MountainBIKE Test: Neun preiswerte Hardtail-MTBs

Hoher Aufwand in Labor und Praxis

Vier MB-Tester fuhren die neun Hardtails auf einem anspruchsvollen Mittelgebirgskurs mit steiler Schotterauffahrt, flowiger Trailpassage und knackigem Downhill.
Zu den getesteten Produkten

Fotostrecke: Neun Hardtails der 999-Euro-Klasse im Test

17 Bilder
Bulls Copperhead 3 Foto: Benjamin Hahn
Hardtails - Bulls - Rahmen Foto: André Schmidt
Canyon Grand Canyon AL 6.0 Foto: Benjamin Hahn

Nach jedem Run beurteilten die Fahrer Geometrie, Handling, Fahrspaß, Vortrieb sowie Up- und Downhill-Performance. Zudem benotete MB die Güte von Federgabel, Reifen, Bremsen und der restlichen Ausstattung. Nach dem Praxistest zerlegte MB die Prüflinge, ermittelte Gewichte, die Lenkkopfsteifigkeit sowie den Rahmenkomfort – ebenfalls Bestandteile der über einen komplexen Schlüssel ermittelten Endnote.

Dabei gewichtete MountainBIKE die objektiven Parameter wie Parts oder Steifigkeiten sowie die subjektiven Fahreindrücke etwa gleich stark. Schließlich macht ein exzellent ausstaffier­tes Mountainbike alleine kein Traumrad, für ein top Fahrgefühl sind Geometrie und Handling ausschlaggebend!

Apropos Ausstattung: Der Infokasten auf der rechten Seite zeigt, was Sie für 999 Euro erwarten können und worauf Sie besonderen Wert legen sollten. Denn obwohl alle Hersteller in dieser Preisklasse knallhart kalkulieren, sind die Unterschiede erheblich. Bei den Handelsmarken markiert das Bulls mit komplettem XT-Antrieb, Reba-Gabel, top Bremsen und Reifen unangefochten die Spitze – das Optimum für diese Klasse!

Zusammen mit dem steifen, fein gemachten Rahmen und den ausgesprochen ausgewogenen Fahreigenschaften gebührt dem ZEG-Rad der begehrte MB-Kauftipp – empfehlenswert für Einsteiger wie für angehende Profis. Auch das eher Race-orientierte Carver bietet zumeist prima Parts, leidet in der Praxis aber extrem unter der äußerst unkomfortablen Marzocchi-Gabel. Deutliche Abstriche macht der Käufer bei Corratec (schwache Bremse), Haibike (Naben und Kurbel unter Deore-Niveau, schwache Bremse) und Stevens (schwere Gabel) – langfristig gedacht lohnt bei diesen Bikes meist der Griff zum nächstteureren Modell.

Ganz eng liegen die Versender-Bikes beisammen. Das Radon offeriert die mit Abstand beste Ausstattung, federt gar mit der Profi-Gabel Rock Shox SID – der bleischwere Rahmen mit überholter Geometrie wirkt da umso deplatzierter. Kaum Anlass zur Testerkritik bot das überlegt ausstaffierte Poison. Nur das gewisse Etwas fehlt, wie es etwa das Rose dank seines eigenständigen Rahmens bietet – schade, dass die Recon-Forke im Count Solo nicht mit Reba und SID mithalten kann.

Den klar besten Rahmen im Test besitzt das hochsportliche Canyon: modern, leicht, steif, komfortabel, exzellent verarbeitet. Obwohl das „giftige“ Handling nicht jedem taugen wird, sichert sich das AL 6.0 so hauchdünn den Versender-Kauftipp.



Die Mountainbikes im Test:

04.04.2012
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 03/2012