26 Zoll gegen 29 Zoll: 16 Hardtail-MTBs um 1.000 Euro im Test

Im Duell: Centurion Backfire 900 (26“) vs. Centurion Backfire 900.29 (29“)

Vor über 25 Jahren bewies Centurion-Gründer Wolfgang Renner Pioniergeist und fuhr mit einem Mountainbike über die Alpen – die Geburt des Alpencross!
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MountainBIKE 26er Centurion Backfire 900
Foto: Benjamin Hahn Centurion Backfire 900 (26 Zoll)

Seither hat sich viel verändert, die Technik der Bikes ist schier nicht wiederzuerkennen: voluminöse Alu-Rahmen, die via Öldruckverfahren organische Formen annehmen, massive Federgabeln, brachiale Scheibenbremsen – und eine neue Laufradgröße, die damals so nur am Rennrad rotierte ...

Zum MB-Duell entsandte Centurion den Klassiker Backfire. Und nicht nur optisch wirken die Bikes wie Zwillinge, auch auf dem Prüfstand erzielen sie ähnliche Werte. Das 26"-Backfire glänzt dabei mit der höchsten Wiegetrittsteifigkeit im Test, aber auch das 29er liegt auf hohem Level.

Ein Blick auf die Gewichte verrät, warum: Mit fast zwei Kilo fällt der 26"-Rahmen kreuzstabil aus und markiert im 26er-Gewichtsvergleich das Schlusslicht, der 29"-Rahmen überschreitet gar die Zwei-Kilo-Schwelle. Immerhin: Die im Labor ermittelten Komfortwerte überzeugen.

Das ist auch in der Praxis spürbar. Zudem bieten die „Twins“ mit sportlicher, aber nicht zu gestreckter Sitzposition einen hohen Wohlfühlfaktor. Schon auf den ersten Uphill-Metern macht sich aber ein wenig Ernüchterung breit. Die soliden Rahmen und der vergleichsweise weniger wertige Parts-Mix mit schweren Federgabeln, das schraubt das Gesamtgewicht in die Höhe, hemmt den Vorwärtsdrang.

Das 29"-Backfire schleppt mit 13,7 Kilo (schwerstes Bike im Test) spürbar zu viel Gewicht den Berg hinauf, zudem vereitelt die Laufrad-Reifen-Kombi mit über fünf Kilo nahezu jede Sprintattacke. Das 26er ist da einen Tick spritziger, hebt aber an steilen Anstiegen die recht hohe Front gerne mal vom Boden ab.

 

MountainBIKE 29er Backfire 900.29
Foto: Benjamin Hahn Centurion Backfire 900.29 (29 Zoll)

Auf dem Trail herrscht dann wieder Einigkeit: Das 26er huscht flink um Kurven, wirkt mit kurzem Radstand fast schon nervös. Zwar agiert das 29er etwas unaufgeregter, steuert aber dennoch sehr direkt über die 71° steile Front.

Bei rasanter Fahrt sorgt am „großen“ Centurion der breite Lenker (680 mm) dennoch für genug Kontrolle, während die Lenkstange am 26er mit 630 mm zu schmal ausfällt. Prima: Die schweren, aber steifen Suntour-Gabeln liefern hohe Spurtreue und schlucken selbst grobe Brocken weg.

Fazit:

Die nahezu identisch aufgebauten, robusten Centurions kämpfen mit Übergewicht. Trotz stolzer 13,7 Kilo würden die MB-Tester das Backfire 29 wählen – dem gutmütigen Fahrverhalten sei Dank. Für Radler, die schwieriges Terrain meiden, ist das immerhin spürbar leichtere 26er aber der bessere Kauf.



Die Mountainbikes im Test:

16.05.2013
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 05/2013