MountainBIKE-Test: Sieben All-Mountain-29er von 2.500 bis 3.000 Euro

Sieben All-Mountain-29er im MountainBIKE-Test


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All-Mountain-29er im Test
Foto: Daniel Geiger

 

Cube AMS 29 Race
Foto: Benjamin Hahn

 

Cube AMS 29 Race - Steck­achssys­tem
Foto: Benjamin Hahn

 

GT Sensor 9R Pro
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GT Sensor 9R Pro - Kettenblatt
Foto: Benjamin Hahn
Twentyniner auf All-Mountain-Kurs: Was können die Großen besser als ein 26"-MTB? MounatinBIKE prüfte erstmalig sieben All-Mountain-Twentyniner mit 120 bis 140 mm Federweg.
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Selbst für die meisten MountainBIKE-Tes­ter waren All-Mountain-29er bis zum Testbeginn Neuland. Umso gespannter und neugieriger erwartete das Test-Team das Eintreffen der sieben 29er-Fullys mit Federwegen von 120 bis 140 mm.

Die US-Trendsetter GT, Trek und Specialized setzen schon länger auf langhubige 29er. Ein alter Hase im Geschäft ist beispielsweise das Rumblefish, das schon unter dem Markennamen Gary Fisher im Hause Trek geführt wurde. Neu im 29er-All-Mountain-Segment sind die Vancouver-Marken Kona und Norco sowie die deutschen Hersteller ­Cube und Rotwild. Das günstigste Bike im Test ist das Cube AMS 120 29 ­Race für 2499 Euro, während Trek mit 2999 Euro das obere Preislimit setzt.

Wie in dieser Preisklasse zu erwarten, sind alle Bikes mit soliden Alu-Rahmen ausgestattet. Das leichteste Chassis bietet Specialized mit glatt drei Kilo. Cube stattet den 3300 g schweren AMS-Rahmen nobel aus und entscheidet das Gesamtgewichts-Ranking mit nur 12,8 Kilo für sich. Das schwerste Bike stellt Trek mit 13,8 kg. GT gönnt seinem Schützling eine komplette Shimano-XT-Schaltung. Cube setzt mit der Sram X0 noch eins drauf.

Das Gros des Testfelds verbaut einen soliden Mix aus Sram X9/X7 oder Shimano SLX/XT. Fünf Hersteller spendieren ihren Bikes eine Fox-Gabel mit 120 bis 130 mm Hub. Nur Kona und Norco sind mit der Rock Shox Revelation am Start – das Norco Shinobi sogar mit langhubigen 140 mm Federweg.

Aktuelle 26-Zoll-All-Mountains bieten üblicherweise 140 bis 150 mm Federweg und überzeugen durch einen breiten Einsatzbereich – von spaßigen Trailrides über ausgedehnte Mittelgebirgstouren bis hin zur Alpenüberquerung ist alles drin.

Können 29er-All-Mountains mithalten?

29er-All-Mountains weisen lediglich 120 bis 130 mm Federweg am Heck auf. Dafür setzen die „Großen“ auf den flachen Überrollwinkel der 29“-Laufräder und wollen somit den fehlenden Hub am Heck kompensieren. Die größte Schwierigkeit der Bike-Konstrukteure ist derzeit, dass die großen Laufräder mehr Platz beim Einfedern brauchen.

Die Kettenstrebenlänge wächst mit dem Federweg, was das Kurvenverhalten träger macht. So besitzt ein 26-Zoll-Stumpjumper beispielsweise eine Kettenstrebenlänge von 420 mm, das 29-Zoll-Pendant ganze 453 mm. Der Unterschied von über drei Zentimetern ist spürbar: Das 29er fährt weniger agil durch Kurven, ist insgesamt träger.

Für Freerider wie MountainBIKE-Tes­ter Thomas „Prof“ Schmitt käme ein 29er-AM daher nicht in Frage: „Ich brauche ein agiles, kurzes Bike. Dann kann ich das Gelände zum Springen und Spielen voll ausnutzen.“ Jedoch stellt sich nach einiger Zeit ein Gewöhnungseffekt ein, selbst enge Serpentinen werden dann fahrbar. Zudem bringen längere Kettenstreben auch Vorteile: In steilen Anstiegen bleibt ein 29er spurtreu und generiert zudem enorme Traktion.

Auch bergab steigt das Vertrauen zum Rad durch die großen Laufräder. Rollt man eine Kante oder eine Böschung mit spitzem Ausrollwinkel hin­unter, fährt das große Vorderrad souverän „über“ die Kuhle und bringt ein Plus an Sicherheit. Über verblocktes Gelände rollen die Big Bikes wesentlich leichter und bringen somit mehr Sicherheit und in Folge mehr Fahrspaß – stellenweise kommt sogar Enduro-Feeling auf!

Leider liegen die Laufradgewichte noch nicht auf dem Stand der 26“-Pendants, wodurch die Beschleunigung träger ausfällt. Das Gesamtgewicht liegt durchschnittlich bei 13,25 Kilo, ein vergleichbar teures 26er-AM-Testfeld ebenfalls zwischen 12,5 und 14 Kilo – also auf ähnlichem Niveau.


Die Mountainbikes im Test:

16.04.2012
Autor: Chris Pauls
© MountainBIKE
Ausgabe 03/2012