Acht Hardtails der 1.000-Euro-Klasse im Test

Im Test: Acht MTB-Hardtails um 1.000 Euro


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Hardtail-Test
Foto: Björn Hänssler

 

Bergamont Platoon 5.1
Foto: Benjamin Hahn

 

Bulls Copperhead Supreme
Foto: Benjamin Hahn

 

Canyon Grand Canyon AL 6.0
Foto: Benjamin Hahn

 

Carver Pure 150
Foto: Benjamin Hahn
Wer waschechtes Trailvergnügen sucht, muss kein Vermögen ausgeben. Acht 1.000-Euro-Bikes aus Handel und Versand im Vergleichstest.
Zu den getesteten Produkten
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Erfreulich: Bei sieben der acht getesteten Alu-Hardtails handelt es sich nicht etwa um simple Einsteigerlösungen. Die Qualität von Rahmen und Parts reicht locker für Hobby-Rennen. Vier Hersteller – Ber­gamont, Bulls, Carver und Haibike – verkaufen über den Fachhandel.

Dazu gesellen sich mit Canyon, Poison, Radon und Rose vier Vertreter aus dem Versandhandel. Weniger erfreulich: Bekannte Fachhandelsmarken wie etwa Cube oder Ghost scheuten den Vergleich mit den Versendern und lehnten die Testteilnahme ab.

Fach- oder Versandhandel?

Die Versender sparen sich die Marge für den Zwischenhandel, was einen größeren Spielraum bei der Auswahl der Parts ermöglicht. Der Fachhandel kann hingegen durch die unmittelbare Nähe mit besserem Service punkten, etwa durch persönliche Beratung, Probefahrt oder schnelle Reparaturen.

Die Grundsatzentscheidung, ob Fach- oder Versandhandel, hängt neben den eigenen Schrauberfähigkeiten auch von den persönlichen Vorlieben ab. Wie sich ein Bike fährt, das bestimmt das Zusammenspiel der Parts mit dem Rahmen – dem Kernstück jedes Bikes.

Rahmen mit Tuningpotenzial

Stimmt die Qualität des Rahmens, lohnt sich auch eine spätere Investition in noch höherwertigere Parts, um etwa das Gesamtgewicht zu reduzieren. Canyon und Rose zeigen, wie‘s geht, locken mit vielen technischen Features.

Optisch ansprechend und scheuerfrei verlaufen etwa Schaltzüge und Bremsleitungen beim Rose-Rahmen innen. Das Canyon glänzt mit konischem Steuerrohr und dünner Sattelstütze, die gleichzeitig für den größten Sitzkomfort im Testfeld sorgt. Den leichtesten Rahmen, jedoch auch mit der geringsten Steifigkeit, bietet Poison.

Die Geometrie-Palette reicht von agilem, spielerischem Handling bei Rose bis hin zur sportlich gestreckten, vortriebsgierigen Grundposition am Carver. Bei der Ausstattung sollte das Hauptaugenmerk auf Gabel und Bremsen liegen, da sie großen Einfluss auf die Fahrperformance nehmen.

Doch nicht nur deshalb: Nachträgliches Tauschen kann schwer ins Geld gehen und lohnt eher nicht, weil es den Investitionsrahmen in dieser Bike-Preisklasse sprengt. Canyon, Poison und Radon verbauen die Reba RL von Rock Shox, die beste Gabel, die es momentan in dieser Preisklasse gibt. Immerhin bieten alle Gabeln im Test 100 Millimeter Federweg und einen Remote-Lockout.

Für beste Entschleunigung sorgt die RX von Formula, montiert auf Bulls und Radon. Aber auch Elixir 3 und 5 bieten eine sehr gute Bremsperformance. Beim Antrieb punktet Carver mit einer kompletten XT-Gruppe, der Rest geht mit günstigeren Shimano- oder Sram-Gruppen Kompromisse ein. Weitere Einschränkungen machen Bergamont, Carver und Haibike bei den Reifen. Zweitklassige Modelle sorgen für spürbar weniger Grip.



Die Bikes im Test:

10.05.2011
Autor: Rainer Sebal
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 04/2011