Fatbikes im Test: 11 Modelle in drei Preisklassen (Jahrgang 2015)

11 Fatbikes in drei Preisklassen im Test


Zur Fotostrecke (11 Bilder)

11 Fatbikes im Test
Foto: Dennis Stratmann

 

MountainBIKE Fatbike Bulls Monster S
Foto: Benjamin Hahn

 

MountainBIKE Fatbike Felt Double Dee 30
Foto: Benjamin Hahn

 

MountainBIKE Fatbike Surly Pugsley
Foto: Benjamin Hahn

 

MountainBIKE Fatbike Canyon Dude CF 9.0 SL
Foto: Benjamin Hahn
Fatbikes sind zurzeit schwer angesagt. Modische Spinnerei, oder gibt’s dafür echte Gründe? MountainBIKE will es genau wissen und hat elf Fatbikes in drei Preisklassen getestet.
Zu den getesteten Produkten

Lesen Sie in diesem Artikel:


Fatbikes zählen aktuell zu den meistdiskutierten Mountainbikes am Markt. Angeblich auch zu den gefragtesten. Erstaunlich, denn die Fatbikes gibt es schon seit über 20 Jahren. In Alaska nahm Fatbiking seinen Anfang. Dort schweißten unerschrockene Radfahrer kurzerhand zwei Felgen zu einer zusammen und montierten handgenähte Reifen, um im verschneiten Norden biken zu können.

Loading  

Fotostrecke: 11 Fatbikes in drei Preisklassen im Test

11 Bilder
MountainBIKE Fatbike Bulls Monster S Foto: Benjamin Hahn
MountainBIKE Fatbike Felt Double Dee 30 Foto: Benjamin Hahn
MountainBIKE Fatbike Surly Pugsley Foto: Benjamin Hahn

Auch in den Wüsten der USA sind Fatbikes seit Dekaden im Einsatz. Doch nun stehen die Fattys mit einem Mal in deutschen Schaufenstern und sorgen dafür, dass sich Klein und Groß die Nasen plattdrücken und Will-haben-Reflexe auslösen. Die Hersteller und Händler freut‘s, und deshalb verwundert es wenig, dass sich die Fatbikes rasant weiterentwickeln: Mittlerweile gibt es Fatbike-Modelle mit Federung, leichten Carbon-Rahmen oder eingebauten Getriebeboxen. Aber werden sie zu einer ernsthaften Alternative für Otto Normal-Biker? Oder ist es wie mit den Moden ... sie kommen und sie gehen. Dieser Test liefert die Antwort.

Im Test: Elf Fatbikes in drei Preisklassen

MountainBIKE teilte das Testfeld in drei Preisklassen auf. In der preiswerten Kategorie bis 1900 Euro finden Sie Bikes wie das Bulls Monster mit Federgabel für 1599 Euro, das Felt Double Dee mit Starrgabel und Alu-Rahmen (1299 Euro) sowie das Stahl-Fatbike Surly Pugsley für 1899 Euro. Die zweite Kategorie endet bei 3000 Euro. Mit dabei: das Canyon Dude, bereits mit Carbon-Rahmen.

Spannende Unterschiede zeigen sich in der High-End-Kategorie. Die junge US-Marke Borealis baut das Echo für 5000 Euro auf einem edlen Carbon-Rahmen auf, auch Salsa setzt am 5200 Euro teuren Beargrease auf Kohlefaser. Mi-Tech (4849 Euro) und Maxx (4495 Euro) verwenden Alu, allerdings in Kombi mit Getriebe-Schaltungen von Pinion und Rohloff. Bad News für Freunde von Specialized und Trek. Laut Hersteller sind ihre Fatbikes bereits ausverkauft und standen folglich nicht zum Test bereit.

Die Bikes von Bulls, Maxx, Mi-Tech, Surly, Felt und das Salsa Mukluk erinnern daran, was der ursprüngliche Einsatzzweck von Fatbikes ist: die Abenteuer-Tour mit Sack und Pack. Der Spaß auf verwinkelten Trails kam erst später hinzu. Im Grunde sind diese „Originalräder“ Trekkingbikes mit breiten Reifen, die auf jedem Untergrund für Grip sorgen und extrem viel Komfort bieten. Die Möglichkeit, einen Gepäckträger zu montieren, ist ebenfalls meist gegeben.

Seit neuestem bewegen sich Fatbikes aber immer mehr in Richtung Trailbike, gerade wegen der neuen Bluto-Federgabel von Rock Shox. Mit „handlichen“ Geometrien und schier unendlicher Traktion sorgen diese Bikes für Fahrfreude und Sicherheit. Auch mit „nur“ 4"-Reifenbreite driften sie überraschend kontrolliert durch Kurven, setzen vor allem bei widrigen Bedingungen etwa auf Schnee oder in tiefem Schlamm ganz neue Maßstäbe – und prädestinieren sich so als spaßiges Zweit-Bike speziell im Winter. Damit Sie auf einen Blick erkennen, welches Testbike wo seine Stärken hat, beschreibt MountainBIKE diese in Stichworten gesondert in den Testbriefen.

Den Praxistest führte MountainBIKE sowohl auf Schotterhalden im Ruhrgebiet wie auf matschigen Trails in Stuttgart durch. In der hauseigenen MountainBIKE-Werkstatt fand der Labortest statt. Dort nahmen die Techniker sämtliche Gewichte und Geometrien auf und identifizierten die versteckten Kilos. Zudem wurden alle Reifen und Schläuche gewogen. Mit dem Ergebnis, dass es hier Unterschiede von bis zu 700 g pro Reifen gibt! Auch bei den Schläuchen sind Differenzen von 300 g pro Schlauch möglich.

Zudem finden Sie in den Testberichten den sogenannten Q-Faktor. Er beschreibt, wie breit die Kurbel baut. Je breiter, desto unergonomischer ist die Pedalbewegung – wichtig also, wenn Sie mit dem Fatbike auch längere Touren bestreiten wollen. Im Praxistest mussten die Fatbikes auf steilen Uphills, schnellen Waldwegen sowie rutschigen Trails überzeugen. Klar, dass die leichten Bikes der High-End-Klasse besonders hervorstachen. Aber: Auch unter den günstigen Bikes sind Alleskönner mit dabei. Den besten Kompromiss aus Leichtgewicht und Preis-Leistung bieten jedoch die Bikes der Klasse bis 3000 Euro.


MTB-Kaufberatung: 25 Fragen zum Bike-Kauf at sellaround.net


Inhaltsverzeichnis


05.02.2015
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 2/2015