak. Beim Verstellen kann der Ständer nicht ungebremst runterrutschen. Eklatant fallen die Unterschiede in der Verarbeitung zwischen der Einsteigerklasse und den teuren Modellen aus. Nur die baugleichen Ständer von Con-Tec, Pro und Procraft aus der Einsteigerklasse können einigermaßen folgen.

Entsprechend fällt das Ranking aus: Die Einsteigerklasse kann in keiner Form mit den hochwertigen Workstands mithalten. Der überragende Pro Elite von Feedback Sports holt sich den Testsieg. Mit dem günstigsten Preis der drei baugleichen Ständer bekommt Con-Tec den Kauftipp für Gelegenheitsschrauber.

01.08.2014
Autor: Max Hilger
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 07/2014