26 Zoll gegen 29 Zoll: 16 Hardtail-MTBs um 1.000 Euro im Test

Im Duell: Carver Pure 150 (26“) vs. Carver Pure 910 (29“)

Die Oberrohre beider Carver-Bikes ziert ein Name mit Gewicht: Peter Voitl.
Zu den getesteten Produkten

 

MountainBIKE 26er Carver Pure 150
Foto: Benjamin Hahn Carver Pure 150 (26 Zoll)

Der Mitbegründer und ehemalige Ingenieur der Kultmarke Votec konstruiert heute für Carver mit deutschlandweitem Vertrieb über die Fachhandelskette Fahrrad-XXL.

Schon auf den ersten Blick wird Liebe zum Detail ersichtlich. Ob innenverlegte Züge, konifizierte Steuerrohre oder Postmount-Bremsaufnahme – die Alu-Rahmen beider Bikes sind State-of-the-Art. Auch bei den Parts fällt die Verwandtschaft auf: Shimano-Antriebs-Mix, Manitou-Federgabel und Schwalbe-Reifen finden sich hüben wir drüben, allerdings am 26" oftmals eine Stufe höherwertig – etwa mit Shimano-SLX- statt -Deore-Kurbel.

Beide besitzen indes ein komfortables Cockpit, das beim ersten Aufsitzen ein wohliges Gefühl vermittelt. Die Sitzposition des Twentyniner-Pure ist dabei dank höherer Front einen Hauch Komfort-orientierter, das 26er gibt sich noch sportlicher, die tiefe Front sorgt für eine perfekte Uphill-Position.

Apropos: Dank jeweils steiler Sitzwinkel von 74° tritt der Fahrer bei den Carver-Brüdern effizient von oben ins Pedal, hoher Vor- und „Auftrieb“ ist garantiert. Welches Bike dabei schneller gen Gipfel stürmt, ist kaum zu unterscheiden. Ein Grund hierfür: Die Laufradgewichte des Pure-Duos liegen auf demselben Level.

Auch bei kurviger Fahrt bleibt das homogene Bild (fast) bestehen. Das 26er wedelt zwar spürbar agiler und verspielter über den Trail – wird aber dennoch nicht nervös. Und trotz der großen Laufräder steuert auch das 29er-Pure mit Pfiff durch Kurven, bietet mit kompaktem Radstand und kurzen Kettenstreben ein 26er-ähnlich wendiges Handling.

 

MountainBIKE 29er Carver Pure 910
Foto: Benjamin Hahn Carver Pure 910 (29 Zoll)

Dazu gefallen beide Manitou-Gabeln mit feinfühligem Ansprechverhalten. Testerkritik gab‘s dafür an den Bremsen. Zum einen könnten beide Pure – vor allem das 29er – auch am Heck eine 180er-Scheibe vertragen, zum anderen sind die Hayes-Stopper nicht überzeugend. Hier verbauen die anderen Hersteller Bremsen mit mehr Biss. Im MountainBIKE-Labor bewies das Duo erneut, dass es aus einer Feder stammt: Gewichte, Komfort- und Steifigkeitswerte liegen auf vergleichbarem, zumeist sehr gutem Niveau.

Fazit:

Carver bietet ein Duo mit überraschend ähnlichen Eigenschaften. So darf der Biker guten Gewissens entscheiden, ob er das 400 g leichtere, etwas agilere 26er bevorzugt – oder das 29er, das bergab eine Nuance mehr Spurtreue und somit Sicherheit bietet. Im MB-Ranking ging der Kampf unentschieden aus.



Die Mountainbikes im Test:

16.05.2013
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 05/2013