Mountainbikes im Test: 14 vollgefederte Touren-MTBs um 3.000 Euro

14 Tourenfullys um 3.000 Euro im Test


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Test Tourenfullys
Foto: Dennis Stratmann

 

MountainBIKE Bergamont  Contrail 9.3
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MountainBIKE BMC Speedfox FS01
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MountainBIKE Cannondale RZ 120 XLR 2
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MountainBIKE Canyon Nerve CF 8.0
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Unbeeindruckt von Trendgewittern und Innovationsstress, wollen die 2013er Tourenfullys mit ausgereiften MTB-Geometrien und ­klassischen 26"-Laufrädern für Tourenspaß sorgen. MountainBIKE hat 14 Modelle getestet.
Vergleichbare Produkte im Test

Wie zu erwarten triumphieren in diesem Testfeld die MTB-Versender im Kampf um die beste Ausstattung. Votec und Radon spendieren ihren Mountainbikes sogar eine edle Shimano-XTR-Gruppe. Dagegen fallen die Bikes von Simplon und Orbea mit zu preiswerten Shimano-Parts wie der schweren FC-M552-Kurbel deutlich ab.

Prima: In puncto MTB-Bremsen gibt es fast nur Positives zu berichten. Egal ob günstige Shimano-Bremsen wie an Scott, Simplon und BMC, bissige Formula-Bremsanlagen (Orbea, Radon und Rose) oder gut modulierbare Avid-Bremsen wie am Canyon – alle geleiten sicher ins Tal. Am besten entschleunigt indes die oft verbaute Shimano-XT-Bremse. Statt einer 160-mm-Disc könnten Cannondale und Rose für die weniger bissige Magura MT eine 180er-Disc am Heck vertragen.

Auf Nummer sicher sollten Touren-Mountainbiker bei der Reifenwahl gehen. Die aktuell beste Wahl für MTB-Touren bei jedem Wetter und in jedem Terrain ist der Nobby Nic von Schwalbe (in der Evo-Version!) oder der Mountain King von Conti.

BMC, Radon und Scott setzen indes auf Schwalbes Rocket Ron. Der leichte Race-Reifen bietet auf matschigem Untergrund zwar guten Halt, kommt jedoch bei nassen Steinen oder Wurzeln früh an seine Grenzen – genauso wie sein „Rennbruder“ Racing Ralph (Cannondale und Merida). Die Hutchinson-Reifen am Orbea bieten wegen der geringen Profiltiefe kaum Grip und fallen mit 605 g auch noch schwer aus – für die hierzulande oft matschigen Trails ein „No-Go“.

Im Blickpunkt: die Rahmen der Test-MTBs

Bei Preisen um 3000 Euro dominiert an den Tourenfullys nach wie vor Alu als Rahmenmaterial. Drei Hersteller verwenden aber bereits mehr oder weniger Carbon. Ghost setzt auf einen Kohlefaser-Hauptrahmen, Orbea auf ein leichtes Carbon-Chassis mit Alu-Sitzstreben und Canyon mit dem neuen Nerve CF auf einen Voll-Carbon-Rahmen mit allen technischen Raffinessen.

Mit Flex-Carbon-Streben am Heck und gängigen Features wie Postmount-Bremsaufnahme, Steckachse am Heck, Pressfit-Tretlager, konischem Steuerrohr und innenverlegten Zügen düpiert das Canyon die Konkurrenz und führt mit 2345 g zudem das Gewichts-Ranking an. Im Schnitt liegen die Rahmen der Tourenfullys bei 2,8 kg. Ein solider Wert, der (fast) allen Bikes gute Steifigkeitswerte einbringt.

Dass Tourenfullys dieser Preisliga keine Gewichtsrekorde aufstellen, überrascht nicht. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass sich das Gros der Probanden um die 12-Kilo-Grenze schart – ein guter Preis-Gewichts-Kompromiss. Schwer ist das Cube (12,7 kg), besonders leicht das Cannondale (11,3 kg).

So fahren sich die Test-Mountainbikes

Steinige Abfahrten sowie steile Auffahrten – die Teststrecke in der Provence verlangte den Tourenfullys einiges ab. Dabei interessierte sich die Testcrew selbstredend für die Eigenschaften, auf die es bei einem Tourenfully dieser Preisklasse ankommt:

Wie steht es mit dem Komfort auf langen Touren, wie viel Fahrsicherheit bieten die Bikes, wie fehlerverzeihend sind sie? Sprich: Welches Bike bietet die besten Allroundfähigkeiten? Wirkt sich etwas Mehrgewicht gleich als Ballast an langen Anstiegen aus? Sind etwas schwerere Allwetterreifen wie die gripstarken und pannensicheren Nobby Nics nicht der bessere Kompromiss gegenüber besser rollenden und/oder leichteren Modellen wie Racing ­Ralph oder Rocket Ron? Gibt es Spezialisten wie etwa das Cannondale, das sich insbesondere an sportliche Tourenfahrer richtet, die auch mal einen Marathon bestreiten wollen? Die Antworten auf alle Fragen finden Sie in den Testbriefen ("Die Mountainbikes im Test", weiter unten auf dieser Seite).


Die Mountainbikes im Test

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01.02.2013
Autor: Chris Pauls
© MountainBIKE
Ausgabe 01/2013