MountainBIKE-Test: 14 Race-Hardtails mit 29"-Rädern und Carbon-Rahmen

14 Race-Hardtails aus Carbon im Test


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Race-Hardtail im Test
Foto: Daniel Geiger
Pfeilschnell, unfassbar leicht, verschwenderisch ausgestattet – MountainBIKE lud die schnellsten 29er-Hardtails der Welt zum Labor- und Praxistest.
Zu den getesteten Produkten

Um das schärfste 29er Race-Hardtail der Saison 2013 zu ermitteln, wählte MountainBIKE einen entsprechenden Preisrahmen von 5500 bis 6500 Euro und lud alle Hersteller ein, die in diesen hochexklusiven Zirkel passen.

14 Firmen folgten der Aufforderung und schickten ihr 29"-Topmodell – darunter Newcomer wie das Canyon Grand Canyon, der Vorjahressieger Cannondale F29 (vormals „Flash“) oder moderne Klassiker wie das Simplon Razorblade. Cannondale und Scott hätten sogar noch ein teureres Modell zu bieten – allerdings mit zu starken Abstrichen in Sachen Alltagstauglichkeit (Einfach-Kurbel, Slick-Bereifung etc.).

Warum keine günstigeren Bikes im Test?

Kurz nach der Eurobike-Messe können die meisten Hersteller nur die Highend-Versionen liefern, die Produktion der Kaufklasse-Modelle läuft erst jetzt an. Damit reagiert die Industrie auch auf den Handel: Im Winter werden verstärkt hochpreisige, im Frühjahr „günstigere“ Modelle verkauft.

Vor allem aber setzen diese Prestigeobjekte mit edelsten Parts die Benchmark für die folgenden MountainBIKE-Hardtail-Tests, zeigen, was im Bike-Jahr 2013 möglich ist. Und: Wer mag nicht gerade an langen Winterabenden gerne von einem solchen Luxusliner träumen? Für Leute, die es eher handfest mögen, suchte die Redaktion jedoch zugleich preisattraktivere Alternativen heraus - diese gibt's in der Fotostrecke weiter oben auf dieser Seite zu sehen.

Zu den Rahmen der getesteten Bikes: Diese bestehen in der Highend-Klasse selbstredend aus Carbon, zumeist in Monocoque-Bauweise – kein anderer Werkstoff erlaubt einen besseren Kompromiss aus geringem Gewicht und hoher Schlagzähigkeit. Zudem können die Konstrukteure durch belastungsgerechten Aufbau und geschickte Faserverlegung seitliche Steifigkeit mit vertikaler Nachgiebigkeit verknüpfen – dies bringt Spurtreue und Antrittshärte einerseits, (Sitz-)Komfort und Traktion andererseits.

Um diese Fertigkeiten zu überprüfen, wurden die Bikes im Vorfeld „gestript“, im MountainBIKE-Labor gewogen, vermessen und in puncto Lenkkopf- und Tretlagersteifigkeiten sowie Komfort auf EFBe-Prüfständen getestet. Wie im Vorjahr überragt der Cannondale-Rahmen die Konkurrenz mit sehr niedrigem Gewicht von 1034 Gramm, exorbitanten Steifigkeiten und erstaunlich hoher „Schluckfreude“ – besser geht‘s aktuell nicht! Aber auch Bergamont, BMC, Canyon, Merida, Rocky Mountain und Scott überzeugen unter dem Strich mit „sehr guten“ Rahmenwerten.

Deutliche Punktabzüge gab‘s hingegen für die zu schweren und dennoch unkomfortablen Frames von Focus und Haibike. Speziell Orbea sowie teils auch Niner und Stöckli bieten nur unterdurchschnittliche Steifigkeiten – für leichtgewichtige Fahrer um 70 Kilo in der Praxis kein Problem. Schwerere Biker müssen jedoch mit Einbußen bei Spurstabilität und Kraftfluss rechnen.


Die Mountainbikes im Test:

Autor: André Schmidt
© MountainBIKE
Ausgabe 12/2012