Test: Zwölf Touren-Mountainbikes unter 2.000 Euro

So schlugen sich die Bikes im Praxistest

Wie sich Geometrie und Fahrwerk in der Praxis schlagen, mussten die Tourenfullys auf der Teststrecke am Gardasee beweisen.
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Fotostrecke: Zwölf Tourenfullys unter 2.000 Euro im Test

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Canyon Nerve XC 8.0 Foto: Benjamin Hahn
Canyon Nerve XC 8.0 Foto: Dennis Stratmann
Ghost AMR 5900 Foto: Benjamin Hahn

Auf einem 170-Höhenmeter-Anstieg mit steiler Rampe sowie felsigen Abfahrten mit winkligen Trails trennte sich die Spreu vom Weizen. Schnell wurde klar: Das nervöse KTM (70° Lenkwinkel) braucht eine erfahrene Hand in der Abfahrt.

Beeindruckend hingegen, wie die ausgewogenen Geometrien von Giant, Specialized und Rose eine sichere Talfahrt begünstigen. Spurtreu und dennoch wendig ziehen die Spaßmobile davon, ihre Fahrwerke bearbeiten den Untergrund fast so selbstbewusst wie die großen All-Mountain-Buddys.

Präzise und ausgewogen steuert das Canyon Nerve ins Tal und gleitet dabei sicher über grobe Brocken. Das hohe Kona Tanuki Deluxe wirkt stelzig bergab, meistert die Bergabwertung aber mit sattem Fahrwerk. Weniger lebendig: Der Hinterbau am Mondraker Tracker RR rüttelt den Fahrer stark durch. Auch Steppenwolf und KTM mit störrischem Dämpfer spenden nur wenig Komfort.

Erstaunlich: Der Rock-Shox-Einsteigerdämpfer Ario im Specialized überzeugt mit satter Federperformance und kann mit vielen der Fox-Hinterbauten locker mithalten. Auch die Rock-Shox-EinsteigerGabeln im Kona und Specialized punkten mit top Ansprechverhalten.

Bergauf geben Radon und Rose Gas und beschleunigen mühelos dank leichter Laufräder (siehe Tabelle unten). In steilen Rampen braucht das Rose jedoch etwas Körpereinsatz, um dem Lenkeinschlag zu folgen. Das liegt mitunter an den recht kurzen Kettenstreben (427 mm).

Kletterfreundlicher: Radon verbaut 441-mm-Kettenstreben. Flott voran geht‘s auch auf den effzienten Bikes von Canyon und Stevens. Mondraker und Kona leiden hingegen an ihrem Übergewicht. Zudem wippt das Kona am Heck stark und muss via Lockout ruhiggestellt werden.

Das Canyon trifft voll die Mitte der Tour-Zielscheibe. Ausgewogen und antriebsneutral geht es bergan mit zentraler und erhabener Sitzposition sowie laufruhig bergab – verdienter Testsieger. Den Kauftipp teilen sich das sportliche Radon, das vor allem Marathon-Fans anspricht, und das ausgewogene Specialized Camber.


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Die Mountainbikes im Test:

29.05.2012
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 05/2012