Radhelme im Test: 18 MTB-Helme für Mountainbiker (2016)

Test: 18 MTB-Helme bis 200 Euro


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Helmtest
Foto: Benjamin Hahn

 

Alpina Valparola XC
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MOUNTAINBIKE Bell Volt RL-X
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MOUNTAINBIKE Bluegrass Goldeneyes
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MOUNTAINBIKE Casco Cuda Mountain
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Ein MTB-Helm ist für sicheres Mountainbiken unverzichtbar. Doch schützen alle Modelle gleich gut? Wir haben 18 Touren- und All-Mountain-Helme zusammen mit dem TÜV Süd praxisnah getestet.
Zu den getesteten Produkten

Oben ohne ist tabu, das ist jedem ambitionierten Biker klar. Denn ein Bike-Helm ist nicht nur ein unverzichtbarer Lebensretter im Sturzfall, moderne MTB-Helme sind so komfortabel und gut belüftet, dass Helmverweigerern die alten Argumente „schwitzig, schwer und hässlich“ ausgehen.

Allerdings gibt es teilweise deutliche Unterschiede vor allem beim Tragekomfort und bei der Schutzwirkung, aber auch beim Gewicht.
Und diese haben wir einerseits in der Praxis auf mehrstündigen Ausfahrten als auch im Labor herausgearbeitet.

Die Zulassung von Helmen erfolgt in der EU durch zertifizierte Prüfinstitute wie den TÜV Süd, den MOUNTAINBIKE mit der Durchführung der Sicherheitsprüfung von 18 Bike-Helmen zwischen 100 und 200 Euro beauftragte. Dass alle MTB-Helme im Testfeld eine solche Zulassung haben, versteht sich von selbst. Aber welche der Bike-Helme im Test schützen besonders gut?

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Jeder in der EU angebotene Fahrradhelm muss den Sicherheitsstandard der EN 1078 erfüllen. Konkret bedeutet das Folgendes: Zur Ermittlung der Dämpfungsleistung eines Helms fällt in diesem Normtest ein Prüfkopf aus einer Höhe von 1,5 Metern samt Helm mit 19,5 km/h auf einen flachen Sockel. Mittels Sensoren werden die Beschleunigungswerte im Prüfkopf in g=9,81 m/s2 gemessen (1 g entspricht der normalen Erdbeschleunigung). Der gemessene Wert muss kleiner als 250 g sein.

Zur Orientierung: Werte um 250 g können als kurzer Impuls eine Gehirnerschütterung hervorrufen. Weiterhin sieht die Norm einen Aufprall aus 1,1 Metern mit 16,5 km/h auf einen keilförmigen Untergrund sowie einen Abstreiftest (Roll-off-Test) vor. Für diesen Test haben wir aber gemeinsam mit dem TÜV Süd unter verschärften Bedingungen geprüft.

Um zu testen, ob die Helmschalen auch nach einem ersten Aufprall noch schützen, wurden sie nach Absolvierung des normkonformen Impact-Tests an einem identischen Punkt an der vermeintlich schwächsten Stelle beim Aufprall auf einen keilförmigen Untergrund (Kerb-Sockel) auf Stabilität überprüft.

Das Ergebnis: sämtliche MTB-Helme im Test übertreffen die Normvorgaben und liegen unter 200 g. Allerdings liegt zwischen Schlusslicht Lazer Oasiz und Primus Endura Singletrack schon ein deutlicher Abstand (siehe Tabelle unten). Auch den Versuch, die Helmschalen mit einem Aufprall auf einen keilförmigen Untergrund zu spalten, bestanden alle getesteten Helme mit Bravour.

Beim Test des Tragesystems (Roll-off-Test) wird ein Seilsystem am hinteren Ende des Helms befestigt. Mittels eines Fallgewichts wird geprüft, ob die Beriemung diesem Fangstoß standhält. Zur Erfüllung der Norm darf der Helm nicht vom Prüfkopf abrutschen, die Elemente des Gurtsystems dürfen sich nicht öffnen, verstellen oder brechen.

Wir haben, weil die Norm eine praxisferne zu enge Einstellung fordert, die Beriemung zwar eng anliegend, aber noch komfortabel genug für langes Tragen eingestellt. Die detaillierten Ergebnisse stehen in den Testberichten zu den jeweiligen Helmen.

Tipp: Wer keine Rennen fährt, der sollte überlegen, ob er beim Helmkauf auf den Trend zu Helmschalen mit am Hinterkopf weit herabgezogener Helmschale setzt. Diese All-Mountain-/Enduro-Helme bewerten auch Sicherheitsexperten positiv: „Je größer der abgedeckte Bereich, desto besser wird der Kopf geschützt“, sagt Diplom-Ingenieur Frank Wittmann vom TÜV Süd (siehe Vergleichsgrafik unten).

Hinterkopfschutz und Dämpfungswerte

Die Europäische Norm (EN) 1078 erfüllen sämtliche Testkandidaten, doch in der Qualität des Schutzes gibt es deutliche Unterschiede. Die Grafiken zeigen, welche Helme den Hinterkopf großflächig abdecken sowie die unterschiedlichen Dämpfungswerte im TÜV-Süd-Crashtest.

Hinterkopfschutz
Die Grafik listet die Helme nach der gemittelten Abdeckung des Hinterkopfs auf. „Nulllinie“ ist der Bell Volt RL-X mit der geringsten Abdeckung.

 

MOUNTAINBIKE 0916 Helme Hinterkopfschutz
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Dämpfungswerte
Je kürzer der Balken, desto besser die Dämpfung des Helms. Die Grafik zeigt die am Prüfkopf gemessene Restbeschleunigung beim Aufprall in g.

 

MOUNTAINBIKE 0916 Helme Dämpfungswerte
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Video: So passt du deinen Helm richtig an

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Video: MountainBIKE

23.09.2016
Autor: Christian Zimek
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 09/2016