Mountainbikes im Test: 17 All-Mountains unter 3.000 Euro

17 All-Mountain-Bikes bis 3.000 Euro im Test


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Test All-Mountain-Bikes
Foto: Daniel Geiger

 

MountainBIKE 0313 All-Mountains - Bergamont Threesome SL 9.3
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MountainBIKE 0313 All-Mountains - BMC Trailfox TF03 SLX-XT
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MountainBIKE BMC Trailfox TF03 SLX-XT
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MountainBIKE 0313 All-Mountains - Bulls Wild Mojo 2
Foto: Benjamin Hahn
All-Mountains sind die Alleskönner unter den MTBs. MountainBIKE hat 17 Bikes bis 3000 Euro im großen Vergleichstest gegeneinander antreten lassen. Wer baut in dieser heiß umkämpften Preisklasse den besten Allrounder des Jahres?
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In der Regel bieten die Hersteller der 17 getesteten Mountainbikes ein gelungenes Ausstattungspaket. Radon punktet beispielsweise mit einem hochwertigen und leichten Sram-X0-Antrieb. Corratec, Ghost und Stevens lassen sich mit der Shimano-XT-Schaltung ebenfalls nicht lumpen, Rose setzt mit XTR-Schaltwerk sogar noch einen drauf.

Das Gros der All-Mountains setzt die Muskelkraft mit einer breitbandigen Dreifach-Kurbel in Vortrieb um. Bis auf Giant ist jedoch auch die Zweifach-Fraktion mit kleinem 24er-Kettenblatt vorne und 36er-Ritzel hinten selbst für lange und steile Alpenanstiege geeignet.

Schönes Extra: Bei härterer Gangart sichert eine Kettenführung den Antrieb von Giant und Specialized. Die Bremsanlagen der meisten Bikes bieten gute Verzögerungswerte. Einzig an Lapierre und Giant bremst am Heck nur eine 160er-Disc – für den Alpen-Einsatz sollte es mindestens eine 180er-Scheibe sein.

Bei den Laufrädern ziehen die Versender den Preis-Joker und verbauen hochwertige und leichte System-Wheels. Inklusive Reifen, Scheiben und Kassette kommt Radon sogar weit unter die Vier- Kilo-Grenze. Vorbildlich: Cube montiert an der Front einen griffigen Schwalbe-Reifen mit weicher Trailstar-Mischung.

Rose setzt auf Schwalbes Hans Dampf, der im All-Mountain-Einsatz mit viel Grip überzeugt. Ein angenehmes Plus für das dauernde Auf und Ab bei All-Mountain-Touren sind Vario-Stützen. Leider bieten zu wenige Hersteller diese in der 3000-Euro-Klasse.

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All-Mountains um 3.000 Euro: Der Rahmen bestimmt den Charakter

In der Preisklasse um 3000 Euro dominiert Alu als Rahmenmaterial. Nur Cube und Felt bieten ein Chassis aus Carbon. Das Cube AMS 150 gewinnt mit 2,3 kg die Gewichtswertung mit Bravour. Im Schnitt liegen die Rahmen knapp über drei Kilo. Corratec trägt mit „stolzen“ 3,8 kg die rote Laterne.

Ob 140 oder 150 mm Hub, der wichtigste Indikator für ein gelungenes All-Mountain ist nicht der Federweg an sich, sondern die Kinematik. Denn auch 140 mm Federweg liefern bei richtiger Anlenkung satte Reserven. An der Front bieten bis auf Bergamont alle Bikes eine 150er-Gabel. Ein kleiner Malus der 3000-Euro-Klasse: Viele Bikes kommen ohne Gabelabsenkung. Okay, die All-Mountains meistern auch ohne Absenkung steilste Anstiege, eine Absenkung macht aber genau hier das Leben im Sattel erheblich leichter.

Apropos leicht: Die Gesamtgewichte reichen von schweren 14,5 Kilo des Corratec bis zu leichten 12,2 Kilo bei Cube. Die meisten Bikes tummeln sich jedoch um die 13,5 Kilo und bieten, wohlwollend ausgedrückt, noch Spielraum für allerdings kostspieliges Gewichtstuning.

Die Geometrie bestimmt den Charakter

Auf den vielfältigen und fordernden Trails nahe der südfranzösischen Küste mussten die All-Mountains ihre Talente zeigen. Dank langem Radstand sichern Bikes wie Lapierre und Felt die Talfahrt. In engen Turns sorgen kurze Kettenstreben für einen wendigen Charakter, wie das Specialized mit 423 mm kurzen Streben beweist.

Bergan hilft indes ein steiler Sitzwinkel, der für eine tritteffiziente Sitzposition sorgt – nur Giant fällt hier zu flach aus. Antriebsneutral und zugleich heißhungrig begeistern die Hinterbauten von Specialized und Ghost, während das Heck vom Corratec bergab schwächelt.

Dass man für 3000 Euro ein perfektes All-Mountain bekommt, beweisen schon die insgesamt vier überragenden Testurteile. Allen voran zeigt Canyon, was der perfekte Allrounder können muss und holt souverän den Testsieg. Die beste Preis-Leistung liefert das günstige Merida One-Forty.


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Die Mountainbikes im Test:

26.03.2013
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 03/2013