MountainBIKE Test: Neun preiswerte Hardtail-MTBs

Neun Hardtails der 999-Euro-Klasse im Test


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Hardtail-Mountainbikes
Foto: Daniel Geiger
Versender oder Fachhändler – wer hat das MTB für Einsteiger, Tourer und Hobby-Marathonisti im Angebot? MountainBIKE prüfte neun Bestseller.
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Neun, neun, neun – unverrückbar markierte die 999-Euro-Grenze in den vergangenen Jahren den Übergang vom breitbereiftem Alltagsrad zum Sportgerät für ernsthafte und langfristige Geländeeinsätze. Oder frei nach Schnulzenkönig Udo Jürgens: „Mit 999 Euro, da fängt das Biken an. Mit 999 Euro, da hat man Spaß daran.“

Doch gilt dies angesichts steigender Preise immer noch? Wie viel Bike bekomme ich im Jahr 2012 für mein Geld? Schließlich „darbt“ die Fahrradindustrie seit rund drei Jahren unter den steigenden Lohnkos­ten in den asiatischen Produktionsländern, höheren Zöllen und explodierenden Frachtkosten. MB lud daher neun Hardtails zum traditionellen Test der „Tausender“.

Darunter Stammgäste wie die Versender-Bikes von Canyon, Poison, Radon und Rose – sowie fünf Bikes aus dem Fachhandel: Bulls, Carver, Corratec, Haibike und Stevens. Neun Hardtails, die sich – so viel vorweg – bei weitem nicht nur für den Bergrad-Novizen eignen. Größtenteils reicht die Qualität von Rahmen, Federgabel und Parts locker für anspruchsvolle Tagestouren oder gar Wettkampfeinsätze.

Versender oder Fachhandel? Wer vor dem Kauf eines Bikes dieser heiß umkämpften Preisklasse steht, sollte sich eingehend mit den Vor- und Nachteilen (siehe Kasten rechts) der Vertriebswege befassen. Denn das vermeintliche Schnäppchen aus dem Internet wird zur nervlichen und finanziellen Belastung, wenn Reparaturen anstehen – und der nette Händler ums Eck nur mit der Schulter zuckt oder einen gesalzenen Preis für seine Mühen verlangt.

Aber: Handelsmarke ist nicht gleich Handelsmarke. So steckt hinter Bulls die Einkaufsgenossenschaft ZEG mit fast 1000 Niederlassungen, hinter Carver die Großkette Fahrrad XXL, hinter Haibike die Winora-Group. Geballte Vertriebs- und Einkaufs-Power, die diesen Marken eine zumeist weit überdurchschnittliche Ausstattung auf Versender-Niveau ermöglicht.

Service und Beratung im Fahrrad-Großhandel liegen aber nach MountainBIKE-Erfahrungen oft nicht auf dem Niveau eines auf Mountainbikes spezialisierten, kompetenten Bike-Shops. Woran Sie diesen erkennen? Verlassen Sie sich ruhig auf Ihr Bauchgefühl. Sagt Ihnen das allgemeine Angebot zu? Wirkt der Verkäufer fachkundig, nimmt er sich Zeit? Fühlen Sie sich schlicht gut aufgehoben? Dann sind Sie mit Sicherheit auch in Zukunft bei Fragen und Reparaturen ein gern gesehener Gast!

Auch die Versender gehen neue Wege, um ein weniger anonymes Einkaufserlebnis zu bieten. So offeriert Radon Testcenter etwa auf Mallorca oder in Winterberg und kooperiert europaweit mit rund 100 Werkstätten, bei denen der Kunde „mit einem Radon-Rad gerne gesehen ist“.


Die Mountainbikes im Test:

Autor: André Schmidt
© MountainBIKE
Ausgabe 03/2012