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Zehn Hardtail-Klassiker im MountainBIKE-Test
Im Test: Fünf Alu-Bikes und fünf aus Carbon
Sie stehen für stressfreies Bike-Vergnügen und zeitlose Optik: MountainBIKE testete zehn MTB-Hardtails in Labor und Praxis. Je fünf aus Alu und Carbon! Zu den getesteten Produkten
In Zeiten, in denen wild verzwirbelte Fully-Rahmen organischer erscheinen als Ausstellungen von Gunter von Hagen, sind sie der optische Ruhepol: Hardtails bestechen durch klare Linienführung, sind unverkennbar und zeitlos. Ganz klar, der in geometrischer Reinheit funkelnde Diamantrahmen ist die Coca-Cola-Flasche der Fahrradwelt(en) – ein Evergreen!
Doch pedalieren diese Neo-Klassiker noch auf der Höhe der Zeit? Ist ein zeitloses Bike auch zeitgemäß? Zehn Hardtails – allesamt von renommierten Fachhandelsmarken – fühlte MB zur Beantwortung dieser Fragen auf den harten Hintern, aufgeteilt in zwei Gruppen.
Fünf 1500 Euro teure Allrounder mit Alu-Rahmen wie die wiederbelebte Legende Bergwerk Mercury oder die überarbeiteten Bestseller von Lapierre und Trek. Sowie fünf Rennfeilen aus Carbon für 2000 Euro – etwa von Bulls, Carver oder Cube.
Und exakt bei diesen Preislimits klingelt die Registrierkasse des Radhandels: Hardtails mit exzellentem Preis-Leistungs-Verhältnis treffen auch im Fully-Zeitalter den Kaufnerv der Biker! Das belegen die Verkaufszahlen und die Ergebnisse der groß angelegten MB-Leserumfrage: 41 Prozent tasten die heimischen Gefilde am liebsten Kraft ihres eigenen Popometers ab.
Warum? Weil trotz der unumstrittenen fahrdynamischen Vorteile des vollgefederten Bergrads „harte“ Fakten für den ungefederten Hinterbau sprechen. Im Schnelldurchlauf: Ein Hardtail wird immer leichter, steifer, direkter, langlebiger, wartungsarmer und günstiger sein als ein vergleichbar ausstaffiertes Fully.
Gut investiert ins schwarze Gold!
Zugegeben, auch 2000 Euro sind eine stattliche Summe für ein vermeintlich simples Hardtail. Lohnt es sich, weniger auszugeben? MB meint nein! Denn wer in einen Rahmen aus dem „schwarzen Gold“ Carbon investiert, will diesen mit einer adäquaten Ausstattung geschmückt sehen. Shimano-XT-Niveau soll es für die Mehrheit der Carbon-Bike-Käufer schon sein!
Und wenn ein Cannondale Flash Team oder ein Merida 0.Nine noch so verführerisch im Katalog glänzen, auch „nach oben“ ist diese beliebte Eckpreislage der Hotspot der Vernunft. Denn Hand aufs austrainierte Sportlerherz: Träumen wir nicht alle vom Ferrari – und gehen dann die Vernunftehe mit dem Golf ein?
Aber keine Sorge, hier lauern keine Biedermeier-Bikes auf Sie. Denn ein Gesamtgewicht von 10,0 Kilo, wie es das Carver Pure auf die Waage bringt, war vor Jahren noch den Topmodellen vorbehalten. Ein Beispiel: In MB 3/05 wog der Testsieger Specialized S-Works 10,2 Kilo – und kostete 4400 Euro!
Auch wer heute in die Sphären der Weltcup-Profis rasen will, muss tief in seinen Geldbeutel greifen: Zwar sparen die Highend-Bikes, die MB in Ausgabe 12/09 über die Rennpiste jagte, rund 1,5 kg zu Bulls, Carver & Co. – sie kosten aber im Schnitt 4500 Euro mehr. Merke: Ab der Zehn-Kilo-Marke schmerzt Gewichtstuning finanziell dreifach!
Dennoch bieten Bulls, Carver und Cube eine gute Basis für Grammfeilscher. Vielleicht muss man bei deren Monocoque-Frames auf die angesagteste hochmodulare Superfaser verzichten, Rahmengewichte von unter 1300 g sind dennoch ein guter Wert. Zumal mit Ausnahme des Carvers die Steifigkeiten auf hohem Niveau liegen. Speziell der Cube- Rahmen beeindruckt mit exzellenten Werten.
Basis dafür ist eine hochmoderne Fertigungstechnik („Twin Mold“), mit der Cube Faltenbildung im Inneren der Rohre verhindert und überschüssiges Harz herauspresst. Zudem garnieren die Oberpfälzer ihr Reaction mit aktuellsten Standards wie „Pressfit“-Tretlager mit im Rahmen liegenden Lagern und konisch geformtem Steuerrohr („Tapered“). Maßnahmen, die sich im MB-Labor auszahlten!
Gerade schwere Marathonisti sind mit einem solchen Rahmen sogar oft besser beraten als mit einem am Limit konstruierten 1000-Gramm-Frame. Schließlich soll sich die Rennsemmel bei harten Pedalhüben oder abrupten Lenkmanövern nicht verwinden wie eine gekochte Nudel.
Felt und Univega enttäuschen mit Rahmengewichten von über 1400 g. Immerhin: Das Felt Six investiert einen Teil des „Übergewichts“ in einen Steinschlagschutz am Unterrohr und einen cleveren Schutz vor Kettenklemmern. Apropos: Nur Univega und Cube (vorbildlich!) besitzen einen soliden Kettenstrebenschutz, der Rest klebt lediglich eine dünne Folie auf. Sehr ärgerlich!
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