6 Bike-Computer und 3 Fitness-Tracker im Test (2017)

Test: Radcomputer und Fitness-Tracker

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE 0317 Fitness-Tracker/Radcomputer Test Teaser

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Bikecomputer und Fitness-Tracker helfen, die Leistung zu steigern. Wir haben zehn Modelle ausgiebig getestet.
Zu den getesteten Produkten

Von uns getestet: 4 Fitness-Tracker, 3 Radcomputer mit GPS-Messung und 3 Modelle ohne GPS-Messung

  • Fitness-Tracker messen den Puls am Handgelenk, zeichnen Schritte und Bewegung unterschiedlichster Sportarten per GPS auf und sind mit Einschränkungen auch zum Biken geeignet. Zwischen 150 und 300 Euro müssen Biker anlegen.
  • Klassische Bike-Computer ohne GPS brillieren mit hoher Messgenauigkeit, bleiben dennoch erschwinglich. Ein Komplett-Set aus Computer, Pulsgurt, Speed- und Trittfrequenzmesser kostet etwa 175 Euro. Die Einrichtung erfordert Zeit.
  • GPS-Aufzeichnung und simple Einrichtung sprechen für Radcomputer mit GPS-Messung. Manche Modelle bieten Navigationsfunktionen. Für ein Komplett-Set der hier getesteten Modelle stehen im Schnitt aber 269 Euro auf der Rechnung.

Das Testfeld im Überblick

Hersteller und Modell / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Fitness-Tracker Fitbit Surge (2017) 250 Euro Sehr gut
Fitness-Tracker Garmin Vivoactive HR (2017) 270 Euro Überragend
Fitness-Tracker Polar M200 (2017) 150 Euro Sehr gut
Fitness-Tracker Tomtom Adventurer (2017) 299 Euro Sehr gut
Radcomputer (mit GPS) Garmin Edge 25 (2017) 169 Euro Sehr gut
Radcomputer (mit GPS) Lezyne Super GPS (2017) 150 Euro Sehr gut
Radcomputer (mit GPS) Polar M450 (2017) 160 Euro Sehr gut
Radcomputer (ohne GPS) Cateye Strada Smart (2017) 75 Euro Sehr gut
Radcomputer (ohne GPS) Ciclosport CM 9.3 A (2017) 140 Euro Sehr gut
Radcomputer (ohne GPS) Sigma BC 23.16 STS (2017) 130 Euro Sehr gut

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Der Matsch an den MTB-Schuhen ist noch nicht getrocknet, schon werden hunderte Messwerte via Bluetooth oder WLAN auf Computer, Smartphone und von dort in die Datenwolke (Cloud) gebeamt, aus der bunte Grafiken, Kurven und Verlaufsdiagramme auf den Bildschirm regnen – die totale Überwachung.

Doch die eigene Fitness „auf dem Schirm zu haben“ ist nicht nur zwanghafter Zeitvertreib für Daten-Junkies. Auch Otto Normalbiker profitieren von der rasanten Datenauswertung moderner Bikecomputer oder von Fitness-Trackern, die, wie eine Uhr getragen, mit einer Akkuladung bis zu zehn Tage Schritte und Puls am Handgelenk messen.

Als Multisport-Geräte richten sich Fitness-Tracker jedoch nicht an Profi-Racer, denn nur wenige Hersteller bieten Zubehör wie Herz-, Geschwindigkeits- oder Trittfrequenzsensoren für Biker, die für hohe Messgenauigkeit notwendig sind. Zudem entfällt die Pulsmessung, wenn der Tracker am Lenker montiert wird. Wer will schon immer auf die Uhr unter dem Jackenärmel schauen oder die Messung neu starten, weil der Handschuhklett einen Knopf gedrückt hat?

Der bikende, joggende, etwas „zu breit“ geratene Breitensportler erhält mit einem Fitness-Tracker aber durchaus einen smarten Leistungsmesser. So bieten die Uhren oft die Einbindung von Abnehm-Apps via Smartphone, wo die verbrannten Kalorien mit dem täglichen Nahrungskonto verrechnet, gutgeschrieben und abgezogen werden – sozusagen Online-Lebensmitteldaten-Banking.

Bikecomputer: Klassiker der Trainingsanalyse

Die volle Bandbreite der Datensammlung zur Steuerung des Mountainbike-Trainings ist aber nach wie vor klassischen Bikecomputern vorbehalten. Hier konkurrieren Systeme mit und ohne GPS-Empfang miteinander. Eine ausführliche Beschreibung der Vor- und Nachteile findest du bei den Testberichten zu den jeweiligen Geräten. Oft weit über 50 Funktionen beherbergen die kleinen Superhirne.

Auf fünf der sechs getesteten Modelle hat die Auswertung per Smartphone Einzug gehalten, auf Wunsch flattern gar Meldungen zu eingehenden Anrufen und Nachrichten aufs Display. Bei aller Datensammelpassion muss der Computer jedoch intuitiv bedienbar sein, um in der Praxis auch genutzt zu werden.

Denn wenn die wichtigsten Funktionen viele Klicks vom Hauptmenü entfernt liegen, leidet die Bedienbarkeit. Tipp: Überlege vor dem Kauf, welche Daten dir beim Biken wirklich wichtig sind, und versuche, diese ohne Handbuch zu finden.

GPS-Modelle sind schneller fahrbereit, da kaum Voreinstellungen anfallen. Wer auf ihre recht simple Navigation verzichten kann, sollte eher einen klassischen Bike-Computer wählen. Zum Preis eines „nackten“ GPS-Modells bekommt er hier das volle Sensor-Paket und erfreut sich exakter Messwerte.

So haben wir die Fitness-Tracker und Radcomputer getestet

Um die Bedienung der Testkandidaten zu prüfen, wurden sämtliche Geräte anhand der Schnellstartanleitung eingerichtet. Ohne Studium des ausführlichen Handbuchs mussten definierte Funktionen aufgerufen werden. Zum Aufrufen der übrigen Funktionen wurde, wenn nötig, das Handbuch konsultiert. Wenn nicht separat bewertet, floss auch die Handhabung der Smartphone-App in die Bewertung der Bedienung ein.

Zum Test der Funktionen eines Geräts wurde eine Liste aller relevanter Bike- und Trainingsfunktionen erstellt und zum Zeitpunkt dieses Tests miteinander verglichen. Nachfolgende Funktions-Updates werden demnach nicht gewertet. Die Bewertung der Einrichtung und Montage umfasst die Lenkermontage, die Inbetriebnahme, den Verbindungsaufbau zu Computer, Apps, GPS-Satelliten und das Pairing externer Sensoren (Herzfrequenz, Trittfrequenz, Geschwindigkeitssensor).

Um die Akkulaufzeit zu prüfen, wurden sämtliche Testkandidaten gleichzeitig auf den Trails rund um Stuttgart bei aktivierter GPS-Aufzeichnung bis zum Versagen des Akkus gefahren. Da zum Zeitpunkt des Tests Minusgrade herrschten, welche die Laufzeit verkürzen können, sind längere Laufzeiten möglich. Die Bewertung des Displays umfasst die Größe, die Ablesbarkeit und die Möglichkeit zur Konfiguration der Anzeige.

Foto: MOUNTAINBIKE MOUNTAINBIKE 0317 Fitness-Tracker/Radcomputer Test Benotungstabelle

Anhand der Punktewertung erkennst du, ob ein Computer etwa voll im „sehr gut“ liegt oder die Note nur knapp erreicht. Errechnet werden die Punkte aus vier bzw. fünf Wertungskriterien unter Berücksichtigung ihrer prozentualen Gewichtung.

18.09.2017
Autor: Christian Zimek
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 03/2017