Radcomputer: 12 Tachos für Mountainbiker im Test (2015)

12 Bike-Computer im Praxis-Test


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Bike-Computer
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MountainBIKE Bike-Computer Garmin Edge 200
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MountainBIKE Bike-Computer O-Synce Navi2coach
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MountainBIKE Bike-Computer Polar M400
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MountainBIKE Bike-Computer Sigma Rox 10.0 GPS
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Moderne Bike-Tachos sind echte Feature-Monster, messen die Biker-Währung „Höhenmeter“ barometrisch oder per GPS-Ortung. MountainBIKE hat zwölf aktuelle Bike-Computer ausgiebig getestet.
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Ganz gleich ob datenverliebter Cross-Country-Profi mit Trainingsplan und Wattmesskurbel oder gemütlicher Touren-Mountainbiker mit Moser-Kärtchen in der Trikottasche: Jeder MTB-Typ kann von Informationen zu Strecke und Höhe der gefahrenen Route profitieren. Sei es zur Überwachung der Trainingseinheiten oder zur Orientierung auf Touren im Gelände.

Doch bei der Suche nach dem richtigen Radomputer kann die Navigation im unübersichtlichen Funktions-Dschungel der verschiedenen Tacho-Modelle zum Verwirrspiel werden. Denn in den kleinen Radcomputern verbergen sich nicht selten weit über 50 Funktionen, die teils nur lückenhaft auf der Verpackung oder der Hersteller-Homepage dokumentiert sind.

Hinzu kommt die Preisfrage: Zwischen 80 und 200 Euro müssen Mountainbiker für einen Radcomputer mit der für Mountainbiker wichtigen Höhenmessung berappen. Dabei weichen Funktionsumfang und Bedienkonzepte der Modelle stark voneinander ab, nicht immer ist ein hoher Kaufpreis mit Vielseitigkeit und intuitiver Menüführung gleichzusetzen.

Damit Sie sich beim Tacho-Kauf nicht von der verwirrenden „Feature-itis“ angesteckt werden, sondern stets den Überblick behalten, hat MountainBIKE zwölf aktuelle Radcomputer einem ausgiebigen Test unterzogen. Die Mindestvoraussetzung für die Teilnahme am Test war eine Höhenmessung, die sogenannte „Altimeter-Funktion“.

Höhenmesser-Kampf: Barometer versus GPS

Im Angebot aktueller Bike-Tachos mit Höhenmessung sind zwei Systeme tonangebend: Die klassische Messung mittels Speichenmagnet und Barometer findet sich bereits in günstigen Tachos ab 80 Euro. Die per GPS-Satellitenverbindung messenden Modelle starten mit einem Kaufpreis von knapp 130 Euro und machen sich die Koordinatenermittlung des Global Positioning System (GPS) zunutze.

Ihr Hauptvorteil ist, dass die lästige Ermittlung des Radumfangs sowie Montage und Einrichtung (Pairing) der Sensoren entfällt. Dafür messen die GPS-Radcomputer Höhe und Geschwindigkeit auch weniger akkurat.

Um die Höhenmessung der Systeme zu prüfen, wurden mehrere Radcomputer mit barometrischer Messung gleichzeitig an einem Mountainbike über eine definierte Testroute gefahren. Das Ergebnis: Die Werte der Barometer-Tachos wichen auf einer Runde mit etwa 160 Höhenmetern Anstieg um bis zu 15 Prozent voneinander ab.

Eine Durchschnittsabweichung aus mehreren Runden sowie ein Messwertsieger ließ sich nicht ermitteln, da die barometrische Höhenmessung auf die aktuellen Wetterveränderungen unterschiedlich schnell reagierte.

Die barometrische Höhenmessung stellt für Mountainbiker somit nur einen Kompromiss dar, kommt es doch im Gebirge, der Heimat des Mountainbikens, häufig zu Wetterumschwüngen und damit Luftdruckveränderungen, die das Ergebnis verfälschen. Mountainbiker, die eine möglichst genaue Höhenmessung wünschen, müssen an Hinweisschildern mit Höhenangabe, etwa an einer Hütte, regelmäßig nachkalibrieren.

Auch die GPS-Messung erzeugte starke Abweichungen, was eine Ausfahrt mit den getesteten Tachos und einem Referenz-Radcomputer (Garmin Oregon 650t) belegte: Von 401 bis 562 Höhenmetern reichten die Angaben. Der bedeutende Vorteil der GPS-Tachos ist hingegen ihre Fähigkeit zu einfacher Pfeil-Track-Navigation (Ausnahme: Polar). Ein einstellbarer Tageskilometer-Zähler (Roadbook-Funktion) fehlt den Mini-Lotsen daher.

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Arival Teasi One² Foto: Benjamin Hahn
MountainBIKE CompeGPS TwoNav Anima Foto: Benjamin Hahn
MountainBIKE Falk Lux 32 Bewertung Foto: Benjamin Hahn

Wichtig bei einem Radcomputer: die Bedienbarkeit

Ob ein Radcomputer wirklich genutzt wird, hängt nicht zuletzt von seiner Bedienbarkeit ab, denn die wichtigen Funktionen sollten mit wenigen Klicks erreichbar sein. Tachos wie der teure O-Synce erlauben die individuelle Konfiguration der Datenfelder. Tipp: Überlegen Sie sich vor dem Kauf, welche Daten Sie wirklich interessieren und probieren Sie das Auffinden ohne Handbuch am Radcomputer aus.

Sportliche Mountainbiker sollten einen Blick auf den Funktionsvergleich werfen, denn nicht alle Modelle bieten trainingsrelevante Messungen wie Herz-, Trittfrequenz oder erbrachte Leistung in Watt an. Der Sigma Rox 10.0 GPS zeigt sich im Konkurrenzumfeld als wahrer Tausendsassa, beherrscht sowohl einfache Track-Navigation, umfangreiche Messungen der „Körper-Daten“ und zeigt kaum Lücken in der Feature-Liste.

Wägen Sie ab, ob Sie wirklich ein GPS-Radcomputer brauchen. Selbst einfach bedienbare, top ausgestattete Modelle wie der Sigma Rox 10.0 (Testsieg GPS) müssen nach etwa 20 Stunden wieder „ans Netz“. Die Batterien des Ciclosport CM 9.3 A (Testsieg „ohne GPS“) halten dagegen etwa ein Jahr.



28.05.2015
Autor: Christian Zimek
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 4/2015