MTB-Test: 15 Tourenfullys von 3.000 bis 3.300 Euro

15 Tourenfullys im MountainBIKE-Test


Zur Fotostrecke (23 Bilder)

15 Touren-Fullys im Test
Foto: Daniel Geiger

 

15 Touren-Fullys im Test
Foto: Benjamin Hahn

 

15 Touren-Fullys im Test
Foto: Benjamin Hahn

 

15 Tourenfullys im Test
Foto: Benjamin Hahn

 

15 Touren-Fullys im Test
Foto: Benjamin Hahn
Touren- und Marathon-Fullys sind die Alleskönner für jeden Tag: Sie sorgen für Glücksgefühle ohne Setup-Overkill, agieren technisch auf dem absoluten Zenit. MountainBIKE hat die 15 besten Touren-MTBs der Saison getestet.
Zu den getesteten Produkten

15 Tourenfullys lud MountainBIKE zum Test nach Südtirol, wählte dabei die Preisklasse von 3.000 bis 3.300 Euro. Nein, Schnäppchenalarm besteht hier nicht, dafür bieten die Testbikes das, was das Gros der Biker zum Tourenglück braucht: einen ausgereiften Alu- oder gar Carbon-Rahmen mit 120-Millimeter-Fahrwerk, Federelemente zumeist aus dem Portfolio der Edelmarke Fox, Antrieb und Schaltung auf Shimano-XT-Niveau, hochwertige Reifen und standfeste Bremsen.

Dabei garantieren die Testbikes – vom Touren-Klassiker Canyon Nerve XC über das neu aufgelegte Marathonfully Scott Spark bis zum US-Trailbike Trek Fuel EX – mit drei Hauptattributen Rauschgefühle on Tour: effizient bergauf, komfortabel bergab, sorglos im Alltag.

Effizient bergauf: Credo der Tourenfullys

Um den Gipfelsturm effizient, aber dennoch relaxt zu meistern, sind nahezu alle Tourenfullys einen Tick(!) mehr auf Uphill denn Downhill geeicht. Mit langen Oberrohren (etwa 590-Millimeter bei Größe M), aber kurzen Vorbauten pendeln die Sitzpositionen zwischen kompakt und dezent-sportlich – ohne das Streckbankgefühl oder die rückenmordende Sattel­überhöhung eines Racebikes.

Relativ steile Sitzwinkel von mindestens 73,5° rücken den Biker leicht nach vorne, der Tritt ins Pedal erfolgt ergonomisch sinnvoll von oben statt von hinten. Zudem bringt der vorgelagerte Körperschwerpunkt mehr Druck aufs Vorderrad: Zusammen mit der im Vergleich zu einem All-Mountain-Fully etwa drei Zentimeter tieferen Front sind höhenverstellbare, schwere und teure Vario-Gabeln à la Fox Talas überflüssig.

Selbst hochprozentige Anstiege jenseits der 20-Prozent-Marke gelingen ohne steigendes Vorderrad! Und einen praktischen Nebeneffekt kennt jeder, der einmal mit versehentlich abgesenkter Vario-Forke bergab hoppelte: Was nicht da ist, kann man nicht falsch bedienen! "Keep it simple" war schon immer das Geheimnis erfolgreicher Produkte.

Und? Die Anforderungen an die Geometrie erfüllen – bergauf – fast alle Testbikes. Lediglich beim Conway bemängelte die vierköpfige MountainBIKE-Crew eine helastige Sitzposition. Extra sportlich nimmt der Biker auf den tiefen, Marathon-affinen Flitzern von Radon, Scott und Stevens Platz.

Das andere, kompakt-aufrechte Extrem bieten BMC und Trek sowie das via Ausstattung als Racefully definierte, aber vorne hoch bauende Rose. Zweite Schubkraft neben der ausbalancierten Geometrie ist das erfreulich niedrige Gewicht der Testbikes, nur 11,6 Kilo legen die 15 Tourer im Schnitt auf die Waagschale – Chapeau!

Zum Vergleich: Die in MountainBIKE 12/11 getesteten Carbon(!)-All-Mountains wogen gemittelt 12,1 Kilo. Ein halbes Kilo mehr erscheint nicht viel, allerdings kosten besagte Edel-All-Mountains auch im Schnitt 1.500 Euro mehr! Im Klartext: Tourenfullys sind bei vergleichbarem Gewicht erheblich günstiger.

Als Basis dient bei elf Kandidaten ein solider Aluminium- und bei drei Fullys (Ghost, Scott, Stevens) ein Voll-Carbon-Frame. Felt setzt auf einen Zwitter mit Alu-Hauptrahmen und Carbon-Heck. Logo, dass die drei edlen Kohlefaser-Chassis mit Traummaßen von 2.220 bis 2.320 Gramm das Ranking weit anführen. Weniger asketisch: Lapierre, Rotwild und Votec, deren stabile Alu-Konstruktionen teils deutlich über der magischen Drei-Kilo-Marke liegen.


Die Mountainbikes im Test:

20.03.2012
Autor: André Schidt
© MountainBIKE
Ausgabe 02/2012