27,5+ Mountainbikes im Test: 3 All-Mountains in 27,5 Plus (Modelljahr 2016)

Test: 3 All-Mountain-MTBs in 27,5 Plus


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MountainBIKE 0116 27,5+ Bikes
Foto: Det Göckeritz

 

MountainBIKE Rotwild R.X1 FS 27,5+ EVO
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MountainBIKE Rotwild R.X1 FS 27,5+ EVO DT-Swiss-Felge
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MountainBIKE Rotwild R.X1 FS 27,5+ EVO Heckachse
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MountainBIKE Rotwild R.X1 FS 27,5+ EVO Kurbel
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27,5+ soll das neue (Laufrad-)Maß der Dinge sein. Wir haben die drei wohl besten 2016er All-Mountain-MTBs in 27,5 Plus einem harten Test unterzogen - und nennen die Vor- und Nachteile von 27,5-Plus-Mountainbikes.
Zu den getesteten Produkten

29 Zoll, 27,5 Zoll, Fatbikes – langweilig war es in Sachen Laufrad- und Reifendimensionen in den vergangenen MTB-Jahren wahrlich nicht.

Im Gegenteil, viele Mountainbiker waren und sind genervt von all den neuen Maßen, von den Herstellern stets als Nonplusultra angepriesen. Wie nun die sogenannten Plus-Formate. Allen voran 27,5 Plus (oder „B+“) – die nächste durchs Dorf gejagte Sau?

Hinter 27,5 Plus verbergen sich zunächst nüchterne Zahlen. Etwa ein Felgenaußendurchmesser, der 27,5" („650B“) entspricht: 584 mm. Jedoch sind die verbauten Felgen viel breiter als bisher: 30 mm bis 40 mm Maulweite/Innenbreite. Auch die darauf aufsetzenden Reifen sind voluminös mit einer Breite von 2,8"–3,0".

Zum Vergleich: Klassische MTB-Reifen messen 2,1"–2,4", Fatbike-Schlappen um 4,0". Plus-Reifen sind quasi „halbfett“. Zudem bauen die Plus-Pneus höher als bisherige 27,5"-Reifen: Im Außendurchmesser sind’s circa 730 mm, was wiederum fast einem 29" x 2,25"-Reifen entspricht. Voluminösere Felgen/Reifen bedeuten breitere Bikes, irgendwo muss der Platz herkommen.

Dies hat einen weiteren Standard salonfähig gemacht: Boost – um 6 bzw. 10 mm breitere Achsen in 148 x 12 mm hinten und 110 x 15 mm vorne. Viele verwirrende Zahlen ... Doch was bewirken sie?

Eine Menge, positiv wie negativ! Das haben wir mit noch nie dagewesenem Aufwand bewiesen – in einem mit Datarecording, auf eigens entwickelten Prüfständen sowie unzähligen Testfahrten durchgeführten Vergleich diverser Reifenmaße und -systeme. Die Ergebnisse dieser Tests gibt's in dem folgenden (kostenpflichtigen) PDF-Download.

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Der entscheidende Faktor dabei: der Luftdruck. Plus-Reifen können durch das große Volumen mit geringem Luftdruck, zwischen 0,8 und 1,2 Bar, gefahren werden. Dadurch schmiegt sich der Reifen förmlich an den Untergrund und schluckt Stöße wie eine kleine Luftfederung. In Folge steigen Grip, Traktion, Komfort – messbar, aber auch subjektiv.

Vor allem weniger versierte Fahrer/-innen, Ängstliche oder Einsteiger begeistert oft das enorme Sicherheitsgefühl auf einem Plus-Bike. Zudem zeigen die diversen Rollwiderstandstests, dass Plus-Mountainbikes trotz Mehrgewichts erstaunlich gut vorankommen.

Nachteile gibt es vor allem bei aggressiver Fahrweise: Die Reifen stehen auch in breiten Felgen nicht so stabil, neigen in Kurven zum Wegknicken. Das ganze Fahrverhalten ist weniger direkt, mitunter schwammig. Und: Die aktuelle Plus-Reifengeneration ist – in Labor wie Praxis – nicht so pannensicher wie von der Industrie angepriesen. Also muss im groben Gelände der Luftdruck entsprechend angehoben werden, was viele Vorteile von Plus wieder zunichte macht.

Noch ist die Auswahl an Plus-MTBs überschaubar, aber spannend. Vor allem, da viele „Große“ wie Scott & Co. auf Plus abfahren. Drei der aktuell heißesten All-Mountain-Fullys in 27,5" x 2,8"/3,0" hat sich unsere Redaktion rausgepickt und sie nach den harten MountainBIKE-Testkriterien geprüft:

Rotwild R.X1 FS 27,5+ EVO, Scott Genius 710 Plus, Specialized Stumpjumper FSR Expert 6Fattie. Je mit Federwegen um 140 mm, 3999 bis 4999 Euro „schwer“. Eine Menge Geld für eine Menge Fahrsicherheit und(!) -spaß. Vollends ausgereift wirkt diese „First Generation“ zwar noch nicht, das Potenzial der Dampfwalzen aber ist unverkennbar.

Noch mehr neue 27,5-Plus-Mountainbikes für 2016:


15.01.2016
Autor: André Schmidt
© MountainBIKE
Ausgabe 01/2016