Sechs Bike-Koffer im Praxis-Test

Hartschalen

Wer sein Bike auf eine Flugreise mitnehmen will, verstaut es am besten in einem stabilen Bike-Koffer. MB hat sechs Modelle getestet.
Zu den getesteten Produkten

Gerade einmal 149 Euro kostet die günstigste Lösung im Test, der Transportkoffer der Bonner Versendermarke Radon. 550 Euro schlagen dagegen beim Kauf des Universal Cases First Class zu Buche.

Was auf den ersten Blick wie eine kaum nachvollziehbare Preisspanne für zwei ähnliche Produkte aussieht, relativiert sich beim zweiten Hinsehen: Während der günstige Koffer ein Massenprodukt ist, das entsprechend preiswert produziert wurde, handelt es sich beim teuren Modell um einzeln per Hand gefertigte Exemplare – auf Wunsch nach Maß, und das ohne Aufpreis. Es gilt also zunächst zu klären, welches Modell in Größe und Aufbau am besten zu den eigenen Ansprüchen passt.

Große Unterschiede im Handling

Auch wenn der Versand von Sportgepäck nicht nach Gewicht berechnet wird: Zu viel Eigenmasse verschlechtert die Handhabung eines Koffers. Bis auf das 20-Kilo-Monster von Elite liegen alle Kandidaten im Rahmen, Universal Cases und Radon gefallen durch unproble­matisches Manövrieren aufgrund schwenkbarer Rollen.

B & W, Canyon und Rose verfügen über vier starre Räder, lassen sich aber gut genug anheben und bleiben deshalb noch handlich. Einzig Elite fällt aus dem Raster: Nur zwei Rollen, beide nicht beweglich, ungünstige Griffe, die den Koffer beim Ziehen ständig an den Körper bringen – gepaart mit dem hohen Gewicht ist der Vaison in dieser Disziplin definitiv nicht zu empfehlen.

Deutliche Unterschiede stellte MB auch beim Beladen der Koffer mit dem Bike und Zubehör fest: Das Bike Case von B & W sowie die Universal Cases First Class eignen sich für alle Rahmengrößen und verfügen jeweils über Aluminiumgestelle mit Schnellspannern, die das Bike sicher im Koffer fixieren. Toller Clou: Aus der First Class wird mit wenigen Handgriffen ein Montageständer – top zum Schrauben am Urlaubsort!

Elite bietet ebenfalls genug Platz für große Rahmen, bei Canyon, Radon und Rose muss unter Umständen die Vorderradbremse oder sogar die ganze Gabel ausgebaut werden. Bei allen Modellen empfiehlt sich ein Ausbau des Lenkers sowie des Schaltwerks samt Schaltauge. Denken Sie also unbedingt daran, das passende Werkzeug plus Dämpferpumpe mit auf die Reise zu nehmen!

Tipp: Testen Sie vor dem Kauf eines Koffers, ob er in Ihr Auto passt. Beachten Sie auch, dass ein ausladender Koffer wie etwa der Elite Probleme beim Taxi-Transport machen kann – hier muss in jedem Fall ein Großraumtaxi bestellt werden.

08.04.2009
Autor: Thorsten Lewandowski
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 02/2009