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Im Test: Scott Genius LT vs. Liteville 601
Leichte, tourige Ausstattung
Den Kontrahenten gemein ist die leichte, tourenorientierte Ausstattung, die vermeintliche Gegensätze wie leicht und stabil geschickt, weil ohne Funktionsverluste, zusammenbringt. Zu den getesteten Produkten
So laufen Liteville wie Scott auf gewichtsoptimierten Laufradsätzen für effizienten Vortrieb, geführt durch überall griffige Schwalbe Fat Alberts in üppiger 2,4“-Breite. Kräftige Bremsen stärken das Vertrauen ins Rad. Damit die lockere Bergauffahrt kein Werbeversprechen bleibt, kommen an beiden Bikes die neuen 3 x 10-Schaltsysteme von Sram und Shimano zum Einsatz.
Gut so, denn die auf ganzer Breite schaltbaren 10-fach-Kassetten sind kraftsparend. Sinnvoll auch: die funktionelle, schaltbare Kettenführung am Liteville und der auf eine Führung vorbereitete Scott-Rahmen. Praxisnah, besonders für diese regelmäßig bergauf wie bergab gerittenen Bikes: die höhenverstellbare Vario-Sattelstütze am Scott. Liteville-Käufer sollten unbedingt eine ordern.
Auf der langen Auffahrt zum Monte Baldo die Überraschung: Dass sich Bikes mit dem Federweg eines Freeriders so effizient pedalieren lassen, das gab‘s bisher nicht. Kein Fahrwerkswippen beschneidet brutal den Vortrieb, in ihrer hohen Kletterkompetenz sind Scott wie Liteville absolut mit der AM-Verwandtschaft vergleichbar. Allerdings setzt sich das Scott mit seiner Twinloc-Fahrwerksverstellung am Berg doch etwas vom Liteville ab.
Wer nutzt diese Bikes voll aus?
Weil der Pilot mit so viel Federweg so unerwartet leicht und mit AM-ähnlicher Agilität auf den Gipfel spurtet, tritt die Frage „Wem nützen diese Bikes?“ merklich in den Hintergrund. Denn den Reserve-Federweg nimmt ein Fahrer gerne mit, bezahlt er ihn doch nicht durch ein höheres Gesamtgewicht – wenn er für die Luxusversionen das Geld auf den Tisch blättern kann.
Ist die Fahrfreude bergauf schon hoch, erfährt sie auf frechen, wurzeligen oder felsigen Trails eine deutliche Steigerung, im Downhill vor allem im Fall Liteville ihre Krönung. Hier liegen die Bikes sehr satt, sind die Fahrwerke mit deutlich mehr Potenzial fürs Grobe wie etwa mittlere Sprünge oder hohe Steinkanten ausgestattet. Die Ideallinie verfehlt? Kein Problem, Federung und Dämpfung werden es schon richten.
Die steifen Chassis ermöglichen diese außerordentliche Spurpräzision. Schnelle Kurven- und Richtungswechsel bei hohem Speed in anspruchsvollem Gelände? Sie sind auch dank des breiten Cockpits und der leichten Laufräder selbst für den weniger Geübten erstaunlich mühelos einzuleiten. Und auch von den satten Federwegsreserven profitieren nicht nur Könner.
Bei so viel Licht muss es auch Schatten geben: Das Vorserienmodell der Federgabel Rock Shox Lyrik brachte durch die überdämpfte Druckstufe Unruhe in das gelungene Scott-Fahrwerk, so dass das eigentlich so potente Fahrwerk konnte im Downhill nicht alle seine Trümpfe ausspielen konnte.
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2011er Bikes im MountainBIKE-Test







