MountainBIKE-Test: Zehn All-Mountain-MTBs um 2.000 Euro

10 All-Mountain-Bikes um 2.000 Euro im Test


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All-Mountain-Test
Foto: Arturo Rivas

 

Bulls Wild Mojo 2
Foto: Benjamin Hahn

 

Bulls Wild Mojo 2
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Bulls Wild Mojo 2
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Canyon Nerve AM 7.0
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Kurven, Steine, Sprünge – All-Mountains ziehen selbstbewusst bergab und leichtfüßig bergauf. Sie beherrschen die Trails wie kaum eine andere MTB-Kategorie. Doch was dürfen Biker für 2000 Euro erwarten? MountainBIKE hat zehn Modelle getestet.
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All-Mountains haben ein Problem: Stets müssen sie an die Grenzen des Möglichen gehen, mit hungrigen Fahrwerken schroffe Downhills meistern und mit tritteffizienter Sitzposition nach der Uphill-Krone streben. Da grenzt es fast an ein Wunder, dass All-Mountain-MTBs nicht vom Burn-out betroffen sind ...

Aber im Ernst: Eher teure Mountainbikes managen den Stress zwischen beschwingt bergab und flott bergauf meist klaglos. Doch wie steht‘s um die günstigeren Modelle? Macht sich hier der Rotstift funktionell bemerkbar?

Um herauszufinden, wo die preisliche Schmerzgrenze liegt – wie günstig darf ein All-Mountain-Bike sein? –, lud MountainBIKE zehn Bikes um 2000 Euro zum Test. Klar, dass dabei preisaggressive Internetversender mit am Start sind: Canyon, Poison, Radon und Rose folgten umgehend der Einladung. Wobei die Bikes von Radon und Rose unter der 2000-Euro-Grenze bleiben, am teuersten kommt das Poison für 2299 Euro.

Doch auch Fachhandelsmarken halten bei diesem Preisgefecht mit: Bulls, Cube und KTM kosten ebenfalls unter 2000 Euro. Wenig mehr verlangt Fuji für das Reveal (2099 Euro). Stevens bietet das Glide für 2199 Euro an. Ghost verlangt für das AMR Plus 2299 Euro. Bleibt die Frage, wo namhafte Hersteller wie Centurion, Focus, Haibike oder Univega in diesem Test bleiben. Einfache Antwort: Diese Hersteller wollten sich dem Vergleich in dieser Preisklasse nicht stellen. Weitere Marken wie Scott, Specialized oder Trek bieten indes gar kein All-Mountain-Fully um 2000 Euro an.

Bereits der Blick auf die Waage verrät beachtliche Unterschiede: Das Ghost wiegt satte 13,9 kg – 650 g über dem Durchschnitt. Stevens präsentiert hingegen mit 12,8 kg das leichteste Rad im Test. Die Werte bestätigen die These aus dem aktuellen Tourenfully-Test: Ein All-Mountain der 2000-Euro-Klasse wiegt rund ein Kilo mehr als ein gleich teures 120-mm-Fully. Logo, dass die meisten preisgünstigen All-Mountains bei diesem Ballast bergauf der Touren-Armada hinterherhecheln.

All-Mountain-Bikes: auf Vielseitigkeit getrimmt

Dafür trumpfen sie mit Bergabpotenz und Vielseitigkeit bis hin zum Enduroritt auf! Besonders dann, wenn wie im Canyon, Ghost, Radon und Poison eine Vario-Stütze Dienst tut. Ungefähr doppelt so schwer wie eine normale Stütze, gleichen sie den Gewichtsnachteil in der Abfahrt durch Bewegungsfreiheit pur mehr als aus – ohne lästige Stopps! Nutzbringend im Uphill ist dagegen eine absenkbare Gabel. Canyon, Ghost, Radon und Rose setzen auf Fox-Talas-Forken, während Bulls, Cube und KTM dem Dual-Position-System von Rock Shox vertrauen.

Prima: Beide Systeme ermöglichen die Absenkung buchstäblich im Handumdrehen. Poison steuert die Absenkung der Magura-Gabel via Fernbedienung – an einem All-Mountain nicht wirklich notwendig. Stevens und Fuji verzichten auf Absenksysteme und verbauen eine flacher bauende 140-mm-Gabel. Auch das Heck der Fullys gibt sich variabel: Ob mit Fox-RP-Dämpfer, Rock Shox oder X-Fusion – alle Hinterbauten bieten zuschaltbare und effiziente Wippunterdrückung mittels Plattformdämpfung.

Wie gewohnt bestücken die Versender den Antrieb hochwertig mit Shimano-XT/SLX-Parts oder Sram X9 (Rose). Die ZEG-Marke Bulls verbaut gar ein XTR-Schaltwerk mit Shadow-Plus-Technik. Bei den Bremsanlagen punkten Avid, Formula, Magura und Shimano gleichermaßen, doch auch die billigen Tektro-Stopper am Fuji überzeugten. Top: die 200-mm-Disc an der Front bei Canyon, Fuji und Rose. Genügend Grip bieten Reifenbreiten um 2,35".

Canyon und Cube bedienen sich im Schwalbe-Reifen-Baukasten und wählen die smarte Kombi aus weichem, bissigem Gummi vorne und hart für gute Rolleigenschaften am Heck. Entscheidender für den Antritt ist jedoch die rotierende Masse. Hier wiegt die Laufrad-Reifen-Kombi im Canyon satte 800 g mehr als die leichteste im Stevens (3881 g). Der Durchschnitt liegt bei 4300 g.


Die Mountainbikes im Test:

29.06.2012
Autor: Chris Pauls
© MountainBIKE
Ausgabe 06/2012