Welches Bike liegt im Gewichts-Ranking ganz vorne, welches bei den Testnoten? Jetzt mit neuen 2012er-Modellen. mehr ...
Zwölf Enduro-Fullys im Test
Echte Nervenkitzler
Enduro-Fullys wecken den Spieltrieb, sind wahre Lustobjekte. Bergab echte Spaßgaranten, sind sie auch bergauf erstaunlich effizient. Zwölf Modelle mit 160 mm Federweg beweisen sich im großen MountainBIKE-Test. Wann bereichert ein Endurobike Ihren Fuhrpark? Zu den getesteten Produkten
Adrenalin ist ein ganz besonderes Hormon. Flutet am Beginn des Downhills die Blutbahn des Bikers. Köchelt leise, wenn sich das Rad zum Sprung in die Lüfte hebt, wenn alle anderen Geräusche verstummen. Hämmert hart gegen die Schädeldecke, wenn die Reifenstollen über das grimmige Gestein der Schlüsselstelle krachen. Übergibt sein hormonelles Zepter den Endorphinen, wenn der Biker ausgepumpt, aber überglücklich am Ende der Abfahrt austrudelt. Bereit für den nächsten schweißtreibenden Uphill, bereit für den nächsten ultimativen Adrenalinkick.
Wohl dem, der für diesen Ausstoß an Glückshormonen das passende Bike parat hat. So wie eines der zwölf Enduros in diesem MountainBIKE-Test. Denn Bikes mit rund 160 mm Federweg sind wahre Lustobjekte. Dampfhammer, die bergab selbst auf granteligen Gardaseetrails erst spät an die Grenzen ihrer Testosteron-geschwängerten Fahrwerke stoßen. Die dennoch passabel klettern und dank ausgeklügelter Plattformdämpfer erstaunliche Effizienz für mehrstündige Auffahrten besitzen. Und so im Gegensatz zu bleischweren Freeridern nicht auf den Transport via Gondel oder Shuttle angewiesen sind.
Massive Rahmenkonstrukte, 160 mm Hub, bissige Bremsen mit großen Scheiben, stabile Laufräder – der oft brachiale Auftritt der Enduros (siehe Infokasten auf Seite 30) symbolisiert schiere Downhill-Potenz. Doch keine Angst, Sie müssen nicht über das Geschick von MB-Tester und Fahrtechnik-Guru Manfred Stromberg verfügen, um Herr dieser Rad-Rabauken zu werden. Klar, wer solche Langhüber im alpinen Gelände an ihre Grenzen bringen will, sollte ein versierter Fahrer sein, aber Enduros erweitern auch den fahrerischen Horizont von Otto Normal-Biker!
Ruppigste und steilste Trail-Passagen, die vormals Downhillern vorbehalten waren oder den Hobby-Piloten angstschweißgebadet wieder ausspuckten, sind plötzlich fahrbar. Keine Furcht vor Federweg – so die erste wichtige Erkenntnis dieses Tests! Denn die stabilen Konstruktionen wecken Ver- und vor allem Zutrauen. Schaffen in jeder Lage ein sicheres Gefühl – auch oder gerade für Biker, die es sonst eher gemächlich angehen. Und die mächtigen 160-mm-Fahrwerke verzeihen Fehler, erlauben ehedem undenkbare Geschwindigkeiten, begleiten ihren Piloten so in neue Bike-Sphären. Die eklige Kante auf der Hausrunde? Kein Problem mehr, einfach kurz am Lenker ziehen, abheben, die befürchtet harte Landung federt der Hinterbau sanft ab.
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