MountainBIKE-Test: Zwölf 29er-Hardtails ab 1.500 Euro

Zwölf 29er-Hardtails ab 1.500 Euro im Test


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29er-Hardtails Test
Foto: Daniel Geiger

 

Bergamont  Revox 8.2
Foto: Benjamin Hahn

 

Bergamont Revox 8.2 - Detail
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Bergamont Platoon 8.2
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Canyon Grand Canyon AL 29 8.9
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Sie pflegen eine sportliche Gangart und liebäugeln mit einem 29er-Mountainbike? Und Sie wollen kein Vermögen ausgeben? Dann ist unter diesen zwölf MTB-Hardtails ab 1500 Euro mit Sicherheit das richtige Gefährt dabei.
Zu den getesteten Produkten

MountainBIKE lud zwölf 29er-Hardtails ab 1500 Euro zum Vergleichstest. Cube, Giant und Poison eröffnen das Testfeld mit 1499 Euro. Focus, Lapierre und Specialized liegen mit 1599 Euro leicht darüber, während die restlichen Kandidaten die 1600-Euro-Grenze durchbrechen. Versender Canyon schließt das Feld mit 1749 Euro nach oben hin ab.

Ganz erstaunlich, wie viel Rad fürs Geld Biker bereits in dieser Preisklasse bekommen. Und das nicht nur in Form von größeren Laufrädern. Poison verbaut sogar einen edlen Sram-X0-Antrieb. Viele liefern einen tourentauglichen 3 x 10-Mix mit Shimano-XT- und -SLX- oder verbauen Sram-X9-Parts (Rose). Nur Canyon und Focus kommen mit 2fach-Kurbel.

Leider ist die stramme 28/40-Zähne-Kurbel am Focus selbst für ambitionierte Racer ungeeignet. Canyon geht mit einer 22/36-Kurbel wesentlich leichter und somit tourenorientierter aufwärts. Sram-X7- oder Shimano-Deore-Schalthebel mindern an Cube, Giant und Lapierre etwas die Schaltpräzision.

Gut wiederum: Alle Bikes bremsen mit bissigen 180er-Scheibenbremsen an der Front. Das Gros der Hersteller verbaut die bewährte Reba-Gabel von Rock Shox. Doch auch deren Einsteigergabel Recon im Lapierre und Specialized (hier nur mit 80 mm Hub) funktioniert tadellos. Rose und Canyon kommen mit hochwertiger Fox-Gabel samt FIT-Kartusche, das Canyon sogar mit der aufwendigen „Wipp-Bremse“ Terralogic.

Die Geometrie der 29er-Bikes: Moderne versus Klassik

Zahlen lügen nicht. Deshalb gilt: Die Geometrie entscheidet über Kletterverhalten, Laufruhe und Agilität. 29er bieten dank langem Radstand viel Laufruhe, sind zugleich aber auch träger im Kurvenverhalten als 26-Zöller. Hauptsächlich liegt dies an den Hinterbauten, die Platz für die großen Laufräder bieten müssen. So verbaut Rose lange 450-mm-Kettenstreben, während der Durchschnitt 437-mm-Streben einsetzt.

Bergamont verpasst dem Revox sogar ein kurzes 425-mm-Heck, damit es agil um Kehren geht – für 29er-Verhältnisse ist das extrem kurz. Zum Vergleich: Bei 26-Zoll-Bikes sind die Kettenstreben ca. 420–425 mm lang. Zu Beginn der 29er-Welle setzten viele Hersteller auf steile Lenkwinkel über 71 Grad, um den Radstand möglichst kurz zu halten.

Giant, Poison, Specialized und Steppenwolf sorgen weiterhin mit steilem Winkel für eine agile Lenkung. Bergamont, Canyon, KTM, Lapierre, Focus und Rose wählen hingegen einen flachen Lenkwinkel, der Ruhe in die Front bringt. Aber: Bei dieser Variante dürfen Oberrohr und Hinterbau nicht zu lang ausfallen, sonst wächst der Radstand und das Bike wird zu träge.


Die Mountainbikes im Test:

13.07.2012
Autor: Chris Pauls
© MountainBIKE
Ausgabe 07/2012